Ende der 1990er-Jahre feierte die portugiesische Band D’Arrasar mit einem Lied namens „Du bist die Königin der Nacht“ Erfolge. Gut 20 Jahre später ließe sich durchaus eine Version für den Škoda Superb Combi schreiben – unter dem Titel „Du bist die Königin des … Raums“.
Der kürzlich überarbeitete Kombi des ursprünglich 2015 eingeführten Superb setzt weiterhin vor allem auf sein großzügiges Raumangebot. Dafür bringt er fast 5,0 m Länge mit, exakt sind es 4,86 m.
Im Fond erklärt die Beinfreiheit unmittelbar, weshalb die Limousinenvariante – tatsächlich ein fünftüriges Schrägheck und kein klassischer viertüriger Dreikastenwagen – häufig für staatliche Aufgaben ausgewählt wird. Der hier getestete Kombi ergänzt dieses Platzangebot jedoch um noch mehr Vielseitigkeit und einen riesigen Kofferraum mit insgesamt 660 l.
Großzügige Ergonomie im Škoda Superb Combi
Auch bei der Ergonomie erweist sich die sachliche Gestaltung des Innenraums im Superb Combi als Vorteil.
Sämtliche Bedienelemente sitzen dort, wo man sie erwartet. Ein Beispiel, dem der jüngere Scala folgen könnte, der sich bereits dem Trend zum Verzicht auf physische Tasten angeschlossen hat.
Das Infotainmentsystem folgt wiederum der bekannten Škoda- und generell Volkswagen-Konzern-Linie: Es ist intuitiv, unkompliziert bedienbar und umfassend ausgestattet, ohne mit einer übermäßigen Zahl an Menüs zu überfordern.
Die zurückhaltende Linie des Interieurs setzt sich außen fort. Optisch fällt das Facelift des Superb dezent aus: Neu sind LED-Matrix-Scheinwerfer an der Front – eine Premiere für die tschechische Marke –, LED-Leuchten am Heck, überarbeitete Stoßfänger und ein größerer Kühlergrill.
Das Ergebnis bewahrt die Souveränität, für die das Modell stets bekannt war, und seine „ministerielle“ Ausstrahlung gefällt mir durchaus. Weniger überzeugend ist die starke Ähnlichkeit zum kleineren Octavia, die den Superb praktisch schon seit seiner ersten Generation begleitet.
Beim Škoda Superb Combi bleibt Diesel sinnvoll
Unter der Motorhaube des Škoda Superb Combi arbeitete ein 2.0 TDI mit 190 PS – und diese Kombination harmoniert ausgesprochen gut.
In Verbindung mit dem Siebengang-DSG zeigt sich der Motor willig, kräftig und sogar angenehm, zumindest gut gedämmt. Seine größte Stärke liegt jedoch darin, dass er schnelle Langstreckenfahrten ermöglicht, ohne dass man dafür einen Tanklaster mitführen müsste.
Die Verbrauchswerte, die ich auf knapp 1000 km am Steuer des Superb Combi erzielte, bestätigen mich darin, dass ein Diesel in Fahrzeugen dieser Art weiterhin seine Berechtigung hat.
Welche andere Antriebsart erlaubt einem Auto in den Dimensionen des Superb Combi schließlich rund 5,5 l/100 km bei einer Fahrt, die Landstraßen, Autobahnen und sogar die eine oder andere Bergstrecke umfasst? Und in der Stadt schnellt der Verbrauch nicht in die Höhe, sondern bleibt bei 7 bis 7,5 l/100 km.
Diesel-Kritiker mögen mir verzeihen, doch das sind Werte, die sonst eher Kleinwagen erreichen – oder Modelle, deren Sparsamkeit von Disziplin und der Bereitschaft abhängt, sie „an die Steckdose zu hängen“ (also Plug-in-Hybride). Mehrfach zeigte der Bordcomputer zudem eine Reichweite von deutlich über 1000 km an.
Familientauglich und dennoch dynamisch kompetent
Trotz seiner klaren Ausrichtung auf Familienaufgaben enttäuscht der Škoda Superb Combi dynamisch nicht. Er ist nicht das aufregendste Modell seiner Klasse und will es auch nicht sein, doch seine Reaktionen bleiben stets neutral und berechenbar. Das vermittelt die Sicherheit, die man von einem Fahrzeug mit unverkennbarer Familienausrichtung erwartet.
Hinzu kommen eine beneidenswerte Autobahnstabilität sowie ein Komfort- und Ruhelevel, das ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter für sehr lange Etappen macht.
Im Stadtverkehr erinnern seine Abmessungen dagegen daran, dass dies ein „zu kleines Aquarium für einen so großen Fisch“ ist.
Ist der Škoda Superb Combi das richtige Auto für mich?
Um die zu Beginn dieses Textes aufgeworfene Frage zu beantworten: Der Superb Combi ist weit mehr als nur ein Maßstab beim Platzangebot.
Mit seinem Dieselmotor ruft er in Erinnerung, warum sich der Markt vor noch gar nicht so vielen Jahren in diese Antriebe „verliebt“ hatte. Er ist ein geborener Langstreckenwagen und lädt zu ausgedehnten Familienreisen ein, ohne dass der Verbrauch besondere Sorgen bereiten müsste.
Wer also ein Auto mit dezenter Optik, bemerkenswerten Verbrauchswerten, Langstreckentauglichkeit ohne Beschwerden der Mitfahrenden und einem Raumangebot sucht, um das ihn manche Einzimmerwohnung in der Stadt beneiden würde, für den könnte der Škoda Superb Combi genau die richtige Wahl sein.
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