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Ford Mustang Dark Horse SC: Der neue GTD-Bruder

Roter Sportwagen fährt dynamisch auf kurviger Rennstrecke bei blauem Himmel.

Ford Mustang Dark Horse SC: Der GTD hat einen Bruder

„Sohn des GTD“. Oder vielleicht dessen Bruder. So lässt sich der neue Mustang Dark Horse SC knapp einordnen – doch er zeigt vor allem, dass Fords Monster-Mustang, der den Porsche 911 GT3 RS ins Visier nimmt, erst der Anfang war. Wer hätte gedacht, dass der aktuelle Pony Car des blauen Ovals ein derart irrwitziges Spektrum abdecken kann?

„Bei der Entwicklung des Mustang Dark Horse SC haben wir ihn gemeinsam mit Mustang GTD und GT4 auf einigen der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt erprobt und diese Spitzen-Mustangs als Referenz genutzt“, erklärt Chefingenieur Arie Groeneveld. „Das Ergebnis profitiert von jeder mühsam errungenen Erkenntnis, die wir an der absoluten Spitze der Performance-Hierarchie gesammelt haben.“

Diese Hierarchie reicht so hoch, dass man damit die Fenster eines Wolkenkratzers in Manhattan putzen könnte. Ford Racing, durch die Verbindung zum Red-Bull-Formel-1-Imperium sichtbar selbstbewusster geworden, hat alle verfügbaren Komponenten der Weltklasse neu kombiniert.

Als Antrieb dient derselbe aufgeladene 5,2-Liter-V8 wie im GTD. Dort stehen 804bhp bereit, während Ford sich zur Leistung des SC vorerst bedeckt hält. Nimmt man einen Wert genau zwischen den 493bhp des Dark Horse und dem GTD, landet man ungefähr im Bereich des SC – nennen wir es also 700bhp. Vielleicht auch mehr, wenn man sich an den früheren GT500 erinnert: Er leistete 750bhp, mitunter sogar mehr, je nachdem, welcher Zubehör-Tuner ihm seine fragwürdige Behandlung angedeihen ließ. Wie hoch die endgültige Zahl auch ausfällt: Hier arbeitet eindeutig Verbrennungsleistung, begleitet von einem passenden Klangbild. TopGear.com durfte den Wagen in Fords Detroit-Zentrale vorab erleben und brauchte danach erst einmal eine kleine Pause.

„Es ist ein Klangbild, das konkurrierende Sportwagenhersteller weitgehend aufgegeben haben“, sagt Ford nicht ganz zu Unrecht. Dieses Auto ist L-A-U-T.

Fahrwerk und Bremsen des Mustang Dark Horse SC

Es wird einen Basis-SC geben, sofern diese Bezeichnung überhaupt passt, sowie eine Track-Pack-Ausführung; den Auftakt bilden Track-Pack-Sondermodelle. Individualisierung ist für sämtliche Hersteller hochpreisiger Autos ein äußerst lukratives Geschäft, und auch Ford möchte daran teilhaben.

Keine Sorge allerdings: Jeder Mustang Dark Horse erhält MagneRide-Dämpfer mit Hard- und Software der jüngsten Generation, Federn mit strafferer Kennung, neue Achsschenkel vorn und hinten sowie modifizierte vordere Querlenker. Auch die Geometrie der Hinterachse wurde überarbeitet, während Lenkgetriebe und Spurstangen ebenfalls neu abgestimmt sind. Der reguläre SC bringt zudem kräftige Brembo-Bremsen mit: vorn arbeiten 419-mm-Scheiben und Sechskolben-Bremssättel.

Doch die spannendere Variante ist das Track Pack. Hier wurde MagneRide neu kalibriert, während Carbonfelgen die ungefederten Massen reduzieren. Auf ihnen sitzen speziell abgestimmte Michelin Pilot Sport Cup 2: vorn in 305/30 R20, hinten in 315/30 R20. Laut Ford sorgt das für Traktion auf einem Niveau, das beinahe an Supersportwagen heranreicht.

