Volkswagen gehörte zu den prägenden Akteuren beim Start der aktuellen Welle der Elektromobilität. Dennoch blieben die kommerziellen Erfolge von ID.3, ID.4 und ID.5 hinter den anfänglichen Erwartungen zurück – und sie waren nicht über die gesamte Baureihe hinweg gleichmässig.
Nun arbeitet die deutsche Marke an einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen, die konsequent auf den Erfahrungen der letzten Jahre aufbaut. Der frühere optische Mut weicht vertrauteren Proportionen, physische Bedienelemente feiern ihr Comeback, und die Batterien sind insgesamt vernünftiger ausgelegt. Doch der Reihe nach.
Volkswagen hat den ID. Cross jetzt ohne Tarnung gezeigt – und aussen lässt sich sagen: Gegenüber dem zuvor getarnten Fahrzeug, das wir bereits fahren konnten, hat sich praktisch nichts verändert. Vorn trägt er das bekannte „freundliche Gesicht“, ein Kennzeichen der Designsprache „Pure Positive“, die Andreas Mindt, Designchef der Marke, definiert hat. Auffällig sind die schmalen Scheinwerfer, die oben durch eine Glasleiste und unten durch ein LED-Lichtband verbunden werden.
Ebenfalls ins Auge fällt das lang gezogene Dach, das in einem Spoiler ausläuft, sowie die Ausführung der A- und B-Säulen in glänzendem Schwarz. Am Heck unterstreichen das LED-Leuchtenband und die betonten Horizontalen die wahrgenommene Breite.
Die Tasten sind zurück
Mindt und sein Team wollten den Innenraum spürbar einladender gestalten als bei den ersten ID.-Modellen auf unseren Strassen. Es gibt mehr weich anmutende Materialien, stimmigere Farben, deutlich mehr physische Tasten – und auch einen Hauch Retro, etwa in der Instrumentendarstellung (Golf I), um die Verbindung zur Volkswagen-Historie sichtbarer zu machen.
Der Aufbau wirkt insgesamt robust, auch wenn etliche Verkleidungen in der Struktur eher hart ausfallen und lediglich mit einer dünnen weichen Schicht oder Stoffapplikationen überzogen sind. Die Klimabedienung sitzt zentral im Armaturenbrett und ist als Reihe echter Tasten ausgeführt.
Auch bei der Anzeige setzt der ID. Cross auf ein 10,3″-Kombiinstrument, das mit der optionalen „Retro-Ansicht“ samt klassischem Tacho auffällt – statt Drehzahl werden hier jedoch die vom Elektromotor abgegebene oder rekuperierte Leistung angezeigt. Der zentrale Bildschirm misst 12,9”.
Drei Motoren und zwei Batterien
Wie bereits bekannt, nutzt der ID. Cross – mit Frontantrieb – die MEB+-Plattform, die er sich mit dem ID. Polo teilt. Seit e-up! und e-Golf hat Volkswagen einen elektrischen Antrieb nicht mehr mit Vorderradantrieb kombiniert.
Die Gemeinsamkeiten gehen über die Architektur hinaus: Auch der Elektromotor APP290 kommt bei beiden Modellen zum Einsatz, ebenso die Lithium-Ionen-Batterien.
Den ID. Cross gibt es in drei Leistungsstufen: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS). Die 211-PS-Variante, die ich bereits in Amsterdam testen konnte, sprintet in 7,4 Sekunden auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei lediglich 160 km/h (150 km/h bei den beiden schwächeren Motoren).
Bei den Batterien stehen zwei Optionen zur Wahl: Die 37-kWh-Version setzt auf LFP-Zellen, während die 52-kWh-Ausführung auf NMC-Chemie basiert. Trotz unterschiedlicher Kapazität benötigen beide Akkus ähnlich viel Bauraum, da NMC eine um rund 30% höhere Energiedichte bietet. Die durchschnittlichen WLTP-Reichweiten – noch zu bestätigen – werden mit 316 km bis 436 km angegeben, jeweils für die kleine beziehungsweise die grosse Batterie.
Damit lassen sich letztlich höhere Ladeleistungen realisieren und zugleich ein besserer Wirkungsgrad für die Antriebe erzielen. An Wechselstrom (AC) laden beide Batterien mit maximal 11 kW. An Gleichstrom (DC) sind es bei 37 kWh bis zu 90 kW, bei 52 kWh bis zu 105 kW.
Die Ladeleistung fällt nicht besonders hoch aus und liegt sogar unter der anderer ID.-Modelle – Volkswagen setzt hier jedoch auf eine gleichmässigere Ladeleistung über die gesamte Ladesitzung.
Wann kommt er?
Der neue ID. Cross soll in Deutschland Ende Dezember in den Handel kommen. Die Preise dürften für die Version mit 37-kWh-Batterie knapp unter 30.000 Euro beginnen – womit er zum bislang günstigsten Elektro-SUV von Volkswagen wird.
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