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Mercedes-Benz hält Kurs bei 100% elektrischen Autos – China bleibt das Problem

Silberner Mercedes-Elektrowagen steht in modernem Raum neben Ladestation mit Stadtpanorama im Hintergrund.

Während zahlreiche Hersteller ihre Pläne für reine Elektroautos zuletzt neu ausgerichtet haben, hält Mercedes-Benz an seiner Linie fest. Die Zahlen für das erste Halbjahr deuten darauf hin, dass dieser Kurs zumindest in diesem Segment aufgeht. Zuerst geht es um die Technologie – und danach um die geografische Baustelle.

Absatz und Elektrifizierte im ersten Halbjahr

In einem Halbjahr, in dem der Gesamtabsatz um 7% nachgab und die elektrifizierten Modelle (Elektroautos und Plug-in-Hybride) um 6,6% zurückgingen, stachen die reinen Elektrofahrzeuge als einzige Kategorie mit Wachstum heraus. Bei Mercedes-Benz Cars legten die 100% elektrischen Fahrzeuge um 28,2% auf 97 110 Einheiten zu. Gleichzeitig sank der Gesamtabsatz auf 837 195 Fahrzeuge.

Finanzen: Umsatz, operativer Gewinn und Marge

Der starke Lauf der E-Autos reichte jedoch nicht aus, um die Rückgänge in den übrigen Bereichen auszugleichen. In der Summe führte dieses Auf und Ab dazu, dass der Umsatz der Marke um 5,1% auf 45,9 Milliarden Euro fiel, während der operative Gewinn um 38,5% auf 1,8 Milliarden Euro einbrach. Die operative Marge verringerte sich um 2,2 Prozentpunkte – von 6,2% auf 4%.

Bis zum Jahresende bleibt Zeit, den Rückstand aufzuholen; zugleich stehen Verstärkungen an. Mit dem neuen GLC, der C-Klasse und dem GLA kommen drei Modelle, die im Markt auf eine sehr gute Resonanz treffen.

Trotzdem ist es weniger ein Technologieproblem als vielmehr ein geografisches: Die starke Abhängigkeit vom chinesischen Markt belastet die Bilanz – auch wenn die Entwicklung in den übrigen Regionen ermutigend ausfällt.

China bleibt weiterhin das Problem

Im ersten Halbjahr sanken die Auslieferungen in China um 28% auf 210 245 Einheiten. Der Markt ist dort von zunehmend härterem Wettbewerb und einer gedämpften Konsumlaune geprägt.

In Europa und Nordamerika zeigt sich ein anderes Bild. In den europäischen Märkten (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Schweiz und Norwegen) stiegen die Verkäufe um 5% auf 324 976 Fahrzeuge – getragen von neuen Modellanläufen und dem Wachstum der 100% elektrischen Modelle. In Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) erhöhten sich die Auslieferungen um 15% auf 180 927 Einheiten, wobei die USA diesen Zuwachs anführten.

Dennoch konnte die positive Entwicklung in den westlichen Märkten den Rückgang in China nicht ausgleichen. Der Wettbewerbsdruck und sinkende Preise vor Ort drückten auf die Profitabilität der Autosparte; hinzu kamen Aufwendungen für die Einführung der neuen Modellgeneration sowie für den Übergang zum Direktvertriebsmodell.

Um die Auswirkungen zu begrenzen, hielt Mercedes-Benz an seinem Kostensenkungsprogramm fest. Die Ausgaben für Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung (F&E) wurden reduziert; zusätzlich wirkten finanzielle Ausgleichszahlungen, die mit einzelnen Zulieferern vereinbart wurden.

Auf Konzernebene fällt der Rückgang weniger stark aus: Der Umsatz ging um 4,1% auf 63,6 Milliarden Euro zurück, während der operative Gewinn um 3,1% auf 3,4 Milliarden Euro sank.

Ausblick für das zweite Halbjahr

Mercedes-Benz geht davon aus, dass die neue Modellgeneration helfen kann, wieder Boden gutzumachen. Für die Autosparte bestätigt der Hersteller die Prognose einer operativen Marge zwischen 3% und 5% und erwartet, dass Elektroautos zwischen 23% und 25% der Verkäufe ausmachen. Rückenwind sollen dabei der neue elektrische C-Klasse, der elektrische GLC und der elektrische GLA bringen.

Gleichzeitig räumt die Marke ein, dass der Wettbewerbsdruck in China den Wachstumspfad weiterhin bremsen dürfte. Entsprechend wird damit gerechnet, 2026 mit einem Absatz zu enden, der leicht unter dem Niveau von 2025 liegt.

„Im zweiten Halbjahr werden wir uns darauf konzentrieren, den Kunden neue Modelle zu bringen, während wir gleichzeitig unsere Kosten- und Produktivitätsposition weiter verbessern“, sagte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender von Mercedes-Benz.

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