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Daimler und Geely entwickeln neue Verbrennungsmotoren

Silberner Elektro-Limousine in modernem Showroom mit großem Fenster und Motor-Modell im Hintergrund.

Nachdem Daimler die 1.5-dCi-Motoren von Renault aufgegeben hat, will der Konzern gemeinsam mit Geely eine neue Generation von Verbrennungsmotoren entwickeln. Damit bauen die beiden Hersteller ihre bestehende Zusammenarbeit weiter aus.

Geely hält bekanntlich nicht nur 9,7% an der Daimler AG, sondern betreibt mit dem Unternehmen zudem ein globales 50:50-Joint-Venture für den weltweiten Betrieb und die Entwicklung der Marke Smart.

Wie ein Sprecher der Daimler AG erklärte, „planen die Unternehmen die Entwicklung eines hocheffizienten modularen Motors“. Dieser soll in Hybridmodellen eingesetzt werden, die sowohl in Deutschland als auch in China gebaut werden.

Eine überraschende Entscheidung

Laut Handelsblatt wird der Großteil der neuen Motoren in China gefertigt. Dennoch sollen einige Einheiten weiterhin in Europa entwickelt und produziert werden.

Die Nachricht, dass Daimler bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren mit Geely zusammenarbeitet, sorgte allerdings für einiges Erstaunen.

Wie Reuters berichtet, zeigte sich insbesondere der Betriebsrat des Daimler-AG-Werks Untertürkheim überrascht. Das Werk ist auf die Produktion von Elektroantrieben und Benzinmotoren spezialisiert.

Michael Haeberle, Vorsitzender des Betriebsrats, erklärte dazu: „Wir sind sprachlos. Es gab nicht einmal eine Diskussion über mögliche alternative Produktionsstandorte.“ Er ergänzte: „Wir haben in Untertürkheim die Kapazitäten, Vierzylindermotoren zu produzieren, aber darüber wurde nicht gesprochen.“

Zur möglichen Fertigung dieser Motoren in deutschen Werken teilte die Daimler AG lediglich mit, dass die Standorte schrittweise für die Produktion elektrifizierter Antriebe umgerüstet würden.

Wo kommen die neuen Daimler-Geely-Verbrennungsmotoren zum Einsatz?

Nach Angaben von Auto Motor und Sport sollen die neuen Motoren in Mercedes-Benz-Modellen verwendet werden, die auf der kommenden MMA-Plattform (Mercedes Modular Architecture) basieren. Obwohl diese Architektur für Elektrofahrzeuge konzipiert ist, bietet sie Platz für einen Verbrennungsmotor, der entweder als Range Extender dienen oder Hybridmodelle antreiben könnte.

Die deutsche Publikation erwartet eine Markteinführung im Jahr 2024. In diesem Jahr soll auch das erste Fahrzeug auf Basis der MMA-Plattform vorgestellt werden.

Und was ist mit Renault?

Bemerkenswerterweise scheint die Ankündigung der Daimler-Geely-Kooperation zur Entwicklung von Verbrennungsmotoren die bisherige Partnerschaft zwischen den Deutschen und Renault nicht infrage zu stellen. Der aktuell von Mercedes-Benz, Renault und Nissan angebotene 1.3 Turbo entstand schließlich aus dieser Zusammenarbeit.

Das geht zumindest aus den Aussagen einer von Reuters zitierten Quelle des französischen Herstellers hervor. Demnach bedeutet das Projekt von Daimler und Geely nicht das Ende der Kooperation zwischen der Daimler AG und Renault.

Der Grund für die neue Partnerschaft ist denkbar einfach: Kostensenkungen. Quellen der Daimler AG zufolge, die vom Handelsblatt zitiert werden, könnte das Abkommen den Deutschen Einsparungen zwischen mehr als 100 Millionen Euro und einer Milliarde Euro ermöglichen.

Gleichzeitig unterstreicht die Vereinbarung Geelys starkes Engagement bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren. Erst vor einem Jahr wurde bekannt, dass der chinesische Volvo-Eigentümer eine eigene Sparte für Verbrennungsmotoren schaffen würde.

Quellen: Reuters, Auto Motor und Sport.

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