Zum Inhalt springen

GCAP: Vereinigtes Königreich, Japan und Italien schließen Design-Reviews für den Triebwerksdemonstrator ab

Vier Ingenieure in Überalls diskutieren vor einem Jetantrieb im Hangar mit einem Kampfjet im Hintergrund.

Fortschritte beim GCAP-Triebwerk: neue Design-Reviews abgeschlossen

Nach spürbaren Fortschritten bei der Entwicklung des Triebwerks für das künftige Kampfflugzeug der sechsten Generation im Rahmen des Global Combat Air Programme (GCAP) haben Vereinigtes Königreich, Japan und Italien eine weitere Serie von Design-Reviews erfolgreich abgeschlossen. Damit rückt das Programm näher an den Aufbau und die anschließenden Bodentests eines Technologiedemonstrators heran. Der erreichte Stand gilt als wichtiger Schritt, um die Architektur des Triebwerksverbunds zu verifizieren, der das Flugzeug später antreiben soll.

👉 Weiterlesen: Russlands Streitkräfte könnten durch 30.000 Soldaten und neue ballistische Raketen aus Nordkoreanischer Lieferung verstärkt werden

Konsortium Rolls-Royce, IHI und Avio Aero: Fertigung und Komponententests

Die Arbeiten erfolgen durch das Konsortium aus Rolls-Royce (Vereinigtes Königreich), IHI Corporation (Japan) und Avio Aero (Italien), das für das Energie- und Antriebssystem des GCAP verantwortlich zeichnet. Nach dem Bestehen der jüngsten technischen Prüfungen bewegt sich das Vorhaben in Richtung der finalen Freigabe des Demonstrator-Designs für das neue Triebwerk, während die Fertigung einzelner Bauteile parallel weiterläuft.

Bislang wurden bereits mehr als einhundert Versuche an verkleinerten Komponenten durchgeführt. Deren Ergebnisse sollen sowohl die kommenden Bodentests stützen als auch kritische Erkenntnisse liefern, die in die Entwicklung der späteren endgültigen Triebwerksanlage einfließen.

Der Demonstrator ist ein zentrales Element, um technologische Risiken vor der Serienfertigung des einsatzfähigen Triebwerks zu verringern. Neben der Validierung neuer Engineering-Lösungen und der Integration der verschiedenen Subsysteme soll er ebenso Werkzeuge, Fertigungsprozesse und Arbeitsmethoden optimieren – mit dem Ziel, die Zeiten für Auslegung und Entwicklung der künftigen Triebwerksanlage zu verkürzen.

Parallel dazu eröffnete das Konsortium im vergangenen Jahr ein gemeinsames Kollaborationszentrum in Reading (Vereinigtes Königreich). Dort arbeiten Fachleute der drei Unternehmen zusammen mit Vertretern der GCAP Agency und von Edgewing, um die internationale Koordination des Projekts weiter zu stärken.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

  • Vereinigtes Königreich beschleunigt die Entwicklung von Technologien für sein künftiges Kampfflugzeug der sechsten Generation mit einer Investition von fast £1.000 Millionen
  • Der Patrouillenboot Centinela der Spanischen Marine führt eine Überwachungsoperation im Alborán-Meer durch

„Fliegendes Kraftwerk“: Energie- und Wärmelasten als Triebwerksanforderung

Als besonders prägend für das neue Antriebssystem gilt, dass es deutlich mehr leisten soll als nur den erforderlichen Schub für den Jäger bereitzustellen. Phil Townley, Director of Future Defence Programmes bei Rolls-Royce, erklärte, das Triebwerk sei als echtes „fliegendes Kraftwerk“ konzipiert, um die hohen Energie- und Wärmeanforderungen zu beherrschen, die Sensoren der nächsten Generation, Systeme der elektronischen Kampfführung sowie künftige Hochleistungswaffen an die Plattform stellen werden. Diese Fähigkeit sei entscheidend, um die erwarteten Leistungswerte einer Plattform der sechsten Generation abzusichern.

Industrielle Zusammenarbeit und nächste Schritte im GCAP-Zeitplan

Auch von Unternehmensseite wurde die strategische Bedeutung der industriellen Kooperation hervorgehoben. Edoardo Curti, verantwortlich für den Defence-Bereich bei Avio Aero, betonte, die erzielten Fortschritte seien ein bedeutender Meilenstein, um eine langfristige Partnerschaft zwischen den drei Herstellern zu festigen. Noriyuki Nakamura, technischer Berater der IHI Corporation, verwies darauf, dass das Programm japanische Triebwerkstechnologien mit der Erfahrung der europäischen Partner zusammenführen werde, um das „Herz“ der nächsten Generation von Kampfflugzeugen zu entwickeln – und zugleich die Ausbildung von Spezialtalenten sowie neue industrielle Fähigkeiten voranzutreiben.

Diese Entwicklung erfolgt nur wenige Wochen nachdem die Regierungen des Vereinigten Königreichs, Italiens und Japans Edgewing einen zweiten internationalen Vertrag über 4.600 millones Pfund Sterling zur Fortsetzung der Entwicklung des künftigen Kampfflugzeugs der sechsten Generation erteilt hatten. Die Vereinbarung soll es ermöglichen, in den kommenden 18 Monaten das detaillierte Flugzeugdesign weiter voranzutreiben, während mehrere Industriekonsortien gleichzeitig an kritischen Komponenten arbeiten – darunter das Antriebssystem.

Mit dem Ziel, das neue Flugzeug bis etwa 2035 einzuführen, verfolgt das GCAP weiterhin eine parallele Entwicklung von Plattform, Sensorik, Kommunikation und dem Triebwerk, das sowohl den Schub als auch die für die zukünftigen Kampfsysteme benötigte elektrische Leistungsbereitstellung liefern muss.

Bilder dienen ausschließlich der Illustration.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen