Wir sind nach Paris gereist, um den neuen Peugeot 108 zu testen – ein Modell, das mit der Vergangenheit bricht und das hart umkämpfte Segment der Kleinstwagen aufmischen will.
In der vergangenen Woche ging es für mich nach Paris, um den neuen Peugeot 108 kennenzulernen. Im Gepäck: Kleidung für zwei Tage und einige Erwartungen. Die Kleidung reichte für die zwei Tage, meine Erwartungen jedoch nicht. Ich fuhr den kleinen Peugeot 108 durch die Straßen von Paris, über die kurvigen Wege im Regionalen Naturpark Vexin und auf den schnellen Zufahrtsstraßen zur „Stadt der Lichter“. Nach mehr als 200 km intensiver gemeinsamer Zeit hat mich das Gesamtverhalten des „kleinen Löwen“ angenehm überrascht. Mit einer derart deutlichen Weiterentwicklung hatte ich nicht gerechnet.
Im Innenraum ist die Umgestaltung vollständig gelungen. Die Verarbeitungsqualität bewegt sich auf einem guten Niveau, und auch die Materialien folgen diesem Fortschritt.
In den folgenden Zeilen lernen Sie ein Auto näher kennen, das überwiegend für eine weibliche Zielgruppe entwickelt wurde. Dennoch konnte es auch dieses männliche Exemplar überraschen, das normalerweise mit Fahrzeugen ganz anderer Art unterwegs ist: mich.
Peugeot 108 mit höherem Qualitätsanspruch
Positionierung mit mehr Premium-Anspruch
Der Peugeot 108 löst sich klar von seinem Vorgänger. Die schlichte, etwas spartanische Erscheinung des 107 weicht einem Design mit zahlreichen stilistischen Details und einem ausgesprochen angenehmen Innenraum. Angesichts seiner Fahrzeugklasse überzeugt dabei insbesondere die gute Verarbeitung.
Peugeot weiß, dass 70 % des Markts im A-Segment weiblich sind und diese Kundschaft zunehmend höhere Ansprüche stellt. Gesucht wird ein kleines Auto, das dennoch Modernität, ein attraktives Erscheinungsbild, Sparsamkeit und Komfort bietet. Letztlich richtet es sich an Menschen, die modisch sein möchten, aber für ein Auto nicht viel ausgeben wollen – oder können. Nach genau diesem Anforderungskatalog wurde der 108 entwickelt.
Bei der Präsentation machte die Marke deutlich, dass dieses Modell nicht über den Preis, sondern über seine Qualitäten mit den übrigen Angeboten des Segments konkurrieren soll.
Karosserie des Peugeot 108: Farben und Design für jeden Geschmack
Karosserie: Farben und Design für jeden Geschmack
Die Gestaltung greift Elemente der jüngsten Peugeot-Modelle auf: etwa die vorderen LEDs, die an Löwenaugenbrauen erinnern, sowie die Rückleuchten im Stil von „drei Krallen“. Damit rückt der Peugeot 108 optisch an seine größeren Brüder 208 und 308 heran.
Der 108 wird in acht Farben angeboten, darunter zwei exklusive Lackierungen: Aïkinite mit einem goldkupferartigen Ton sowie Purple, ein Violett ähnlich jenem der XY-Version des 208. Ausschließlich für die dreitürige Ausführung sind die Zweifarblackierungen Weiß Lipizan/Aïkinite und Purple/Grau Gallium erhältlich.
Neben den Lackfarben können Kundinnen und Kunden der Marke zwischen sieben Karosserie-Themen wählen: Dressy interpretiert das zeitlose Hahnentrittmuster neu; Kilt ahmt ein Karomuster nach; Diamont spielt mit dem Kontrast zwischen matten Oberflächen und dem Glanz dieses Prismas; Dual verbindet die Farben der zweifarbigen Karosserien; Barcode bildet einen Strichcode nach; Tattoo orientiert sich an einem floralen Metallic-Motiv; und das Thema Sport richtet sich ausdrücklich an die männliche Zielgruppe.
Neu in der Baureihe ist die TOP-Version mit einem zurückklappbaren Stoffverdeck in Schwarz, Grau oder Violett. Diese Ausführung dürfte all jene begeistern, die gern mit wehendem Haar unterwegs sind.
