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Audi A2 und R8: zu clever für ihr eigenes Wohl

Zwei geparkte Audi-Autos auf betoniertem Platz, ein Sportwagen und ein kompakter Kleinwagen.

Audi R8: der zugängliche Supersportwagen

A2 und R8 verbindet deutlich mehr, als man angesichts eines hohen, langsamen Schrägheckwagens auf der einen und eines echten Mittelmotor-Supersportlers auf der anderen Seite vermuten würde. Beide standen für jenes Selbstvertrauen und jene Innovationskraft, die Audi während seiner Hochphasen in den Achtzigern, Neunzigern und Nullerjahren so mühelos auszustrahlen schien.

Der R8 ist dabei natürlich leichter ins Herz zu schließen. Er kam als quattro auf den Markt, sah großartig aus – und tut das noch immer –, besaß einen hochdrehenden V8-Saugmotor und ein Schaltgetriebe. Er erinnerte ein wenig an einen früheren, unerwarteten Supersportwagen eines ingenieursgetriebenen Herstellers: den Honda NSX. Der R8 war ein echter Supersportwagen, jedoch ohne dessen Griesgrämigkeit und gelegentliche Tücke. Und wirklich ernsthaft: Sein Motor drehte bis 8.000 U/min, während das Fahrverhalten eine herrlich präzise Anpassung an die eigene Fahrweise erlaubte.

Anders als viele Audi-Modelle dieser Zeit wirkte er keineswegs distanziert. Er lag flach und breit auf der Straße, während Cockpit und Sitz den Fahrer förmlich umschlossen: Man war Teil des Fahrzeugs statt bloß dessen Lenker. Die Karosserie war außerordentlich steif, die Federung und Dämpfung arbeiteten mustergültig geordnet zusammen.

Trotzdem war er ein freundliches Auto. Dank seiner Traktion und Ausgewogenheit schleuderte er seinen Fahrer nicht einfach von der Straße. Im Innenraum fehlte es an keiner modernen Ausstattung. Dazu kamen Audis vertrauter Anspruch an langlebige Qualität und hochwertige Materialien im Cockpit. Der R8 war dafür gedacht, gefahren zu werden – und danach noch viel mehr. Wer mehr Emotion oder Glamour wollte, bekam bald darauf den Spyder und den V10.

Audi A2: maximale Effizienz statt Emotion

Beim A2 standen Emotion und Glamour hingegen sehr weit unten auf der Prioritätenliste. Dieses Auto war kompromisslos rational und folgte einer klaren Mission: möglichst viel Auto bei möglichst wenig Kraftstoffverbrauch. Es war komfortabel, und sein Design war – natürlich, weil Audi – sorgfältig durchdacht und hochwertig ausgeführt. Entscheidend waren jedoch die Kraftstoffeinsparung und ein kleinerer CO2-Fußabdruck. Der A2 war extrem leicht, was beim Beschleunigen den Verbrauch senkt, und zugleich aerodynamisch ausgesprochen günstig, was beim schnellen Reisen denselben Effekt hat. Wie leicht genau?

Dank Audis wegweisender Aluminiumkonstruktion, aus der später auch der R8 hervorging, blieb die wichtigste Benzinversion unter 900 kg. Das war bemerkenswert, schließlich bot der Wagen vier Personen ausreichend Platz, einen ordentlichen Kofferraum und Türen, die mit dem massiven Schlag einer Bunkertür ins Schloss fielen, den man von einem Audi erwartete. Er war kein wackeliges Wissenschaftsexperiment. Und nebenbei machte er sogar ziemlich viel Spaß.

Er fühlte sich agil an und reagierte präzise. Audi neigte dazu, unausgegorene vierrädrige Teigkugeln auf die Räder zu stellen, doch der A2 gehörte nicht dazu.

Weshalb A2 und R8 vom Markt verschwanden

Dennoch gerieten sowohl A2 als auch R8 etwas aus der Spur. Beim A2 war die Erklärung schlicht: Kraftstoff blieb zu günstig. Das klingt zwar oberflächlich, doch der A2 wurde als Kleinwagen wahrgenommen, kostete aber doppelt so viel wie die meisten Konkurrenten. Diese Differenz ließ sich durch die Einsparungen beim Tanken niemals wieder hereinholen.

Hinzu kam, dass er den Platz eines A3 bot – also kauften viele Menschen instinktiv gleich einen A3. Eine höhere Zahl bedeutete schließlich wohl auch eine höhere Position im Modellprogramm, oder? Der A3 war konventionell begehrenswert und wirkte hochwertig, während der A2 etwas eigenwillig und technokratisch daherkam. Den Nachbarn musste man ihn erst erklären.

Der R8 war zwar keineswegs ein Flop, doch nach zwei Generationen überraschte es kaum jemanden, dass er still und leise in die Leichenhalle rollte. Zu wenige Käufer wünschen sich einen alltagstauglichen Supersportwagen. Supersportwagen sind Wahnsinn.

Wahrscheinlich waren A2 und R8 beide ein wenig zu clever für ihr eigenes Wohl. Darin zeigte sich Audis Selbstbewusstsein. Es waren enorm befriedigende technische Leistungen, die dem Bauchgefühl jedoch nicht ganz genügend Raum ließen. Das hindert die Geschichte nicht daran, beide wohlwollend zu beurteilen.

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