- Zona Militar in Google hinzufügen
Warum uns hinzufügen? So bekommst du die neuesten Inhalte von Zona Militar direkt in deinen Google-Feed.
- Tritt unserem WhatsApp-Kanal bei
Abonniere unseren offiziellen WhatsApp-Kanal und erhalte die Nachrichten sofort.
In den vergangenen Monaten und Jahren wurden verschiedene Wege und Bewertungen verfolgt, um die U‑Boot-Fähigkeit der Armada Argentina wiederherzustellen. Im Vordergrund stehen dabei zwar Angebote für Neubauten europäischer und asiatischer Hersteller, doch auch andere Ansätze werden von den Verantwortlichen mitgedacht. Dazu zählen insbesondere Überlegungen, gebrauchte Einheiten zu übernehmen, die derzeit von Marinen weltweit außer Dienst gestellt werden.
👉 Weiterlesen: Peking reagierte auf Japans Weißbuch und kritisierte dessen Warnungen vor Chinas Streitkräften
Optionen für gebrauchte U‑Boote (Tupi, Ula, Sauro, Typ 209)
Ganz neu ist diese Debatte nicht. Bereits in der vorherigen Amtszeit im Verteidigungsministerium – als sich die diplomatischen Beziehungen zu Brasilien in einer Phase normaler Annäherung und Zusammenarbeit befanden – wurden Möglichkeiten wie die Tupi‑U‑Boote der brasilianischen Marine diskutiert. Diese Einheiten werden bereits ausgemustert, um Platz für die Riachuelo‑Klasse zu schaffen, die wiederum auf dem französischen Scorpène-Entwurf der Naval Group basiert.
Noch weiter zurückliegend lässt sich – vor dem Hintergrund der erreichten Kooperation mit Norwegen, die sich unter anderem in der Beschaffung der Seeaufklärer P‑3C/N Orión widerspiegelt – auch die Prüfung der Ula‑Klasse der Königlichen Norwegischen Marine hervorheben.
Lesetipps
- Mit den Lackierarbeiten kommt in den USA die Instandsetzung der dritten P‑3C Orion der Armada Argentina voran
- Das Brasilianische Heer plant Investitionen von R$ 300 Millionen, um die Raketenbestände seiner ASTROS-Systeme wieder aufzufüllen
Unabhängig vom Interesse und vom Zustand der jeweiligen Boote – teils nach Modernisierungen und Lebensdauerverlängerungen – führte die europäische Lage jedoch dazu, dass das nordeuropäische Land eine Abgabe an Drittländer nicht in Betracht zog, um keine Fähigkeiten für die Überwachung des Nordatlantiks und der Arktis einzubüßen. Derzeit treibt Norwegen gemeinsam mit Deutschland den Bau der neuen Typ‑212CD-Klasse voran, die die Ula‑Boote gegen Ende dieses Jahrzehnts und zu Beginn des nächsten ersetzen soll.
Weitere potenzielle Optionen finden sich im Mittelmeerraum. Konkret geht es um die Sauro‑Klasse der italienischen Marina Militare: U‑Boote mit jahrzehntelanger Dienstzeit, die sich dem Ende ihrer operativen Lebensdauer nähern. Parallel haben italienische Werften unter Führung von Fincantieri mit dem Bau des Nachfolgers begonnen – der Typ‑212 NFS-Klasse –, deren Auslieferung für den Zeitraum 2029 bis 2032 vorgesehen ist.
Ebenfalls zu nennen ist eine weitere Möglichkeit: die **Typ‑209-U‑Boote der türkischen Marine. Deren erste Exemplare werden bereits aus dem Dienst abgelöst, während türkische Werften – wie ihre europäischen Pendants – den Aufbau der neuen Typ‑214-Klasse vorantreiben, die aus der Kooperation mit der deutschen TKMS hervorgegangen ist.**
Was bedeuten gebrauchte U‑Boote für die Armada Argentina?
Damit stellt sich die Frage, welche Vor- und Nachteile die Indienststellung gebrauchter U‑Boote für die Armada Argentina hätte.
Bei einer nüchternen Abwägung ist zu betonen, dass diese Alternative für die Marine ein „doppelschneidiges Schwert“ sein kann: Einerseits könnte sie kurzfristig die Wiederbelebung des Kommandos der U‑Boot‑Streitkräfte ermöglichen – mit mindestens einer einsatzfähigen Einheit, die zur Ausbildung des Personals dient. Andererseits laufen Restlebensdauer, langfristige Betriebskosten und die politische Variable zusammen, sodass manche Stimmen dieser Option mit deutlichem Vorbehalt begegnen.
Politischer Rahmen und notwendiger Gesamtkonzept
Der Punkt ist keineswegs nebensächlich: Falls man diesen Weg einschlägt, müsste er zwingend Teil eines größeren, substanziellen Plans sein – eines Vorhabens, das die Beschaffung einer neuen U‑Boot‑Plattform aus aktueller Fertigung nicht nur vorsieht, sondern auch tatsächlich umsetzt. Gemeint ist ein ozeanisches System mit Abschreckungsfähigkeit, das dem Land den Betrieb für die kommenden Jahrzehnte sichert – und nicht lediglich für die nächsten Jahre.
Zugleich darf im aktuellen Klima politischer Kleinlichkeit die Perspektive aus der Staatsführung nicht ausgeblendet werden, die einer bekannten Maxime der nationalen Politik folgt: Übergangs- oder Notentscheidungen werden am Ende dauerhaft und endgültig. Beispiele gibt es reichlich – und während man diese Zeilen liest, dürfte dem einen oder anderen sofort eines einfallen.
Gerade deshalb erscheint die Beschaffung von Second‑hand‑U‑Booten, denen nur noch wenige Nutzungsjahre bleiben und die vor allem eine Ausbildungsrolle erfüllen würden, erneut als „doppelschneidiges Schwert“, sofern ihr nicht die politische Entscheidung folgt, sie rechtzeitig durch eine neue Generation konventionell angetriebener Angriffs-U‑Boote zu ersetzen.
Schließlich – angesichts dessen, wie sich die offizielle Entscheidung Monat für Monat weiter verzögert, und im Bewusstsein, dass es sich im Falle einer Umsetzung tatsächlich um die bedeutendste Investition in der Verteidigungspolitik der letzten 40 Jahre handeln würde – drängt sich noch eine weitere Maxime der nationalen Politik auf: die Angelegenheit so lange hinauszuzögern, bis jemand anderes sie übernehmen muss, und die Beschaffung sowie Bewertung neuer U‑Boote für die Armada Argentina weiterhin in den Ministerialbüros „den Schlaf der Gerechten“ schläft.
Fotografien dienen nur zur Illustration.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen