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Romesh Ranganathan über Autos: vom Honda Civic zum Aston Martin Vantage

Mann mit Brille und Mantel steht vor einem schwarzen Volvo SUV in einer städtischen Straße bei Tageslicht.

Romesh Ranganathan würde sich selbst nicht als Autonarr bezeichnen. „Nein, ich glaube nicht, dass ich ein Autonarr bin“, sagt er zu TopGear.com. „Haben Autos für mich Priorität gehabt? Nein – jedenfalls nicht am Anfang. Erst später bin ich da langsam reingerutscht.“

„Irgendwann habe ich Autos nicht mehr nur als reine Zweckmittel gesehen, sondern als etwas, an dem man wirklich Freude haben kann“, ergänzt er. Und ja: Freude hat er inzwischen reichlich – aber dazu gleich mehr.

Der Führerschein: ein früher Dämpfer

Denn der Weg dorthin ist mindestens genauso entscheidend. Der vielfach ausgezeichnete Comedian, Moderator, Radiomann, Autor, Schauspieler, Top-Gear-Track-Star und insgesamt ziemlich anständige Kerl wird kurz ernst, als wir ihm die grosse Frage stellen: Hat er die Fahrprüfung beim ersten Anlauf bestanden?

„Nein. Ich hatte ein wirklich übles Erlebnis.“

Eine Pause.

„So übel war’s eigentlich gar nicht. Ich habe das selbst total dramatisiert. Es war so: Ich habe mit 17 Fahrstunden genommen und bin dann auf eine extrem peinliche Art durchgefallen. Im Grunde bin ich schon beim Rausfahren aus dem Parkplatz direkt am Anfang durchgefallen. Und den Rest der Prüfung haben die dann irgendwie nur noch aus Höflichkeit durchgezogen.

„Das hat mich so verunsichert, dass ich ungefähr fünf oder sechs Jahre lang nicht mehr hingegangen bin.“

Zum Glück hat es beim zweiten Mal geklappt. Mit der neu gewonnenen Freiheit steckte er dann 3.500 Pfund von seinem hart verdienten Geld in einen Honda Civic aus dem Jahr 1997. Solide Entscheidung. Tuning war allerdings nicht drin – und das, was er sich leisten konnte, ist ihm heute eher unangenehm.

„In meinen Träumen hätte ich LED-Lichter aussenrum gehabt. Am Ende habe ich mir so eine kleine blaue Taschenlampe gekauft, die man an den Zigarettenanzünder anschliessen konnte – die hat dem Auto so eine Art ‚Aura‘ gegeben. Das sah richtig gut aus … bis man die Lichtquelle gesehen hat“, lacht er.

Vom Honda Civic zur wechselhaften Gebrauchtwagenphase

Technisch hat der verlässliche Civic nie Ärger gemacht – warum auch, ein Honda aus den Neunzigern. Doch Romesh merkte schnell, dass etwas Grundsätzliches nicht passte. „Ich stehe total auf Hip-Hop, und UK-Hip-Hop-Fans, die in der Zeit aufgewachsen sind wie ich, kennen diesen Schmerz: Du hörst Musik, die eigentlich für ein viel besseres Auto mit einer viel besseren Anlage gemacht ist – und dann fährst du in einer komplett anderen Stadt herum.

„Weisst du, Dre und Snoop in einem Honda Civic in Crawley laufen zu lassen“, lacht er, „… das ist einfach nicht das Wahre. Aber ich habe einen grossen Teil meiner Jugend genau so verbracht.“

TopGear.com bestätigt diese Beobachtung und erzählt von eigenen Erfahrungen, frühen Wu-Tang Clan aus einem Peugeot 106 mit 1,1 Litern Hubraum aufzudrehen. Romesh lacht. „Stell dir vor, du fährst an die Tankstelle und während du tankst läuft Bring da Ruckus!“

Danach ging es durch eine ganze Reihe von Gebrauchtwagen, weil er „lange Zeit pleite“ war. Es folgte ein Ford Focus, den er liebte, den er aber mit Auftritten quer durchs Land komplett heruntergeritten hat. Dann kam ein „wirklich, wirklich alter Volvo“ – und dann, man schaudert: ein Vauxhall Meriva. Kein Witz.

Dre und Snoop in einem Honda Civic in Crawley laufen zu lassen … das ist einfach nicht das Wahre

„Ich bin in diese Falle getappt“, gibt er zu. „Ich hatte einfach angenommen: Sobald du Vater bist und Familie hast, macht Autofahren keinen Spass mehr.“ Daher also der Meriva. „Er hat seinen Zweck erfüllt. Aber ich mochte weder, wie er aussieht, noch, wie er fährt“, sagt er. TopGear.com vermutet sehr stark, dass Romesh mit dieser Meinung nicht allein ist.

Volvo XC90, Mini John Cooper Works und der Schritt zum Aston Martin Vantage

Also kam sein erster Volvo XC90 – den er dann mit kompromisslosem Familieneinsatz „komplett runtergerockt“ hat. Der Wagen schlug sich dabei hervorragend. Zwischendurch flirtete er mit einem Land Rover Discovery, aber so richtig gefunkt hat es nicht: „Irgendwie hat er sich einfach etwas anders angefühlt.“ Am Ende wurde es wieder ein XC90, den er und die Familie regelrecht lieben. „Das ist das Ranganathan-Auto. Ich fahre ihn und Leesa fährt ihn. Er ist wie ein Familienmitglied.“

Neben dem grossen Volvo gönnte er sich auch noch etwas nur für sich. „Ich habe mir ausserdem einen Mini John Cooper Works gekauft, weil mir jemand gesagt hat – und das ist mir vor einem Top-Gear-Journalisten peinlich –, das sei das Nächste, was man an Mario Kart herankommt.“

Dann fand er endgültig seinen Rhythmus. „Das ist tatsächlich eine Folge davon, dass ich bei Top Gear war. Ich habe damals gerade A League Of Their Own mit Freddie [Flintoff] gedreht, und er meinte zu mir: ‚Ich weiss, du glaubst, du wirkst dann wie ein angeberischer W******, aber ein richtig gutes Auto zu fahren, ist einfach richtig schön.‘

„Also habe ich ein paar ausprobiert – einen McLaren, einen Porsche 911, einen Bentley – und am Ende wurde es ein Aston Martin Vantage. Der ist natürlich wahnsinnig aufregend zu fahren, sieht aber auch nicht allzu sehr nach Penisverlängerung aus“, sagt er.

