Auf den ersten Blick wirkt der Ferrari Testarossa, den wir in diesem Artikel zeigen, tatsächlich wie genau das Modell, das seit den 1980er-Jahren Petrolheads rund um den Globus begeistert. Doch glaubt uns: Das hier ist kein Testarossa wie jeder andere.
Verantwortlich dafür ist die Schweizer Firma Officine Fioravanti. Dieses Projekt ist das jüngste Beispiel für einen Trend, der immer mehr Fans gewinnt: der Restomod. Die ikonischen Linien des italienischen Klassikers bleiben erhalten, werden aber mit aktueller Technik kombiniert – und mit einem Leistungsniveau, das deutlich über dem des Originals liegt.
Exterieur: Original-Linien, Aerodynamik mit Feinschliff
Optisch wollte Officine Fioravanti fast alles unangetastet lassen und begründet das mit dem Satz: „es gibt keinen Grund, einem Maestro noch eine Lektion zu erteilen“. Entsprechend beschränken sich die sichtbaren Neuerungen aussen im Wesentlichen auf aerodynamische Verbesserungen.
Der grösste Effekt kommt dabei von der vollständig verkleideten Unterseite des Chassis, wodurch die Aerodynamik spürbar profitiert.
Innenraum: Ferrari Testarossa im 21. Jahrhundert
Wenn aussen Zurückhaltung angesagt ist, gilt das im Cockpit ausdrücklich nicht. Der Innenraum wurde komplett mit italienischem Leder bezogen. Gleichzeitig mussten Kunststoff-Bedienelemente Aluminium-Pendants weichen.
Hinzu kommt ein neues Soundsystem, das nicht nur Apple CarPlay mitbringt, sondern auch über den inzwischen „obligatorischen“ USB‑C-Anschluss verfügt.
Für die Verbindung zur „Aussenwelt“ dient ein vintage-Mobiltelefon (typischerweise aus den 1980er-Jahren), das sich per Bluetooth mit dem Testarossa koppelt.
Antrieb: mehr Leistung, höhere Drehzahl
Wie im Innenraum zielten die Eingriffe auch bei der Technik darauf ab, den Testarossa ins 21. Jahrhundert zu holen – mit Fahrleistungen und einem dynamischen Verhalten, das sich an dem orientiert, was moderne Supersportwagen heute leisten.
Obwohl der 180°-V12 mit 4,9 l Hubraum beibehalten wurde, kletterte die Leistung von ursprünglich 390 PS auf deutlich interessantere 517 PS bei 9000 U/min. Möglich wurde das durch mehrere überarbeitete Komponenten am V12 – und sogar durch eine Titan-Abgasanlage.
Fahrleistungen: weniger Gewicht, 323 km/h als Ziel
Zusammen mit einer Gewichtsersparnis von 130 kg verbessert das die Performance des Ferrari Testarossa spürbar. So erreicht er die 323 km/h Höchstgeschwindigkeit, die das Schweizer Unternehmen als „Ziel“ definiert hatte, als es dieses Restomod-Vorhaben gestartet hat.
Fahrwerk und Bremsen: Traktion und Kontrolle im Fokus
Damit dieser Ferrari Testarossa nicht nur für „geradeaus fahren“ taugt, rüstete Officine Fioravanti ihn mit elektronisch geregelten Öhlins-Stossdämpfern aus. Dazu kommt ein System, das die Front um 70 mm anheben kann – besonders praktisch beim Ein- und Ausfahren aus Garagen – sowie einstellbare Stabilisatoren.
Ausserdem verfügt der Testarossa über eine verbesserte Brembo-Bremsanlage, ABS, Traktionskontrolle und neue Leichtmetallfelgen (17 Zoll vorne und 18 Zoll hinten), die mit Michelin GT3 bereift sind.
Nachdem Officine Fioravanti nun „seinen“ Ferrari Testarossa präsentiert hat – und das gleich in Weiss, der Farbe, mit der das Modell durch die Serie „Miami Vice“ berühmt wurde – bleibt nur noch die Frage, welchen Preis die Schweizer für diese aufgewertete Ikone ansetzen.
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