Diese ungewöhnliche Markierung wird derzeit in Spanien erprobt und könnte auch nach Frankreich kommen.
Auf einer sonnigen Stadtstraße erscheinen weiße Dreiecke auf dem Asphalt, die die Fahrbahn mit zunehmender Fahrtstrecke scheinbar immer schmaler werden lassen. Dabei handelt es sich weder um moderne Kunst noch um eine gewöhnliche Straßenmarkierung, sondern um eine Neuerung, die die Verkehrssicherheit eines Tages möglicherweise grundlegend verändern könnte. Die aus Spanien stammende Kennzeichnung mit der Bezeichnung „Drachenzähne“ weckt gleichermaßen Neugier und Eindruck.
Optische Täuschung durch Drachenzähne
Das Prinzip ist ebenso einfach wie clever: Die visuelle Wahrnehmung von Autofahrenden soll genutzt werden, damit sie ihre Geschwindigkeit von selbst verringern. Die weißen Dreiecke werden paarweise entlang der Straße aufgebracht und erzeugen eine optische Täuschung, durch die die Fahrspur enger wirkt. Angesichts dieser scheinbaren Verengung passen Verkehrsteilnehmende ihr Tempo instinktiv an. Dadurch sollen Unfallrisiken in sensiblen Bereichen sinken, etwa in der Nähe von Zebrastreifen oder in Vierteln, die stark von Radfahrenden und Fußgängerinnen sowie Fußgängern genutzt werden.
Maße und Anordnung der Markierung
Jedes dieser weißen Dreiecke ist an der Basis ungefähr 75 cm breit und rund 60 cm hoch. Je nach örtlichen Anforderungen unterscheidet sich ihre Anordnung: Auf jeder Straßenseite werden zwischen 9 und 17 Paare hintereinander platziert.
In Spanien fallen die ersten Ergebnisse vielversprechend aus. Dort wurden die „Drachenzähne“ auf wichtigen Straßen eingesetzt und vor einigen Zebrastreifen durch Zickzackmuster ergänzt. Erste Beobachtungen weisen darauf hin, dass Fahrzeuge in den Erprobungsbereichen deutlich langsamer fahren. Dieser Erfolg hat bereits das Interesse weiterer europäischer Länder geweckt, darunter Frankreich.
Verkehrssicherheit ohne Sanktionen
Während manche Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit auf Zwang oder Strafen setzen, verfolgen die „Drachenzähne“ einen subtileren, psychologischen Ansatz. Indem sie die räumliche Wahrnehmung verändern, beeinflussen sie das Verhalten der Fahrenden, ohne Bußgelder verhängen oder kostspielige Anlagen installieren zu müssen. Geschickt!
In Frankreich hat die Idee bereits die Behörden für Verkehrssicherheit überzeugt, die eine Erprobung dieser Markierung auf bestimmten nationalen Stadtstraßen erwägen. Sollten sich die spanischen Ergebnisse bestätigen, könnten die „Drachenzähne“ zu einem wichtigen Bestandteil des französischen Straßenbilds werden. Es wäre das erste Mal, dass eine derart subtile Straßenmarkierung in Frankreich eingeführt wird – zum Nutzen aller.
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