Nachdem wir vor einiger Zeit den Mercedes-Benz CLA Shooting Brake als 220 d mit dem 190-PS-Dieselmotor getestet hatten, sind wir erneut mit der sogenannten Shooting-Brake-Variante der Marke aus Stuttgart unterwegs gewesen – diesmal, um ihre erste elektrifizierte Ausführung kennenzulernen.
Als direkter Gegenspieler der Diesel-Version in Sachen Verbrauch nutzt der CLA 250 e Shooting Brake denselben Antriebsstrang wie die Plug-in-Hybrid-Version der A-Klasse, die Guilherme Costa vor einiger Zeit ausprobiert hat.
Der von uns gefahrene CLA 250 e Shooting Brake kombiniert dabei den 1,33-l-Vierzylinder-Benziner mit einem elektrischen Motor-Generator mit 75 kW (102 PS). Zusammen stehen 218 PS (160 kW) Systemleistung und ein maximales Systemdrehmoment von 450 Nm bereit – deutlich „kräftigere“ Werte als die 190 PS und 400 Nm des 220 d.
Optisch ganz der Alte
Ob innen oder außen: Zu erkennen, dass es sich bei diesem Mercedes-Benz CLA Shooting Brake um die Plug-in-Hybrid-Version handelt, ist eine Aufgabe wie aus den „Finde die Unterschiede“-Übungen – und etwas für echte Fans.
Ja, außen gibt es die Ladeklappe, einige (wenige) spezifische Schriftzüge sowie aerodynamischer gezeichnete Felgen. Im Innenraum „verraten“ die zusätzlichen, auf den Hybridbetrieb zugeschnittenen Menüs des sehr umfangreichen MBUX-Infotainmentsystems diese Ausführung. Für weniger aufmerksame Augen bleibt es jedoch ein CLA Shooting Brake wie jeder andere.
Das bedeutet auch: Die Form steht weiterhin über der Funktion. Viel wirkt konsequent um den Stil herum entwickelt, und die Verarbeitungsqualität bleibt ein Markenzeichen (auch wenn sie im direkten Vergleich zu einigen deutschen Wettbewerbern nicht ganz an der Spitze liegt).
Bei der Raumökonomie zeigt sich die alte Geschichte von „Form vor Funktion“ besonders deutlich. Das Platzangebot ist nur ordentlich, und der Zugang zu den Fondplätzen leidet unter den schlanken Linien des deutschen Kombicoupés – vor allem unter der stark geschwungenen Fensterlinie. Auch der Kofferraum fällt kleiner aus: Statt 505 l sind es aufgrund des Batteriepakets dieser Version 440 l. Dank der geraden, gut nutzbaren Form bleibt er dennoch praktisch.
Ruhe und (sehr) viel Tempo
Wenn sich optisch kaum etwas ändert, sieht es am Steuer anders aus. Mit 218 PS und 450 Nm überzeugt der CLA 250 e Shooting Brake bei den Fahrleistungen – insbesondere dann, wenn die Lithium-Ionen-Batterie mit 15,6 kWh Kapazität voll ist und das Plug-in-Hybridsystem sein Potenzial komplett ausspielen kann.
Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in 6,9 s, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h – trotz eines nicht gerade erfreulichen Gewichts von 1.750 kg. Zum Vergleich: Der 220 d mit 190 PS, aber „nur“ 1.595 kg, benötigt 7,2 s bis 100 km/h und kann nicht mit der spontanen Drehmomentabgabe mithalten, die hier der Elektromotor ermöglicht.
Insgesamt stehen sechs Fahrmodi zur Wahl: Eco, Battery Level, Comfort, Sport, Electric und Individual – die Bezeichnungen erklären sich weitgehend von selbst. Im Modus „Sport“ reagiert alles spürbar schneller, und die dynamischen Qualitäten des CLA Shooting Brake treten stärker hervor. Dabei setzt die Mercedes-Benz-Interpretation stets eher auf Effizienz (Kurvenfahrt „wie auf Schienen“) als auf verspielte Unterhaltung.
Im Modus „Eco“ gibt sich der Mercedes-Benz CLA 250 e Shooting Brake zurückhaltender, ohne träge zu wirken. So lassen sich zügige Tempi fahren, während gleichzeitig sehr gute Verbrauchswerte möglich sind: Nach mehr als 500 km in Stadtverkehr, auf Landstraßen und Autobahn lag der Durchschnitt bei 4,5 l/100 km.
Zum Schluss muss der Modus „Electric“ erwähnt werden. In dieser Einstellung fuhr der CLA 250 e Shooting Brake auf einer überwiegend schnellstraßenartigen Strecke knapp 60 km – ohne besondere Rücksichtnahme auf den Verbrauch. Das unterstreicht das gelungene Batteriemanagement dieser Version.
Ist das das richtige Auto für Sie?
Mit beneidenswerten Verbrauchswerten und einem Design, das weiterhin Blicke auf sich zieht, ist der Mercedes-Benz CLA 250 e Shooting Brake eine nachvollziehbare Alternative zur Diesel-Variante – vor allem für alle, die viele Kilometer in der Stadt zurücklegen oder ihre täglichen Wege im urbanen Umfeld beginnen und beenden.
Zwar bringt er mehr Gewicht mit, doch das Fahrverhalten leidet darunter nicht übermäßig. Zudem bleiben die bekannten Stärken des CLA Shooting Brake erhalten – ergänzt um ein mittlerweile sehr „gern gesehenes“ Umweltbewusstsein.
Ob er innerhalb der Baureihe die ideale Wahl ist, hängt stark vom Einsatzprofil ab (wer überwiegend auf „freier Strecke“ unterwegs ist, für den bleibt der Diesel weiterhin die erste Wahl) und davon, ob man überhaupt eine Lademöglichkeit hat, um diese 250 e-Version „so zu nutzen, wie es sein sollte“. Für Geschäftskunden ist der Griff zum Plug-in-Hybrid-CLA Shooting Brake statt zur Diesel-Variante dagegen praktisch Pflicht.
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