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Lexus IS 250C Cabriolet im Test: Komfort statt Sport

Weißer Lexus Cabrio fährt auf Küstenstraße bei sonnigem Wetter mit Meer und Hügeln im Hintergrund.

Lexus IS 250C: Komfort statt Sport

Der IS 250C bietet zwar vier Sitzplätze und ein versenkbares Hardtop, doch nach Angaben von Lexus soll er dem gleich grossen BMW 3er Cabrio nicht Konkurrenz machen. Manche werden das wohl begrüssen. Während der BMW auf Sportlichkeit und eine scharfe Gangart setzt, steht der IS ganz im Zeichen von Kultiviertheit.

Lexus bezeichnet den IS als das kultivierteste Fahrzeug seiner Klasse: weniger Windgeräusche, mehr Kofferraum und Beinfreiheit als die Konkurrenz, edle Schulterheizungen, eine Klimaanlage, die ihre Temperatur an die Dachstellung anpasst, und keinerlei sportliche Ambitionen.

Auf der Strasse unter sanft blauem Himmel, durch die kurvigen Pässe im Hinterland von Nizza, wirkt der IS tatsächlich ausgesprochen kultiviert. Bei geöffnetem Dach sitzen die Passagiere vorn angenehm geschützt vor dem Fahrtwind, bei geschlossenem Verdeck herrscht beinahe Stille. Aber meine Güte, Lexus hat mit dem fehlenden Sportanspruch nicht übertrieben. Der 202 PS starke 2,5-Liter-V6 überträgt seine Kraft über eine Sechsgangautomatik an die Räder – andere Motoren oder Getriebe wird es in Grossbritannien nicht geben. Ihn als behäbig zu bezeichnen, wäre noch eine Beleidigung für Fussgänger.

Schweres Cabriolet mit träger Automatik

Der IS ist ein schwerer Brocken. Um Verwindungen der Karosserie und Flexibilität des Fahrwerks weitgehend einzudämmen, haben die Toyota-Ingenieure reichlich Strukturverstärkungen verbaut. Dadurch wiegt er mit 1.730 kg rund 100 kg mehr als die Limousine und erreicht 60 mph widerwillig in neun Sekunden. Das BMW 325i Cabrio mit ebenfalls 2,5-Liter-Sechszylinder schafft diesen Wert in 7,6 Sekunden. Selbst im Sportmodus schaltet die Automatik nicht zurück, solange man nicht sein gesamtes Körpergewicht auf das Gaspedal stemmt.

Wer sich jedoch entspannt, entdeckt eine angenehm gewichtete Lenkung und Bremsen sowie ein weiches, aber souverän abgestimmtes Fahrwerk. Alles fügt sich zu einer angenehm einschläfernden Harmonie zusammen und vermittelt unmissverständlich, dass man es gemächlich angehen soll. An der kalifornischen Küste wäre der IS perfekt aufgehoben: entspannt mit The Eagles im Hintergrund über einen breiten, geraden Boulevard gleiten.

Innenraum, Verbrauch und Konkurrenz des Lexus IS 250C

Tatsächlich ist der IS nicht ganz so vornehm, wie er sich selbst einschätzt. Seine Uhr im Stil einer Digitaluhr aus den 1980er-Jahren und die vom Toyota Auris übernommenen Tasten zeigen den eigenartig stückhaften Ansatz von Lexus bei der Innenraumgestaltung. Der Audi A5 besitzt ein eleganteres und stimmigeres Interieur. Auch der Motor wirkt trotz seines ruhigen und leisen Laufs etwas aus dem vergangenen Jahrhundert. Lexus gibt für den kombinierten Verbrauch 30 mpg an, doch selbst an einem Tag mit zurückhaltender Fahrweise kamen wir nicht über 20 mpg hinaus. Der 325i erreicht 37.2mpg und stösst zudem deutlich weniger CO2 aus.

Und ist der IS – auch wenn das Geschmackssache ist – nicht etwas zu breit am Heck und mit zu kleinen Rädern ausgestattet? An der Strandpromenade von Nizza begegneten wir einem Infiniti G37 Cabrio, dem Hardtop-Cabriolet der Nissan-Luxusmarke, das im Herbst zu einem ähnlichen Preis in Grossbritannien auf den Markt kommen soll und deutlich eleganter wirkt. Es sah hervorragend aus. Wer ausschliesslich Wert auf Kultiviertheit legt, ist mit dem IS 250C gut bedient, doch seine Rivalen sind die vielseitigeren Gesamtpakete.

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