Nicht nur Reihensechszylinder und eine neue Architektur mit Hinterradantrieb prägen die nähere Zukunft von Mazda. In demselben Präsentationsdokument fand sich, etwas versteckt, auch eine Klarstellung zur Zukunft des Mazda2.
Der 2014 eingeführte Mazda2 zählt inzwischen zu den dienstältesten Modellen seines Segments. Eigentlich hätte sein Nachfolger längst vorgestellt werden müssen, denn der übliche Lebenszyklus eines Autos beträgt normalerweise sechs bis sieben Jahre. Doch dazu kam es nicht.
Mazda2: Aktualisierung zu Beginn des Jahres 2020
Anfang 2020 erhielt der Mazda2 nochmals eine Überarbeitung. Neben einer dezenten Modellpflege wurde er technisch aufgewertet und zum Mild-Hybrid. Wir konnten ihn bereits selbst fahren:
Angesichts der umfassenden Erneuerung im Segment während der vergangenen 18 Monate – durch Renault Clio, Peugeot 208, Opel Corsa, Hyundai i20 und Toyota Yaris – reicht eine zurückhaltende Modellpflege jedoch nicht aus, um konkurrenzfähig zu bleiben. Es braucht eine neue Generation.
Toyota als Partner von Mazda
Es ist kein Zufall, dass die Information zum künftigen Mazda2 im Abschnitt „Stärkung der Allianz“ stand, der sich auf die Beziehung zwischen Mazda und Toyota konzentrierte. Zwar wird auch Isuzu erstmals erwähnt – der neue Mazda-Pick-up BT-50 basiert auf dem Isuzu D-Max –, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Kooperation mit Toyota und ihrer weiteren Entwicklung in den kommenden Jahren.
Die beiden japanischen Hersteller sind sich in den vergangenen Jahren nähergekommen. Toyota hält inzwischen 5,05 % an Mazda, während Mazda 0,25 % an Toyota besitzt. Aus dieser Annäherung sind bereits ein gemeinsam errichtetes Werk in den USA sowie die geplante Entwicklung von Elektrofahrzeugen hervorgegangen.
In den nächsten Jahren soll die Partnerschaft weiter ausgebaut werden. Geplant ist beispielsweise ein Mazda-Crossover, der im bereits genannten neuen nordamerikanischen Werk produziert wird und Toyotas Hybridtechnologie nutzt. Dabei soll es allerdings nicht bleiben.
Mazda2 als verkleideter Toyota Yaris?
Auch auf dieser Seite des Atlantiks, im „Alten Kontinent“, werden die Folgen der Zusammenarbeit sichtbar: Der Nachfolger des Mazda2 soll bis Ende 2022 erscheinen – ein genauerer Termin wurde nicht genannt – und, Überraschung, auf dem neuen Toyota Yaris basieren.
Wie im Dokument erläutert wird, hängt diese Entscheidung vor allem mit den immer strengeren europäischen Emissionsvorschriften zusammen. Mazda hatte sich bereits für die CO2-Emissionsbilanz des Jahres 2020 mit Toyota zusammengeschlossen. Künftig einen Kleinwagen mit der Hybridtechnik des japanischen Großkonzerns im Programm zu haben, wäre jedoch ein entscheidender Schritt zur Senkung der durchschnittlichen Emissionen.
GA-B-Plattform und Hybridtechnik für den Mazda2
Wenn diese Technik nicht auf eine eigene Plattform angepasst werden muss, warum dann nicht gleich auch die Plattform des Yaris nutzen? Die GA-B wurde nicht nur vielfach gelobt – auch von uns –, sie ist wirtschaftlich betrachtet zudem sinnvoller als die Entwicklung einer neuen Basis für Kleinwagen. Mazda verfügt zwar über die noch junge Skyactiv-Vehicle Architecture für seine Modelle des C-Segments, doch sie ist für einen Kleinwagen wie den Mazda2 zu groß. Eine Plattform zu verlängern ist einfacher und günstiger, als sie zu verkleinern.
Der Einsatz der GA-B statt einer eigenen Basis erklärt auch, weshalb Mazda in den vergangenen Jahren kaum etwas über die Zukunft des Mazda2 verlauten ließ. Zu hören war vor allem von Reihensechszylindern, einer Architektur mit Hinterradantrieb und dem Wankelmotor als Range Extender.
Das umgekehrte Szenario gibt es bereits in den USA. Dort wird der Mazda2 nicht angeboten, doch ein Mazda2 lässt sich als Toyota kaufen – als Yaris. Mehr zu dieser Geschichte.
Offen bleibt nun, wie stark sich der kommende Mazda2 außen und innen vom neuen Toyota Yaris unterscheiden wird. Niemand möchte zu den Zeiten der Ford-Fiesta-/Mazda-121-Klone zurückkehren. Moderne Plattformen sind flexibel genug, um deutlich voneinander abweichende Modelle zu ermöglichen.
Während die Zukunft des Mazda2 damit gesichert scheint, bleibt die Frage: Was wird aus dem Mazda CX-3? Die Spekulationen können beginnen …
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