Der XPENG G6 könnte weit mehr sein als ein weiterer Elektro-SUV. Ausschlaggebend ist vor allem seine Technologie, die bei Marken gefragt ist, die normalerweise auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen – allen voran Volkswagen. Der Konzern hat mehr als 700 Millionen Euro in das Kapital dieser Marke investiert, die vielen noch unbekannt sein dürfte.
XPENG wurde 2014 gegründet, ist inzwischen auch in Portugal erhältlich und versteht sich als Softwareunternehmen, das nebenbei Autos baut. Der G6 ist eines dieser Fahrzeuge: rein elektrisch und ab 44.600 Euro erhältlich; für Unternehmen beginnt der Preis bei 36.300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
In diesem Video zeigen wir die wichtigsten Merkmale dieses SUV, der als das bedeutendste Modell der chinesischen Marke gilt:
Über XPENG
XPENG entwickelt Drohnen, humanoide Roboter und Plattformen auf Basis künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen ist mit ernsthaften Ambitionen in die Automobilbranche eingestiegen. Der G6 dürfte dabei sein wichtigstes Modell sein, denn er wurde als direkter Rivale für das Tesla Model Y konzipiert.
SEPA 2.0: Technologie des XPENG G6
Unter der Karosserie arbeitet die moderne Plattform SEPA 2.0. Sie wurde entwickelt, um fortschrittliche Technologien der Automobilindustrie zu bündeln: Gigacasting für Karosserieabschnitte – ein einziges Bauteil kann mehr als 300 Einzelteile ersetzen, die andernfalls denselben Bereich bilden würden –, einen in den Fahrzeugboden integrierten Akku, der einem Druck von bis zu 80 Tonnen standhält, eigene Software sowie ein klares, reduziertes und zugleich funktionales Design. Nach Angaben von XPENG gewinnt der G6 dadurch an Platz, struktureller Steifigkeit und Sicherheit.
Auch die kostenlos verfügbare App zählt laut Hersteller zu den besonderen Funktionen. Sie zeigt den Batteriestatus an, steuert die Klimaanlage, ruft den Energieverbrauch vergangener Fahrten ab und kann sogar IA Guard aktivieren – ein intelligentes Alarmsystem, das Aufnahmen erstellt, sobald sich jemand dem Auto nähert.
Darüber hinaus lässt sich das Fahrzeug per Fernsteuerung vor- und zurückbewegen, was beim Herausfahren aus engen Parklücken hilfreich sein kann. Ebenso steht ein autonomes Einparksystem zur Verfügung.
Innenraum und Konnektivität
Im Innenraum fällt vor allem der zentrale 14,96-Zoll-Bildschirm auf. Sein Betriebssystem wurde von XPENG selbst entwickelt und unterstützt Apple CarPlay kabellos sowie Android Auto. Der virtuelle Assistent ist dauerhaft online und erhält Over-the-Air-Updates. Zwei induktive Smartphone-Ladeflächen mit jeweils 50 W verfügen über eine aktive Belüftung. Das Xopera-Soundsystem bietet 18 Lautsprecher und 960 W Leistung. Die Vordersitze sind beheizbar, belüftet und lassen sich zurücklehnen, sodass sich der Innenraum in eine Lounge verwandeln lässt.
Der von uns gefahrene XPENG G6
Beim getesteten Fahrzeug handelt es sich um den Long Range RWD mit 210 kW (286 PS) und Hinterradantrieb. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in 6,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt. Zusätzlich gibt es den Performance AWD mit knapp 500 PS und Allradantrieb, der diesen Sprint in 4,0 Sekunden erledigt.
Reichweite und Verbrauch des XPENG G6 Long Range
Auf der Straße setzt die Long-Range-Version vorrangig auf Komfort. Die Batterie stellt 87,5 kWh nutzbare Kapazität bereit und ermöglicht bis zu 773 km Reichweite im städtischen WLTP-Zyklus. Im kombinierten Zyklus sinkt der offizielle Wert auf 570 km.
Unter realen Bedingungen haben wir während unserer einwöchigen Fahrt mit dem G6 einen Verbrauch von 17,9 kWh/100 km im Mischbetrieb ermittelt. Das entspricht einer tatsächlichen Reichweite von rund 490 km. Im Stadtverkehr lag der Verbrauch bei unter 14 kWh/100 km. Damit sind im urbanen Einsatz mehr als 600 km mit einer Ladung durchaus erreichbar.
Alle Details zum XPENG G6 zeigt das vollständige Video, das wir am Anfang dieses Artikels hervorgehoben haben.
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