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Sukhpal Singh Ahluwalia: Von Uganda zu Euro Car Parts und Indien-Rallye

Mann mit Turban steht auf einem Pflasterplatz vor drei klassischen Sportwagen vor einem historischen Gebäude.

Als Sukhpal Singh Ahluwalia gerade 13 Jahre alt war, erklärte Ugandas Diktator Idi Amin, Gott habe ihm aufgetragen, die rund 80.000 ugandischen Asiaten aus dem Land zu weisen. Sie erhielten 90 Tage Zeit, um auszureisen.

Schon als Kind hatte Sukhpal seine Begeisterung für Autos entdeckt, wenn er seinen Vater im Ford Cortina MkI zu den drei Total-Tankstellen der Familie in Jinja begleitete, einer rund 80 Kilometer östlich der ugandischen Hauptstadt Kampala gelegenen Stadt. Nun kamen sie als Flüchtlinge mittellos bei RAF Greenham Common an.

Erst ein Jahr später konnte die Familie schliesslich in einer Sozialwohnung in London untergebracht werden.

Fotografie: Huckleberry Mountain

„Kannst du dir vorstellen, welche Autos ich damals in London gesehen habe? Das war das Erste, was mich beeindruckt hat“, erinnert er sich. „Da waren Jaguar XJ6 und E-Types, grosse Mercedes-Limousinen. Hier gab es einfach alles. Es war wie ein Traum.“

Sukhpal Singh Ahluwalia entdeckt den Handel

Seine Teenagerjahre waren von harter Arbeit geprägt: morgens Zeitungen austragen, nachmittags und abends im Laden arbeiten. Am Wochenende stand er samstags auf dem Portobello Market und sonntags auf der Petticoat Lane.

„Auf den Märkten lernte ich die Grundlagen des Handels kennen: kaufen und verkaufen, Kundenbeziehungen und so weiter. Einfache Arbeiten haben mich aber nie gestört. Toiletten putzen oder was auch immer – ich habe es gemacht, um Geld zu verdienen.“

Irgendwann hatte er genug Geld für sein erstes eigenes Fahrzeug gespart. Wie bei so vielen anderen war es mit 17 Jahren ein Yamaha-F1S-E-Moped.

„Eines Tages blieb es vor Dutch & Dutch Commercial in Cricklewood liegen. Es regnete in Strömen, also lief ich in den Laden, um trocken zu bleiben. Ich tat so, als würde ich mir Immobilien anschauen, doch eines der Objekte fiel mir tatsächlich auf. Es war ein Geschäft für Autozubehör, für das sie den Mietvertrag verkaufen wollten.“

Während Sukhpal die 5.000 £ auftreiben konnte, ging das Unternehmen insolvent und schloss. Als es anschliessend unter seiner Leitung wiedereröffnete, verlängerte er die Öffnungszeiten und wies keinen möglichen Kunden ab.

„Egal, was du haben wolltest – ob Zündkerze oder Motor –, die Antwort war immer ja. Danach fanden wir heraus, wie wir es beschaffen konnten.“

Der Laden entwickelte sich erfolgreich. Gleichzeitig lebte Sukhpal seine Benzinleidenschaft aus und besserte seine Einnahmen auf, indem er bei Auktionen Autos kaufte, sie reparieren liess und weiterverkaufte. Für ihn war das ein Hobby.

„Ich kaufte sportliche, interessante Modelle wie einen BMW 320i, einen 635CSi, Triumph Stag und TR7. Ich hatte ein gutes Netzwerk von Mechanikern, die sie instand setzten, und ein paar Wochen später brachte ich sie wieder zur Auktion.“

Von Highway Autos zu Euro Car Parts

Sukhpal gab seinem Geschäft einen neuen Namen und machte aus Highway Autos Euro Car Parts ... Sie können sich denken, wohin das führte.

„Um eine 35-jährige Reise abzukürzen: Wir gingen von einem Lagerhaus und der Spezialisierung auf europäische Autos dazu über, Filialen in Birmingham und Manchester zu eröffnen und dann Ersatzteile für alle Arten von Autos im ganzen Land zu liefern. Wir wurden zum grössten Autoteilehändler im Vereinigten Königreich und beschäftigten fast 6.000 Menschen.“

Nachdem er das Unternehmen 2011 zu einem, wie er es nennt, „fairen Preis“ verkauft hatte – 225 Mio. £ im Voraus sowie weitere mögliche Boni in Höhe von 55 Mio. £ –, blieb Sukhpal im Vorstand. Ende 2018 zerstritt er sich jedoch endgültig mit den amerikanischen Eigentümern und schied aus.

Eigentlich wollte er sich auf das Immobiliengeschäft konzentrieren, das er gemeinsam mit seinen drei Söhnen aufgebaut hatte. Doch 2023 ergab sich eine Gelegenheit: Sukhpal wurde geschäftsführender Vorsitzender eines früheren Wettbewerbers, GSF Car Parts.

„Wir besitzen das Unternehmen jetzt seit fast zwei Jahren. Im ersten Jahr steigerten wir den Umsatz um 21 Prozent, im zweiten um weitere 20 Prozent. Wir haben dem Unternehmen neue Energie gegeben, Geld investiert, Systeme umgestellt und neue Lieferwagen gekauft. Bei uns haben die Menschen vor Ort Priorität.“

Klassiker-Sammlung und Rallye durch Indien

Dieser Mann kennt sich mit Autoteilen aus – ein Vorteil angesichts seiner heutigen Klassiker-Sammlung. Neben einem modernen BMW i7, einem Bentley Mulsanne und einem Ferrari 296 besitzt Sukhpal auch einen XK140, einen E-Type, viele Mercedes-Cabriolets, einige Ferraris und einen Porsche 911 Targa.

Die Autos werden allerdings nicht für immer hierbleiben: Sukhpal plant inzwischen, sich nach Indien zurückzuziehen und seine Sammlung mitzunehmen.

„Einer meiner Träume ist es, eine Rallye vom Norden in den Süden Indiens zu veranstalten. Und ganz allgemein gilt: Wenn ich mich für etwas engagiere, wird es früher oder später Realität. Es ist schwierig, Klassiker in Indien zu fahren. Die Einfuhr der Autos wird mittlerweile erlaubt, aber auf öffentlichen Strassen darf man sie nur bewegen, wenn sie Teil einer Rallye oder etwas Ähnlichem sind. Ich möchte Politiker treffen, um herauszufinden, ob wir das ändern und in Indien eine noch stärkere Klassiker-Kultur schaffen können.

„Vorerst möchte ich jedoch Interesse für eine landesweite Rallye wecken und Menschen bitten, sich zu melden, wenn sie dabei sein möchten. Ich will sie wirklich verwirklichen. Hunderte Autos wären grossartig. Das wäre ein fantastischer Anblick.“

Dann betrachten Sie dies als offizielle Interessensbekundung von TG.

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