Zum Inhalt springen

Renault Rafale: Erwartungen an das Premium-Hybrid-SUV-Coupé

Weißer Renault Rafale Hybrid im Showroom mit modernem Design und sportlichen Details.

Der Renault Rafale soll französisches Premium verkörpern – als Hybrid-SUV-Coupé. Doch steckt hinter der markanten Form echte Substanz oder bleibt am Ende nur schöne Fassade? Das sind unsere Erwartungen vor dem Fahrtest.

Schnell wie ein Kampfjet – passt das zum Namen Renault Rafale? Mit 200 PS im Hybridantrieb sind die Hoffnungen darauf eher gedämpft. Und selbst die Plug-in-Hybridvariante mit 300 PS wird es kaum mit dem namensgebenden französischen Vogel aufnehmen. Entscheidend ist ohnehin etwas anderes: Dieses Premium-SUV-Coupé soll komfortabel und familientauglich sein, ordentlich ausgestattet auftreten und dabei ohne übermässigen Verbrauch unterwegs sein. Genau darin liegt der Kern – nur stellt sich die Frage, ob das für ein neues Aushängeschild tatsächlich reicht.

Design und Abmessungen: das Duell französischer Silhouetten

Dass der Rafale dem Renault Austral ähnelt, ist kein Zufall: Technisch bildet dessen Basis das Fundament. Als Flaggschiff der Modellpalette muss sich der Rafale deshalb umso stärker vom „Bruder“ absetzen – keine leichte Aufgabe.

Der erste Schritt: eine eigenständige Front mit spezifischem Kühlergrill, der eine Vielzahl an Rauten auf blauem Hintergrund zeigt. Auch die Seitenansicht soll klarer differenzieren, vor allem durch die stärker abfallende Dachlinie, die dem Gesamtauftritt mehr Dynamik verleiht.

Zusätzlich sorgen die kantig gezeichneten Rückleuchten für mehr Ausdruck, während das handschriftliche Rafale-Badge den Premium-Anspruch unterstreicht. Ebenfalls erwähnenswert: Die 20-Zoll-Felgen sind exklusiv für dieses Modell vorgesehen. Mit 4,71 Metern Länge und 1,61 Metern Breite positioniert sich der Renault deutlich stärker als SUV als der Peugeot 408, der eher wie eine angehobene Limousine wirkt.

Im Innenraum: verschafft sich Renault einen Vorsprung gegenüber Peugeot?

Im Cockpit ist die Nähe zum Austral sogar noch deutlicher – für die Exklusivität keine ideale Nachricht. Positiv: Billig wirkt das Interieur nicht. Stattdessen präsentiert sich das Ambiente modern und digital.

Im Zentrum stehen ein 12,3-Zoll-Digitalinstrument sowie ein 12-Zoll-Touchscreen mit Android Automotive. Das System gilt als sehr reaktionsschnell und lässt sich über herunterladbare Apps anpassen, sodass sich ein persönliches Bedien- und Infotainment-Erlebnis zusammenstellen lässt.

Die Alcantara-Sitze steigern den Qualitätseindruck; in der hohen Ausstattung Esprit Alpine können sie zudem ein leuchtendes Logo in der Rückenlehne tragen. Optional sind ausserdem ein 9,3-Zoll-Head-up-Display sowie das abdunkelnde Panorama-Glasdach Solarbay erhältlich. Und der Peugeot 408? Dort wartet letztlich ein Armaturenbrett aus dem 308 – sauber verarbeitet, aber beim Multimedia-Angebot im Hintertreffen.

Antriebe: 200 PS oder 300 PS – die Wahl der Hybridtechnik

Beim Renault Rafale steht kein reines Elektro-Modell auf dem Programm, stattdessen konzentriert sich das Angebot vollständig auf Hybridantriebe. Zur Auswahl stehen zwei Varianten.

Den Einstieg übernimmt ein Full-Hybrid mit 200 PS inklusive einer 2-kWh-Batterie. Damit sind kurze Strecken auch rein elektrisch möglich. Darüber rangiert die Plug-in-Hybridversion mit 300 PS.

Diese kombiniert einen 1.2-l-Dreizylinder mit drei Elektromotoren: Ein erster E-Motor mit 50 kW treibt die Vorderachse an, ein zweiter mit 100 kW sitzt an der Hinterachse, während eine dritte Einheit mit 25 kW als Generator arbeitet. Dank der 22-kWh-Batterie sollen 105 km elektrische Reichweite möglich sein. Damit ist das Konzept aufwendiger als beim 408, der entweder als Mildhybrid mit 145 PS oder als Plug-in-Hybrid mit 240 PS angeboten wird.

Das Urteil: welches Budget für welches Leistungsniveau?

Als Premium-Angebot startet der Renault Rafale bei 46 750 € in der Ausstattung Techno mit dem 200-PS-Hybrid. Zur Serienausstattung zählen LED-Scheinwerfer, Navigation, eine automatische Zweizonen-Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang und Start, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Ambientebeleuchtung. Der Peugeot 408 beginnt zwar deutlich günstiger bei 39 350 €, ist technisch jedoch schwächer aufgestellt, weil er in dieser Region mit Mildhybrid antritt.

In der Top-Ausstattung Esprit Alpine für 50 750 € wächst der Umfang unter anderem um Allradlenkung, Alcantara-Polster, eine elektrische Heckklappe und ein spezifisches Karosseriepaket. Ausschliesslich in Kombination mit 300 PS gibt es die Variante Atelier Alpine für 60 250 €, die zusätzlich teilautonomes Fahren und 21-Zoll-Felgen mitbringt. Beim 408 liegt das Ende der Preisliste bei 50 300 € als Plug-in-Hybrid mit 240 PS.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen