Inspiriert vom Konzeptfahrzeug Morphoz rückt der Renault Mégane eVision trotz seines ebenfalls noch experimentellen Status deutlich näher an das heran, was später als Serienmodell zu sehen sein wird. Doch wie nah genau?
Renault zufolge verkörpert der Mégane eVision bereits 95 % des endgültigen Fahrzeugs, dessen Fertigung Ende 2021 in Frankreich beginnen soll.
Als Prototyp bündelt der Mégane eVision in seiner kompakten Karosserie – mit nur 4,21 m Länge ist er 14 cm kürzer als der derzeit angebotene Mégane – mehrere Premieren und gibt zugleich einen Ausblick auf den Nachfolger des Mégane.
Renault Mégane eVision als kompakter Crossover
Eine erste Schlussfolgerung liegt nahe: Der Nachfolger des Renault Mégane wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Crossover. Ein Gerücht, das seit einigen Monaten kursiert und vom Mégane eVision nahezu bestätigt wird. Renault beschreibt es so:
„Der Mégane eVision steht für die Neuerfindung eines für Renault entscheidenden Segments. Er repräsentiert die Zukunft der ‚Kompaktklasse‘, die fest in ihren Innenraumabmessungen und ihrem Platzangebot verankert ist. Der Mégane eVision führt die Geschichte des Mégane fort, der seit 25 Jahren das Flaggschiff der kompakten Renault-Modellreihe ist, und positioniert ihn eindeutig in der modernen Welt.“
Es handelt sich um den klassischen kompakten Familienwagen mit zweibändiger Karosserie und fünf Türen, also ein Hatchback – allerdings in „neu erfundener“ Form, wie Luca de Meo, der aktuelle CEO der französischen Marke, erklärte: „Der Mégane eVision erfindet den Mégane neu (…)“.
Wird der Mégane-Nachfolger ausschließlich elektrisch?
Die CMF-EV-Plattform, auf der dieses Konzeptfahrzeug basiert, wurde speziell für Elektroautos entwickelt. Sie entstand gemeinsam mit Nissan, dem Renault-Partner innerhalb der Allianz, und wird auch den Ariya tragen, das neue elektrische SUV der japanischen Marke. Renault hat zudem eine ganze Familie von Elektrofahrzeugen auf CMF-EV-Basis angekündigt; für die Plattform sind bereits mehr als 300 Patente registriert.
Ob das Modell ausschließlich elektrisch angeboten wird, ist noch nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass seine gezeigten Proportionen gerade wegen der speziell für Elektroautos ausgelegten Plattform möglich sind.
Kompakte Abmessungen und großzügiger Innenraum
Wie zu erkennen ist, fällt die Front des Mégane eVision kürzer aus als üblich. Sein Radstand von 2,70 m liegt 4 cm über dem des aktuellen Mégane und ist angesichts der lediglich 4,21 m Gesamtlänge – 5 cm weniger als beim Volkswagen ID.3 – ausgesprochen großzügig. Dadurch können die 20-Zoll-Räder (245/40 ZR 20) weit an die Ecken der Karosserie rücken, was auf großzügige Platzverhältnisse schließen lässt.
Mit 1,80 m Breite bewegt er sich auf dem Niveau eines heutigen Kompaktwagens. Die Höhe von 1,55 m ordnet ihn zwischen konventionellen Pkw und SUVs ein.
Trotz seiner Crossover-Gene, zu denen die erhöhte Bodenfreiheit gehört, hebt Renault die geringe Bauhöhe des neuen Elektroautos hervor. Möglich wird sie durch die ultraflache Batterie: Sie ist nur 11 cm hoch und laut de Meo die flachste auf dem Markt. Das erlaubt optimierte Proportionen und eine bessere Aerodynamik.
450 km Reichweite, mit Potenzial für mehr
Der Akku besitzt eine Kapazität von 60 kWh und ermöglicht eine Reichweite von 450 km im WLTP-Zyklus. Luca de Meo verweist zudem auf das Potenzial für Varianten mit noch größerer Reichweite.
Der von der Batterie gespeiste Elektromotor sitzt vorn und treibt die Vorderräder an. Er leistet 160 kW beziehungsweise 218 PS und entwickelt 300 Nm Drehmoment. Renault nennt außerdem weniger als 8,0 s für den klassischen Sprint von 0 auf 100 km/h sowie eine Masse von 1650 kg.
Bilder des Innenraums gibt es noch nicht. Renault stellt jedoch neben großzügigen Innenraummaßen ein fließend gezeichnetes, schlankes Armaturenbrett sowie einen modularen Innenraum mit integrierten Ablagefächern in Aussicht.
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