Innenraum, Ausstattung und Technik
Innenraum: mehr Ausstattung und bessere Qualität
Im Innenraum fällt die Veränderung umfassend aus. Die Verarbeitung ist gut, während die Materialqualität mit dieser Entwicklung Schritt hält. Besonders hervorzuheben sind jedoch Ausstattungsdetails, die im A-Segment teilweise eine absolute Neuheit darstellen. Dazu gehört der 7-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts – optional für die Basisversion Active und serienmäßig im Allure. Über dieses Display werden Radio, Bordcomputer und die übrigen Fahrzeugfunktionen bedient.
Die wichtigste Neuerung des Bildschirms ist die Mirror-Screen-Technologie. Sie ermöglicht die Verbindung eines Android-Smartphones – in Kürze auch eines iOS-Geräts – und zeigt auf dem Display des Peugeot 108 an, was auf dem Mobiltelefon zu sehen ist. So lassen sich unter anderem GPS, Musik, Nachrichten und Bilder des Geräts aufrufen.
Doch das ist noch nicht alles: Rückfahrkamera, Klimaautomatik und Start-Stopp-Knopf zählen zu den Extras, die den Peugeot 108 noch attraktiver machen können. Alle Motorisierungen verfügen zudem über Hill Assist, ein Berganfahrassistent, der verhindert, dass das Auto am Hang zurückrollt.
Motor und Fahrverhalten: Der 108 kann mehr als Stadtverkehr
Obwohl er ein Stadtauto ist, sträubt sich der Peugeot 108 nicht gegen längere Fahrten. Vermutlich um dies zu demonstrieren, hatte Peugeot eine Strecke vorbereitet, auf der wir einige Kilometer auf der Autobahn zurücklegten. Wie jeder Kleinstwagen ist der Peugeot 108 in der Stadt leicht und wendig, erledigt seine Aufgabe auf Landstraße und Autobahn aber ebenfalls ausgesprochen ordentlich. Der Komfort blieb dabei stets auf einem guten Niveau.
Bei den Motoren wird der 108 mit zwei Benzinaggregaten angeboten: dem 1.0 VTi mit 68 PS und dem 1.2 PureTech mit 82 PS. Für den 1.0 VTi stehen ein manuelles Getriebe, ein elektronisch gesteuertes automatisiertes Getriebe sowie ein manuelles Getriebe mit Start-Stopp-Funktion zur Wahl. Peugeot gibt Verbrauchswerte zwischen 3,8 l/100 km und 4,3 l/100 km an. Mit dem 1.0 ließen sich rund 4,4 Liter problemlos erreichen, während die größere Leistungsbereitschaft des 1.2 mit zusätzlich 0,7 l pro 100 km bezahlt wurde. Diese Werte müssen allerdings bei einem längeren Test noch bestätigt werden.
Mit 3,47 m Länge und 1,62 m Breite besitzt der Peugeot 108 einen Wendekreis von 4,80 m, was seine natürliche Wendigkeit unterstreicht. Erfreulicherweise führt diese Agilität in der Stadt nicht zu einem nervösen Verhalten auf der Straße. Er ist kein Wunderwerk beim Kilometerfressen, verweigert sich dieser Aufgabe bei Bedarf jedoch nicht.
Markteinführung im Juli
Der Peugeot wird ab diesem Juli in Portugal zu Preisen ab 11.700 Euro verkauft. Ziel der Marke ist es, in Europa einen Marktanteil von 7 % zu erreichen und die in Portugal bestehenden 9 % zu halten. Für weitere Details müssen Sie den Test in Portugal auf portugiesischen Straßen abwarten.
Die Eindrücke, die mir der Peugeot 108 vermittelt hat, haben mir ehrlich gesagt gefallen. Er ist ein Stadtauto, fährt sich aber nicht wie ein kleines Fahrzeug und besitzt die Substanz eines größeren Autos. Er ist feminin, doch ich würde mich keineswegs schämen, täglich mit einem zu fahren. Kurz gesagt: Er ist mehr Auto, als seine Abmessungen vermuten lassen, und gegenüber dem vorherigen 107 eine bemerkenswerte Weiterentwicklung.
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