Auch die fünfstufige variable Traktionskontrolle des GTD ist an Bord. Wer die teuren Michelin-Reifen geradezu verbrennen möchte, kann das ESC vollständig deaktivieren. Carbon-Keramik-Bremsen gehören ebenfalls zum Paket und tragen dazu bei, dass das Track Pack gegenüber dem Basis-SC 68kg einspart.

Aggressive Aerodynamik für Rennstrecken-Einsätze

Weder der normale SC noch das Track-Pack-Modell sind optisch zurückhaltend. Gleichzeitig schaffen beide erneut einen eigenständigen Mustang-Auftritt – bei jenem amerikanischen Muscle Car, das unablässig neue Varianten hervorbringt. Der SC steigert nicht nur die fahrdynamischen Fähigkeiten erheblich, sondern auch die Belastungen, die er auf der Rennstrecke verkraftet. Der Großteil der Design-Überarbeitung dient dazu, ihn für diesen Einsatz nahezu unverwüstlich zu machen.

Die neugestaltete Frontpartie, die Chefdesigner Aaron Walker als „bedrohlich“ bezeichnet, verbessert die Kühlung von Motor und Bremsen deutlich. Hinzu kommt eine Aluminiumhaube mit einer riesigen Entlüftungsöffnung. Am Heck sitzen ein massiver Diffusor, raffinierte Unterboden-Aerodynamik und ein unverhohlen gewaltiger Heckflügel.

Beim Track Pack kommen eine Ducktail-Kante am Rand des Kofferraumdeckels sowie Carbonstützen und Endplatten hinzu. Das Resultat ist mehr Abtrieb, wobei die gesamte aerodynamische Balance vor allem Vertrauen beim Fahrer schaffen soll. Das gilt auch dann, wenn der Besitzer bei dieser Art extremer Performance noch vergleichsweise unerfahren ist – was bei vielen Mustang-Fahrern der Fall sein dürfte.

Individualisierung, Preis und Marktstart

Wie bereits erwähnt, lässt sich mit individuell gewählten Lackierungen und Innenraumausstattungen einiges anstellen, und der SC scheut sich nicht, Grenzen auszuloten. Neben einem Carbon-Exterieurpaket bietet Ford etwa ein Teal Accent Package an. Ja, wir wissen – doch wir haben es gesehen, und es wirkt besser, als es klingt.

Die Track Pack Special Edition ergänzt dies um ein schwarz lackiertes Dach, Race-Red-Bremssättel und exklusive Grafiken; für die Außenlackierung stehen Shadow Black oder Oxford White zur Wahl. Bei aller gewaltigen Leistung liegt ein großer Teil der Faszination des Dark Horse in den Details und in der Straßen-Credibility, die er erzeugt. Der Konfigurator ruft bereits.

„Wir wissen, dass der GTD bei seiner Leistungsfähigkeit in einer eigenen Liga spielt, doch zwischen ihm und dem Dark Horse haben wir klaren Raum erkannt“, sagt Groeneweld. „Ich kann weder bestätigen, wo der SC im Spektrum bei Leistung oder Preis angesiedelt ist, noch kann ich Zahlen nennen. Aber er nimmt dem GTD ganz sicher keine Kunden weg, das kann ich Ihnen sagen. Der SC könnte ein Alltagsauto sein, während das Track Pack offenkundig stärker auf die Rennstrecke ausgerichtet ist. Am zufriedensten bin ich damit, dass wir diesem Auto ein hohes Maß an Standfestigkeit auf der Rennstrecke gegeben haben und zugleich den Mustang-Look erhalten konnten.“

Das Bestellbuch öffnet in Kürze. Zu Preisen gibt es bislang ebenso wenig Informationen wie zum Gewicht oder zur Frage, ob der SC nach Europa kommt. Antworten, die wir bald erhalten werden…

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