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Changan will in Europa produzieren: Vast Ocean Plan 2.0

Blauer Sportwagen im Ausstellungsraum mit Panoramafenstern und Stadtblick im Hintergrund.

Changan will in Europa künftig nicht mehr ausschliesslich Fahrzeuge verkaufen, sondern sie auch vor Ort bauen. Genau dieser Strategiewechsel ist der Kern des neuen Vast Ocean Plan 2.0, den der Konzern in diesem Jahr vorgestellt hat: Statt reiner Exportlogik soll eine industrielle Präsenz auf dem Kontinent entstehen.

In Europa ist die Marke noch nicht allzu lange aktiv – der Markteintritt erfolgte erst Anfang des vergangenen Jahres –, dennoch ist sie hier längst nicht mehr unbekannt. Deepal, eine der Submarken, ist inzwischen in mehr als acht europäischen Märkten vertreten, darunter Deutschland, Norwegen, das Vereinigte Königreich und die Niederlande.

In Portugal startete Changan Ende vergangenen Jahres mit dem vollelektrischen Deepal S07. Der Einstieg erfolgte über die Partnerschaft mit der Grupo Auto-Industrial, die für die Vermarktung der Marke im portugiesischen Markt verantwortlich ist. Anfang dieses Jahres kam der S05 hinzu – wahlweise mit Plug-in-Hybrid- oder Elektroantrieb. Das soll erst der Anfang sein: Weitere Modelle und zusätzliche Submarken sind bereits angekündigt.

Den Zöllen ausweichen

Auslöser für die neue Strategie sind die Zolltarife. Für die Elektrofahrzeuge der Marke fallen derzeit 20,7% zusätzlich zum Basiszoll von 10% an – und zwar auf alle in China produzierten und in die Europäische Union exportierten Elektroautos. Eine lokale Fertigung würde dieses Problem grundlegend beseitigen.

Vor diesem Hintergrund prüft Changan den Bau eines Werks in Spanien. Als eine der möglichen Regionen gilt Aragón. Wichtig ist dabei: Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen, aktuell handelt es sich um ein laufendes Prüfverfahren.

Schrittweise wachsen

Parallel zu den Überlegungen für eine europäische Fabrik plant Changan, sein Angebot in Europa über neue Modelle und Submarken auszubauen. Bestätigt sind insgesamt acht neue Modelle, die in den kommenden drei Jahren in Europa auf den Markt kommen sollen – verteilt auf verschiedene Marken und Namenswelten. Bei Deepal sollen zu den bereits bekannten Fahrzeugen nun eine Limousine (L07), ein SUV (G318) sowie ein besonders grosses SUV (S09) dazukommen.

Als Nächstes steht Avatr im Raum, eine Marke aus einer Zusammenarbeit mit Huawei und CATL. Die Premium-Marke feierte ihre Europa-Premiere 2023 auf dem Münchner Salon; konkrete Termine für den Verkaufsstart in Europa stehen seitdem jedoch weiterhin aus.

Auch Nevo, mit Fokus auf elektrifizierte Lösungen – vor allem Elektrofahrzeuge mit Range Extender (EREV) –, soll folgen. Vorgesehen sind drei neue Modelle: ein Hatchback, ein SUV (Q05) sowie ein Full-Hybrid. Einen festgelegten Zeitplan für Europa gibt es allerdings ebenfalls noch nicht.

Ausserhalb Europas wurde Nevo als Marke ausgewählt, um die Natrium-Ionen-Batterien von CATL erstmals einzuführen – eine Technologie, die gegenüber klassischem Lithium niedrigere Kosten verspricht.

Zudem macht das Unternehmen keinen Hehl daraus, sein Portfolio perspektivisch um Nutzfahrzeuge erweitern zu wollen – ein Segment, in dem andere chinesische Hersteller bei europäischen Flottenkunden bereits Boden gutmachen.

Was zu erwarten ist

Der offizielle Zeitplan des Unternehmens sieht bis 2030 Investitionen von rund 200 Milliarden Yuan (ca. 26 Milliarden Euro zum aktuellen Wechselkurs) vor. Gleichzeitig sollen die Auslandsverkäufe auf 1,5 Millionen Einheiten steigen. Diese Ziele wurden von Changan Europa bereits öffentlich kommuniziert.

Weltweit verfolgt die Marke das Ziel, bis 2030 jährlich fünf Millionen Fahrzeuge zu verkaufen und damit in die Top 10 der globalen Automobilhersteller aufzusteigen.

Unklar bleibt dagegen, wie schnell Avatr und Nevo tatsächlich in den europäischen und portugiesischen Markt kommen. Das dürften erst die kommenden Monate zeigen – und vor allem die Entscheidung darüber, ob die Produktion in Spanien realisiert wird.

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