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Elektroautos: Warum der Medianpreis trotz sinkender Batteriekosten steigt

Weißes Elektroauto mit futuristischem Design steht in modernem Showroom mit großen Fenstern und Digitalbildschirm.

Das wirkt zunächst widersprüchlich: Die Preise für Batterien sinken kontinuierlich, ebenso die Preise für Elektroautos. Dennoch ist der Medianpreis von Elektroautos in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts ISI. Untersucht wurden mehr als 100.000 Konfigurationen von in Deutschland angebotenen Pkw aus den Jahren 2020 bis 2025.

Der Grund liegt in der Veränderung des Angebots. Während die realen Preise vergleichbarer Modelle zurückgingen, kamen zahlreiche größere und teurere Elektroautos aus höheren Segmenten auf den Markt. Dadurch stieg der Preis am Mittelpunkt des gesamten Angebots.

Elektroautos: günstiger, aber zugleich hochwertiger ausgestattet

Um die tatsächliche Preisentwicklung zu ermitteln, verfolgten die Forschenden einzelne Modelle über mehrere Jahre und bereinigten die Daten um die Inflation. Darüber hinaus berücksichtigten sie Veränderungen bei Merkmalen wie Gewicht, Leistung, Batteriekapazität und Reichweite.

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die Preise vergleichbarer Elektroautos sanken zwischen 2020 und 2025 real um rund 18%. Bei Modellen mit Verbrennungsmotor stiegen die Preise dagegen, ebenfalls inflationsbereinigt, um etwa 2%.

Im gleichen Zeitraum gingen die weltweiten durchschnittlichen Batteriekosten real um 35% bis 37% zurück. Nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, fiel der Rückgang mit 21% bis 24% geringer aus.

Die niedrigeren Batteriekosten wurden folglich nicht vollständig an den Listenpreisen sichtbar. Nach Einschätzung der Forschenden deutet die um rund ein Drittel höhere durchschnittliche Reichweite darauf hin, dass ein Teil dieser Entwicklung in größere Batterien, Verbesserungen an den Fahrzeugen oder den Ausgleich von Forschungs- und Entwicklungskosten für Elektroplattformen geflossen ist.

Warum stieg der Medianpreis von Elektroautos?

Der Median bezeichnet den Wert genau in der Mitte einer Verteilung: Die Hälfte der Konfigurationen liegt preislich darunter, die andere Hälfte darüber. Anders als der Durchschnitt wird er weniger stark von wenigen besonders teuren Modellen beeinflusst.

Genau dieser Median ist gestiegen. Obwohl die realen Preise vergleichbarer Modelle sanken, erhöhte sich der nominale Medianpreis der in Deutschland angebotenen Elektroautos um 42%: von rund 38.000 Euro im Jahr 2020 auf 54.000 Euro im Jahr 2025.

Auch bei Pkw mit Verbrennungsmotor stieg der Wert, allerdings deutlich weniger stark. Der nominale Median erhöhte sich um 15%, von etwa 41.000 auf 46.000 Euro.

Das veränderte Angebot treibt die Medianpreise

Der Unterschied ist vor allem auf den Wandel des Modellangebots zurückzuführen. Im untersuchten Zeitraum stieg die Zahl verfügbarer Elektroautomodelle von 38 auf 159. Ein großer Teil dieses Zuwachses entfiel jedoch auf die mittleren und oberen Mittelklassesegmente, in denen größere und naturgemäß teurere Fahrzeuge dominieren.

2025 machten die mittleren und oberen Mittelklassesegmente bereits 73% der verfügbaren Elektroautomodelle aus. In den Segmenten der Kleinst- und Kleinwagen blieb das Angebot dagegen begrenzt: Dort standen 19 Elektroautomodelle 35 Angeboten mit Verbrennungsmotor gegenüber.

Die Studie zeigt damit, dass ein Markt zugleich wettbewerbsfähiger und auf dem Papier teurer werden kann. Die realen Preise vergleichbarer Elektroautos sind gesunken, doch das Angebot hat sich mit größeren Modellen, mehr Ausstattung und Technik oder höherer Reichweite ebenfalls verändert. Das ließ den nominalen Medianpreis des Angebots steigen.

Elektroautos wurden günstiger, wenn wirklich Vergleichbares gegenübergestellt wird. Was weiterhin fehlt, sind mehr bezahlbare Modelle in den unteren Segmenten.

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