Xpeng wächst in Europa kräftig. Das liegt auch daran, dass die chinesische Marke zur richtigen Zeit die passenden Produkte anbietet. Ich konnte den neuen L03 kennenlernen, das günstigste Modell der Baureihe, und auf den ersten Blick scheint er nahezu alles richtig zu machen.
Um seinen Neustart unter dem Motto „Physical AI for all“ zu inszenieren, hat Xpeng ein ehemaliges Kraftwerk am Rand von München bezogen. Das Setting wirkt ausgesprochen modern, vielleicht sogar etwas überzogen: violettes Streiflicht und Techno-Musik beschallen die Eröffnungszeremonie, deren Höhepunkt der neue L03 ist. Seine Mission? Dem Tesla Model Y den Rang ablaufen!
Elektrisches SUV für 34.990 €: Ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar?
Dieses sympathische Elektro-SUV ist das vierte Modell im Angebot und zugleich das kleinste. Mit 4,65 Metern Länge bleibt es knapp unter den 4,76 Metern des G6. Trotzdem fällt der Preis deutlich niedriger aus: Ab 34.990 € ist er erhältlich, was ihn auf Anhieb zu einem ernst zu nehmenden Angebot macht. Das klingt vielversprechend – auch wenn ich zunächst Zweifel habe.
Wo der Preis sinkt, liegt die Vermutung nahe, dass auch bei den Leistungen gespart wurde. Den G6 mochte ich ausgesprochen gern: Werde ich beim L03 deshalb enttäuscht sein? Da chinesische Influencerinnen das Auto bereits für sich entdeckt haben, muss die gründliche Untersuchung bis zum Studiotermin am nächsten Tag warten.
Erster Eindruck vom Xpeng L03: markantes Design mit eigener Handschrift
Gründlich, aber bitte schnell! Xpeng lässt uns nur eine Viertelstunde mit dem Fahrzeug allein. Für Analyse, Fotos und das Video – das demnächst folgt – wird das knapp. Dennoch hat dieser erste Kontakt gezeigt, dass der L03 keinesfalls ein Billigmodell ist. Schon optisch macht er ordentlich Eindruck. Auf jeden Fall wirkt er stimmiger als der zu massige G6.
Das passt zu der mehrfach wiederholten Information, dass JuanMa López, ein ehemaliger Ferrari-Designer, für das Design verantwortlich ist. Das hilft natürlich. Tatsächlich präsentiert der L03 schlanke Proportionen und attraktive, lateinisch anmutende Schulterpartien. Selbst unter der wirklich ungünstigen Beleuchtung der Eisbach-Studios kommt das gut zur Geltung. Der Innenraum ist konventioneller gestaltet, macht aber dennoch einen hochwertigen Eindruck.
Unter dem riesigen Bildschirm überzeugt die Software mit hoher Geschwindigkeit
An Originalität mangelt es dem Interieur zwar etwas, doch die reduzierte Gestaltung mit dem 15,6-Zoll-Touchscreen unter XOS 6 erzeugt ein echtes Raumgefühl. Und dieses System gefällt mir sehr. Gegenüber dem G6 hat die Bedienung spürbar an Flüssigkeit gewonnen, die Software arbeitet wirklich stark. Die Ultra-Version mit ihren zwei Turing-Chips dürfte entsprechend großartig werden.
Bei der Ergonomie gibt es noch Verbesserungspotenzial, insgesamt wirkt alles jedoch sehr schnell und gestochen scharf, was den Qualitätseindruck stärkt. Der Sprachassistent wird von KI unterstützt, Over-the-Air-Updates sind zahlreich vorhanden und Google Maps übernimmt die Navigation. Auch das Lenkrad sieht weniger hässlich aus als zuvor – eine gute Entwicklung. Der hauseigene Android namens Iron ist für meinen Geschmack deutlich beunruhigender …
Innenraum: Komfort steht im Gegensatz zu deutschen Rivalen im Vordergrund
Nach diesem Exkurs zurück zum Komfort: Mit den weichen Sitzen verspricht er hervorragend zu werden. Das fiel mir sofort auf, als ich die Innenraumfotos machte. Auch das Platzangebot entspricht dem der übrigen Modelle der Marke, mit weiterhin reichlich Bein- und Kopffreiheit. Selbst auf der Rückbank bleibt die Sitzposition angenehm.
Der Boden ist eben, die Polsterung weiterhin angenehm weich. Ein deutlicher Unterschied zu den deutschen Holzbänken … Dafür fällt der Kofferraum mit lediglich 367 Litern kleiner aus. Ergänzend gibt es vorne ein Fach mit 89 Litern, bei der Performance-Version sind es 44 Liter. Autsch, damit liegt er klar unter den Rivalen.
Mit oder ohne Turing-AI-Chip: Das ist die beste L03-Version
Technisch wird der Xpeng L03 in vier Varianten angeboten. Die Basisversion Standard-Reichweite kostet 34.990 € und kombiniert eine 58,3-kWh-Batterie mit 445 km Reichweite. Die mittlere Ausführung Große Reichweite steigt für 37.990 € auf einen 71,2-kWh-Akku und bietet 520 km Aktionsradius.
Die Sprecher der chinesischen Marke erwarten, dass dies die meistverkaufte Variante wird. Dem stimme ich voll zu, denn auch ich würde sie wählen. Für Technikfans ergänzt der Große Reichweite Ultra für 42.990 € zwei Turing-AI-Chips. Der Vorteil: Das Fahrzeug bleibt weiterentwickelbar und kann Level 3 des teilautomatisierten Fahrens erreichen.
Der Vorteil der Performance-Version: 388 PS und Allradantrieb
Ganz oben rangiert schließlich die Performance Ultra mit zwei Elektromotoren, die 388 PS und 431 Nm Drehmoment leisten. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt sie in 4,5 s, während die Reichweite auf 440 km sinkt. Bei allen Varianten dauert das Laden von 10 auf 80 % 20 Minuten. Die DC-Ladeleistung richtet sich jeweils nach der gewählten Batterie.
Laden und Ausstattung: Weshalb der L03 sehr wettbewerbsfähig bleibt
Beim kleinen Akku beträgt sie 193 kW, beim großen 236 kW. Für eine reine 400-V-Plattform finde ich das bemerkenswert. Die Serienausstattung ist selbstverständlich umfangreich: LED-Scheinwerfer, elektrische Heckklappe, Panoramadach, elektrisch verstellbare, beheizte und belüftete Vordersitze, Smartphone-Schlüssel, beheizbares Lenkrad und Wärmepumpe sind enthalten.
Als einzige Optionen bleiben die Anhängerkupplung und die Farben. Das ist ausgesprochen attraktiv. Das SUV wird allerdings weiterhin in China gefertigt und kann deshalb keine Kaufprämien erhalten. Ganz gleich: Der Xpeng L03 scheint bestens aufgestellt, um dem Weg seines berühmten großen Bruders zu folgen. Hoffentlich folgen die Testfahrten bald!
Überzeugen euch dieses schlanke Design und die KI-Technologie davon, Tesla den Rücken zu kehren und Xpeng auszuprobieren? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
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