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McLaren W1: Technik im Detail

Oranger Sportwagen mit schwarzem Dach und Heckflügel auf Rennstrecke aus der Vogelperspektive.

ELEKTRISCHER SCHUB

Das E-Modul im W1 umfasst einen Radialfluss-Elektromotor, ähnlich den Aggregaten aus der F1. Er dreht bis zu 24.000 U/min, wiegt lediglich 20 kg und steuert 342 bhp bei. Gekoppelt ist er an eine Motorsteuerung und wird von einer 1.384-kWh-Batterie versorgt.

Untergebracht in einem Hohlraum des W1-Monocoques, ist das System vollständig geschützt und zugleich möglichst tief montiert, um den Schwerpunkt zu unterstützen. Bei einem Trockengewicht von 1.399 kg liegt das Leistungsgewicht bei 899 bhp pro Tonne.

FEDERZEIT

Vorn arbeitet die Radaufhängung mit Torsionsstäben aus Titan und einer aktiven, quergekoppelten Hubanbindung. Hinten kommen eine Z-Stange sowie aktive Koppelstangen zum Einsatz, um die Vertikalbewegungen des Fahrzeugs bestmöglich zu steuern. Die vorderen Achsschenkel und Querlenker werden im 3D-Druck aus Titan gefertigt.

Zudem ist dies der erste McLaren für die Straße mit Schubstangen, die mit innenliegenden Dämpfern verbunden sind – zugunsten einer verbesserten Aerodynamik.

ANTRIEBSKRAFT

Der Motor ist ein komplett neu entwickelter 3.988-cm³-V8 mit zwei Turboladern von McLaren. Er besitzt einen leichten Motorblock, Zylinderköpfe und Kolben und nutzt eine Direkteinspritzung mit 350 bar sowie eine Saugrohreinspritzung.

Zu den Besonderheiten zählen per Plasmaspray beschichtete Zylinderlaufbahnen. Der Ventiltrieb verwendet gleitende Schlepphebel mit einer diamantähnlichen Kohlenstoffbeschichtung, um die Reibung zu senken, während eine interne viskose Kurbelwellendämpfung verbaut ist. Das Aggregat dreht bis 9.200 U/min – höher als jeder frühere McLaren-Motor – und liefert allein ein maximales Drehmoment von 664 lb ft (insgesamt 988 lb ft).

FASERLEICHT

Das Aerocell-Monocoque des W1 besteht aus Prepreg-Kohlefaser, der komplexesten und teuersten Form der Verbundwerkstofffertigung. Die Torsionssteifigkeit des W1 beträgt 51.000 Nm/Grad.

DURCHSTRÖMUNG

Die unteren Befestigungspunkte der vorderen Radaufhängung sind direkt in das Chassis integriert, weshalb kein vorderer Hilfsrahmen erforderlich ist. Dadurch kann die Luft unter dem Fahrzeug gleichmäßiger strömen. McLaren musste auf beiden Seiten der Wanne spezielle Aussparungen für das Lenkgetriebe schaffen; dieses selbst sitzt nun näher an der Radmitte.

RÜCKWÄRTSZUG

Der McLaren Active Long Tail fährt über einen 180°-Bogen bis zu 300 mm nach hinten aus und ragt damit deutlich über das Heck des W1 hinaus. Der maximale Abtrieb beträgt 1.000 kg bei 174 mph.

PROAKTIV

Im Race-Modus verändern Elektromotoren die Stellung des Frontflügels: Ein mittlerer Bereich leitet Luft stromabwärts zu einem von der F1 inspirierten Kiel, während die äußeren Sektionen vorderen Abtrieb erzeugen. Beim Bremsen wird dieser Luftstrom umgelenkt, um die Kühlung zu verbessern und gleichzeitig die Aero-Balance nach hinten zu verlagern.

Sie möchten noch mehr W1-Qualitäten? Wir haben ihn nach Mugello und auf die umliegenden Straßen mitgenommen. Dabei zeigte sich: Er ist „eines der großartigsten Autos, die wir je getestet haben“.

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