Romesh ist keiner, der so ein Auto unter eine Abdeckung sperrt und es vor Wetter, anderen Verkehrsteilnehmern oder auch nur vor empfindlichem Menschenatem versteckt. „Ich nutze ihn ständig“, sagt er – sehr zur Erleichterung von TopGear.com.

Und er gehört auch nicht zu denen, die ständig aggressiv unterwegs sind. „Ich bin ziemlich entspannt [am Steuer]“, sagt er. „Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal über irgendwas richtig aufgeregt habe.“

Eine Pause.

„Ich bin höchstens ein bisschen genervt von Leesa [meiner Frau], wenn sie fährt, weil sie manchmal jemandem den Mittelfinger zeigt oder so ein ******-Zeichen macht. Und dann sage ich: ‚Was du nicht verstehst: Wenn die Person aussteigt und rüberkommt, muss ich aussteigen und irgendwie für dich den Helden spielen.

„Und ich will das nicht – nur damit das klar ist. Ich habe absolut kein Bedürfnis, deine Ehre zu verteidigen‘.“

Manchmal denkst du: „Was, muss ich dreimal auf diesen Bildschirm atmen, damit er sich aktiviert?“

Wie sieht es aus, wenn statt Romesh ein Computer fährt? Schliesslich kommen autonome Autos. „Ich habe vor ein paar Monaten in Nashville gedreht, und wir sind in ein selbstfahrendes Taxi eingestiegen – das war super, hat problemlos funktioniert. Aber es macht einen trotzdem ein bisschen nervös. Und das Problem ist: Ich habe Filme über KI gesehen, wie I Robot.

„Ich nutze KI, um Fragen zu stellen, und das ist irgendwie wie so ein totaler Schleimer auf dem Handy. Es macht alles, was du willst, und du musst nicht mal höflich sein. Und in meinem Kopf denke ich einfach, dass es irgendwann richtig angef***** sein wird davon.

„Ich denke an die Nächte, in denen ich um 2 Uhr morgens von Auftritten zurückgefahren bin und völlig fertig war. Müdigkeit am Steuer wird unterschätzt. Klar gibt es offensichtliche Vorteile – aber ich glaube schon, dass irgendwann der Moment kommt, in dem wir in unseren Autos sitzen und du und ich unsere Roboter-Oberherren akzeptieren müssen und sie uns einfach dorthin bringen, wohin sie entschieden haben.

„Zum Beispiel zur nächsten Mine.“

Und zu viel Technik im Innenraum? „Die Leute, mit denen ich am meisten Mitleid habe, sind die, die lange ein Auto gefahren sind und dann sagen: ‚Ich hole mir jetzt mal was Neues‘ – und plötzlich sieht das aus wie Knight Rider oder so ein Mist, und sie haben keine Ahnung, wie man irgendwas davon bedient.

„Manchmal steigst du ein und alles wirkt ziemlich intuitiv, und ein anderes Mal denkst du: ‚Was, muss ich dreimal auf diesen Bildschirm atmen, damit er sich aktiviert?‘“

Traumautos: Ford Capri und DeLorean

Es gibt allerdings ein paar Autos, die Romesh im Blick hat und die – so seine Hoffnung – ohne Ingenieursstudium oder Hexenwissen auskommen. „Als ich aufgewachsen bin, war ich total auf die Autos fixiert, die mein Dad hatte. Er hatte einen elektrisch blauen Ford Capri – wie in Minder.

„Ich weiss noch genau, wie cool ich mich gefühlt habe, wenn mein Dad mit diesem Auto herumgefahren ist. Leider lebt mein Dad nicht mehr, aber ich möchte dieses Auto unbedingt wiederhaben.“

Ich werde zu viel Geld für ein riesiges Hindernis auf meiner Einfahrt bezahlen

Und das zweite Auto? „Du wirst mich dafür verurteilen“, lacht er. „Ich will unbedingt einen DeLorean.“

Eine Pause. TopGear.com sagt nichts.

„Ich weiss. Schau, ich sehe es an deiner Reaktion. Du hast versucht, ein Pokerface zu machen. Du hast versucht zu verstecken, dass das gerade einer der schlimmsten Sätze ist, die dir in einem dieser Interviews jemals untergekommen sind.

„Aber es ist Back to the Future.“

Wir lachen. „Ich habe gelesen, dass das ein totaler Schrotthaufen ist. Ich werde zu viel Geld für ein riesiges Hindernis auf meiner Einfahrt bezahlen. Aber es ist die Fantasie. Ab und zu durchsuche ich das Internet nach einem zuverlässigen – und wenn es so weit ist, hole ich mir einen.

„Ich habe den Zweifel in deinem Gesicht gesehen. Wenn ich einen habe, der wirklich funktioniert, nehme ich dich mit, und wir machen ein Folgeinterview. Und ich will, dass du sagst: ‚Ich nehme alles zurück, Romesh hatte einen Traum, ich habe daran gezweifelt, aber jetzt hat sich alles gefügt.‘“

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