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Rolls-Royce Spectre Series II: mehr Reichweite und mehr Leistung

Schwarzer Rolls-Royce Coupé auf palmengesäumter Küstenstraße bei bewölktem Himmel.

Rolls-Royce kennt seine Kundschaft fast unheimlich genau – genauer, als es manche Ärztin oder mancher Arzt je könnte. So weiss man dort etwa, dass der vollelektrische Spectre – das bildschöne zweitürige „Motor Car“, dem wir bereits eine Auszeichnung verliehen haben – für seine Besitzerinnen und Besitzer typischerweise der zweite Rolls-Royce in einer sieben Autos umfassenden Garage ist.

Wer den Spectre fährt: Nutzung und Alltag

Der Spectre wird zudem nahezu ausschliesslich zu Hause geladen – in den Einfahrten und Garagen seiner gut betuchten Eigentümer. Gefahren wird er häufig allein, „for personal driving enjoyment“, und das im Schnitt rund 4,000 miles (ca. 6.437 km) pro Jahr. Ein Kunde in Europa kommt sogar auf mehr als 30,000 miles (ca. 48.280 km) in nur zwei Jahren.

Kein Wunder also: Obwohl Rolls-Royce den Spectre erst seit zwei Jahren anbietet, war der Wunsch nach mehr sehr deutlich. Genau hier setzt der Rolls-Royce Spectre Series II an.

Rolls-Royce Spectre Series II: Reichweite, Laden und Batterie

Das „Mehr“ zeigt sich zuerst bei der Reichweite. Rolls-Royce nennt nun bis zu 390 miles (rund 628 km) – gegenüber 329 miles (rund 529 km) beim SI. Zusätzlich sollen die Ladezeiten um 14 per cent sinken.

Möglich wurde das durch eine Überarbeitung der 102kWh-Batterie, die zwischen den gewaltigen Schwellern des Fahrzeugs sitzt.

Leistung und Drehmoment: mehr Nachdruck bis zum Black Badge

Und wo wir schon bei „gewaltig“ sind: Auch beim Drehmoment packt Rolls-Royce im Spectre SII deutlich drauf. Das neue Basisniveau liegt bei knapp 750lb ft (zuvor 664; jeweils umgerechnet ca. 1.017 Nm statt ca. 900 Nm). Im Fahrmodus „Spirited“ sind maximal 811lb ft (ca. 1.099 Nm) abrufbar.

Beim Black Badge Spectre SII (siehe Bild unten) setzt sich die Tradition fort: Er ist erneut der leistungsstärkste Rolls-Royce der Geschichte. Serienmässig stehen 592bhp (zuvor 577bhp) an; im Modus „Infiniti“ klettert die Leistung auf 671bhp (zuvor 650bhp). Das Drehmoment beträgt auch hier 811lb ft. Uff.

Design und Interieur: Details statt Revolution

Interessant dabei: Der neue Designchef Domagoj Dukec – zuvor bei BMW – musste am Exterieur des Spectre kaum Hand anlegen. Eigentlich gar nicht, denn – so Rolls-Royce – „the super-coupe’s celebrated fastback profile, clean surfacing and split headlamp signature are retained“.

Stattdessen gibt es eine neue Lackfarbe namens „Ethereal Blue“ (natürlich „ethereal“), einen neuen Satz 23in geschmiedeter Leichtmetallräder (ca. 58 cm) sowie neue Materialien, „treatments“ und Detailarbeiten für den ohnehin opulenten Innenraum. Passend dazu: Spectre-Besitzerinnen und -Besitzer sollen im Schnitt mehr als 20 massgeschneiderte Elemente pro Fahrzeug bestellen.

Dazu passt etwa die Twill-Ausführung im Interieur, die mit bis zu 2.6 million stitches und 10 miles of thread (ca. 16 km Garn) arbeitet. Oder das Leder mit „Placed Perforation“, bei dem präzise gesetzte Perforationsmuster eine Art Kunstwerk ergeben. Oder das „Brindled Walnut“-Furnier. Oder die nun über die gesamte Breite der Armaturentafel gezogene Panel- und Clock-Gallery. Oder die neue Uhr, deren Gestaltung sich an der Luftfahrt orientiert. Beim Black Badge kommen ein mattes Finish für die äusseren Zierelemente sowie ein neuer Radsatz mit einem „subtle sparkle effect“ hinzu.

„Spectre is a landmark motor car for Rolls-Royce,“ sagte RR-Chef Chris Brownridge, „conceived by our engineers, designers and craftspeople, informed by our clients and acclaimed the world over.

„It amplifies the qualities our clients value most: silence, effortlessness and abundant power, confirming that Rolls-Royce is perfectly suited to electrification.“

Einordnung: Verkäufe, Garage und die wahren Bestseller

Bemerkenswert ist auch der Blick auf die Zahlen: Seit dem Marktstart 2023 ist der Spectre weltweit zum zweitbestverkauften Rolls-Royce geworden – und damit, wie eingangs erwähnt, oft der zweite RR in einer sehr grossen Garage, den seine Besitzerinnen und Besitzer selbst überdurchschnittlich häufig bewegen.

Man würde jetzt vermuten, dass der grosse Phantom an der Spitze steht. Aber: Rolls-Royce kennt seine Kundschaft besser. Der Cullinan ist inzwischen das meistverkaufte Modell der Marke.

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