Hyundai erlebt derzeit eine der ehrgeizigsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Der südkoreanische Hersteller hat sich vom Außenseiter zum drittgrößten Automobilkonzern der Welt entwickelt, doch die Ziele reichen weiter: Die europäischen Marktführer sollen überholt werden. Hören Volkswagen und Toyota schon zu?
Ein Teil dieser Strategie ist eine Modellpalette, die sich bis 2027 kontinuierlich weiterentwickeln wird. Geplant sind unter anderem neue Generationen von Bayon, i20, Tucson und Kauai. Besonders bei Elektroautos will die Marke Marktanteile gewinnen – und ein neuer wichtiger Akteur steht bereits in den Startlöchern.
Der IONIQ 3 heißt Hyundais Antwort auf die neue Offensive erschwinglicher Elektroautos des Volkswagen-Konzerns. Das Elektroauto im B-Segment tritt in einem weiterhin besonders bedeutenden europäischen Marktsegment an, in dem der Wettbewerb immer intensiver wird.
„Stahlauto“: Hyundai IONIQ 3 mit Art of Steel
Der neue IONIQ 3 übernimmt die Designsprache „Art of Steel“ – auf Deutsch „Kunst aus Stahl“. Sie orientiert sich an der Spannung und Reinheit von unbehandeltem Stahl: Klare Flächen, präzise Volumen und markante Sicken sollen den Eindruck vermitteln, als sei die Karosserie aus einem einzigen Metallblech geformt worden.
Vorn wie hinten setzt er, entsprechend der übrigen IONIQ-Familie, auf eine Lichtsignatur aus pixelförmigen Elementen. Besonderes Augenmerk verdienen jedoch die vier Punkte in der Mitte: Laut Hyundai verweisen sie im Morsecode auf den Buchstaben „H“.
Da es sich um ein rein elektrisches Modell handelt, spielte auch die Aerodynamik eine zentrale Rolle. Hyundai nennt für den IONIQ 3 einen Luftwiderstandsbeiwert (Cx) von nur 0,26 – ein sehr guter Wert für einen Kompaktwagen.
Erreicht wird dies durch ein Kammheck, also eine abfallende Dachlinie, die abrupt endet, ähnlich wie beim Toyota Prius der zweiten und dritten Generation. Hinzu kommt ein ausgeprägter Heckspoiler, der für ein Fahrzeug dieses Segments ohne sportlichen Leistungsanspruch eher ungewöhnlich ist.
Modularer Innenraum
Im Innenraum verfolgt Hyundai einen Ansatz namens „Furnished Space“, auf Deutsch „Möblierter Raum“. Statt eines klassischen Fahrgastraums wurde der Innenraum des IONIQ 3 eher wie ein Wohnzimmer konzipiert: mit mehreren Ablagemöglichkeiten und einer intuitiven Anordnung.
Auch bei der Technik gibt es Veränderungen. Der IONIQ 3 verabschiedet sich von der Lösung mit zwei gleich großen Bildschirmen, die andere IONIQ-Modelle nutzen. Das Display für das Kombiinstrument fällt deutlich kleiner und schlichter aus, zeigt aber weiterhin alle für das Fahren notwendigen Informationen an.
Im Mittelpunkt steht der zentrale Bildschirm, der je nach Ausführung 12,9″ oder 14,6″ groß ist. Unabhängig von seiner Größe führt er das neue Betriebssystem Pleos Connect ein, das auf Android Automotive basiert und eine intuitivere Bedienung ermöglichen soll.
Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet der neue Hyundai IONIQ 3 beim Platzangebot überzeugende Werte. Auf dem Papier fasst der Kofferraum 322 Liter. Dieser Wert berücksichtigt noch nicht das zusätzliche Fach unter dem Ladeboden namens Megabox, das weitere 119 Liter bereitstellt. Damit ergibt sich ein Gesamtvolumen von 441 Litern, ein im Segment sehr konkurrenzfähiger Wert. Einen Frunk beziehungsweise vorderen Kofferraum gibt es nicht, da unter der Motorhaube nur der Motor und sämtliche Nebenaggregate untergebracht sind.
Hyundai IONIQ 3: Mehr als 490 km Reichweite
Unter der Karosserie nutzt der neue IONIQ 3 die bereits bekannte E-GMP-Plattform des Hyundai-Konzerns. Dank einer 400-V-Elektrik wird er mit zwei Batteriepaketen angeboten: 42,2 kWh und 61 kWh für die Varianten Standard Range beziehungsweise Long Range. Die WLTP-Reichweiten liegen bei mehr als 335 km und 490 km.
Zu den Ladeleistungen hat Hyundai noch keine Angaben gemacht. Bekannt ist jedoch, dass der IONIQ 3 unabhängig von der Batteriegröße an einer Gleichstrom-Ladesäule (DC) in 29 Minuten von 10 % auf 80 % geladen werden soll. Mit Wechselstrom (AC) kann das Modell dagegen mit bis zu 22 kW laden.
Der Hyundai IONIQ 3 weist eine bemerkenswerte Besonderheit auf: Die leistungsstärkere Variante ist mit der kleineren Batterie gekoppelt, während die schwächere Version den größeren Akku erhält. Die Standard-Range-Version leistet somit 107,8 kW (147 cv), die Long-Range-Variante 99,5 kW (135 cv). Das Drehmoment bleibt in beiden Fällen bei 250 Nm.
Wann kommt der Hyundai IONIQ 3?
Hyundai hat bislang weder den Marktstart des neuen IONIQ 3 bekannt gegeben noch bestätigt, wann er in den einzelnen europäischen Märkten erhältlich sein wird. Auch die Preise wurden noch nicht veröffentlicht und bleiben vorerst offen.
Angesichts der Positionierung des Modells ist zu erwarten, dass sein Preis auf dem Niveau der neuen Welle erschwinglicher Elektroautos liegt, die derzeit auf dem europäischen Markt „landen“. Die günstigste Version dürfte weniger als 30.000 Euro kosten.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen