Üblicherweise würdigt ein Rennwagen einen Vorgänger mit einer erinnerungswürdigen Erfolgsgeschichte. Hinter dem neuen Koenigsegg CCGT1 steht jedoch eine ganz andere Geschichte.
Der ursprüngliche CCGT wurde 2007 vorgestellt und für die GT1-Kategorie entwickelt. Zwar absolvierte er Tests, doch nur zwei Monate nach Beginn des Programms änderten FIA und ACO das Regelwerk. Carbon-Monocoques waren fortan nicht mehr zulässig, während die für die Homologation erforderliche Mindestproduktion von 20 Fahrzeugen über mehrere Jahre auf 350 Exemplare pro Jahr angehoben wurde.
Für Koenigsegg, damals noch ein kleiner Hersteller, war das Vorhaben damit nicht mehr umsetzbar. Der einzige gebaute CCGT blieb trotz seiner gezielten Entwicklung für diesen Zweck ohne Renneinsatz.
Fast 20 Jahre später greift die schwedische Marke diese Geschichte mit dem neuen CCGT1 wieder auf. Der straßenzugelassene Hypercar basiert auf dem CC850, wurde jedoch umfassend verändert und deutlich stärker auf die Rennstrecke ausgerichtet. Laut Koenigsegg handelt es sich sogar um das bislang schnellste Rundstreckenfahrzeug der Marke.
Von einem GT1 inspiriert, aber noch extremer
Obwohl der CC850 die Grundlage bildet, wurde nahezu jedes Karosserieteil überarbeitet. Nur die Türen und das abnehmbare Dach wurden für den CCGT1 übernommen.
Der riesige aktive Heckflügel kann seinen Winkel selbstständig um 30º verändern und nimmt je nach Anforderung unterschiedliche Positionen ein: Auf Geraden senkt er den Luftwiderstand, in Kurven erhöht er den Abtrieb und beim Verzögern dient er als Luftbremse.
Bei 250 km/h erzeugt das Fahrzeug bis zu 800 kg Abtrieb. Dazu tragen außerdem ein neuer Unterboden, ein groß dimensionierter Frontsplitter, ein spezieller Diffusor, aktive Klappen, Entlüftungsöffnungen in den vorderen Kotflügeln sowie NACA-Lufteinlässe bei.
Kupplungspedal und 1600 PS
Der 5,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern leistet mit herkömmlichem Benzin 1279 PS (941 kW) und erreicht bei Betrieb mit E85 bis zu 1602 PS (1178 kW). Auch das Kühlsystem wurde überarbeitet, damit es der intensiveren Nutzung auf der Rennstrecke standhält.
Für das neunstufige Light Speed Transmission (LST) gibt es eine neue Betriebsart namens Koenigsegg Sequential Shift. Ein Kupplungspedal ist vorhanden, wird aber ausschließlich zum Anfahren benötigt. Anschließend lassen sich alle neun Gänge nacheinander über einen Hebel nahe dem Lenkrad einlegen, ohne die Kupplung erneut zu betätigen.
Diese Lösung orientiert sich am ursprünglichen CCGT. Wer ein klassischeres Fahrerlebnis bevorzugt, kann weiterhin das Engage Shift System des CC850 wählen: Es nutzt dieselbe Neungang-Transmission, um ein Sechsgang-Schaltgetriebe mit offener Schaltkulisse zu simulieren, und bietet zudem einen Automatikmodus.
Zum ersten Mal bietet Koenigsegg außerdem ein Rennstreckenpaket an. Es umfasst einen Überrollbügel aus Carbon, HANS-kompatible Sitze, eine Feuerlöschanlage, eine Rennabgasanlage, pneumatische Wagenheber, spezielle Abstimmungen für Fahrwerk und Bremsen sowie einen zweiten Radsatz mit Reifen für den Rundstreckeneinsatz.
Was kostet der Koenigsegg CCGT1?
Wie bei vielen Fahrzeugen dieser exklusiven Klasse hat Koenigsegg den Preis des CCGT1 nicht bekannt gegeben. Für Interessenten, die noch über einen Kauf nachdenken, spielt das ohnehin keine Rolle.
Es entstehen lediglich 70 Exemplare, und sämtliche Fahrzeuge hatten bereits vor der öffentlichen Präsentation des Modells einen Besitzer gefunden.
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