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Volkswagen Tukan: Neuer Pick-up in Brasilien kostet weniger als 20.000 Euro

Blauer Volkswagen T-Cross SUV in einem modernen Autohaus mit großen Glasfenstern.

Ein Neuwagen für weniger als 20.000 Euro ist in Europa inzwischen kaum noch zu finden. Selbst Dacia, traditionell eine der wichtigsten Marken für günstige Autos, verlangt in Portugal mittlerweile 19.900 Euro für den preiswertesten Duster.

In Brasilien hat Volkswagen nun ein Angebot vorgestellt, das aus europäischer Sicht fast unwirklich erscheint. Die Tukan verfügt über eine echte Ladefläche und soll in der Basisversion für rund 120.000 Real auf den brasilianischen Markt kommen.

Direkt umgerechnet entspricht das ungefähr 19.800 Euro. Zum Vergleich: Das ist weniger als die 19.900 Euro, die in Portugal für die Einstiegsversion des Dacia Duster fällig werden.

In Brasilien reichen weniger als 20.000 Euro also für einen fabrikneuen Volkswagen-Pick-up. In Portugal eröffnet derselbe Betrag lediglich den Zugang zur SUV-Palette eines der günstigsten europäischen Hersteller.

Der Vergleich verdeutlicht, wie groß die Unterschiede zwischen beiden Märkten sind – und wie schwierig es in Europa geworden ist, bezahlbare Fahrzeuge zu finden.

Zwei Ausführungen für unterschiedliche Zielgruppen

Volkswagen hat die Tukan in zwei Varianten präsentiert. Die Ausführung Robust besitzt eine Einzelkabine, eine längere Ladefläche und ist klar auf den gewerblichen Einsatz ausgerichtet. Sie richtet sich an Flottenbetreiber und kleinere Produzenten, für die eine hohe Transportkapazität im Vordergrund steht.

An der Spitze der Baureihe wird die Extreme stehen. Sie verbindet eine Doppelkabine mit vier Türen mit einer umfangreicheren Ausstattung, einer hochwertigeren Verarbeitung und einer Auslegung für Arbeit, Reisen und Freizeitaktivitäten.

Der neue Pick-up wird die Saveiro schrittweise ablösen, die 1982 eingeführt wurde und in Brasilien weiterhin angeboten wird. Gegenüber ihrem Vorgänger fällt die Tukan größer und moderner aus und positioniert sich zwischen klassischen kompakten Pick-ups und größeren Modellen.

Polo-Plattform mit arbeitsorientiertem Heck

Die Tukan basiert auf einer Architektur, die von der MQB-Plattform abgeleitet ist. Diese kommt auch bei Modellen wie Volkswagen Polo, Nivus, Tera und T-Cross zum Einsatz.

Für die Hinterachse entschieden sich die Volkswagen-Ingenieure jedoch für eine Starrachse mit Blattfedern. Diese bei Nutzfahrzeugen verbreitete Konstruktion ist dafür ausgelegt, höhere Lasten zu tragen und dem intensiven Einsatz sowie Fahrten auf schlechten Straßen besser standzuhalten.

Nach Angaben von Volkswagen wurde der Pick-up direkt gemeinsam mit potenziellen Kunden erprobt. Die Erfahrungen unter besonders staubigen Bedingungen führten zu Anpassungen am Ansaugsystem; zudem wurde die Klimaanlage für den effizienteren Betrieb in Regionen mit hohen Temperaturen vorbereitet.

Von einfachen Motoren bis zur Elektrifizierung

Die vollständigen technischen Daten hat die Marke noch nicht veröffentlicht. Abhängig von der jeweiligen Version soll die Modellreihe jedoch verschiedene Motorisierungen erhalten. Die günstigsten Ausführungen könnten mit einem 1,6-Liter-Saugmotor und manuellem Getriebe ausgestattet werden.

Für die mittleren Varianten ist der 1.0 TSI mit Automatikgetriebe vorgesehen. Als Spitzenmotorisierung wird ein neuer 1.5 TSI Evo2 erwartet, kombiniert mit einem 48-V-Mildhybridsystem.

In Brasilien gefertigt und kostenbewusst entwickelt

Die neue Tukan wurde in Brasilien entworfen und entwickelt. Produziert werden soll sie im Werk São José dos Pinhais im Bundesstaat Paraná, in dem derzeit auch der T-Cross gebaut wird.

Laut Volkswagen sollen 76 % der Komponenten aus lokaler Produktion stammen. Dieser hohe Anteil reduziert die Abhängigkeit von importierten Teilen und dürfte dazu beitragen, den Preis wettbewerbsfähig zu halten.

Das Modell ist Teil einer Investition von Volkswagen in Höhe von 20 Milliarden Real (3,3 Milliarden Euro) in Südamerika. Es gehört zu einem Programm, das bis 2028 insgesamt 21 Markteinführungen in dieser Region vorsieht.

Gegen das meistverkaufte Auto Brasiliens

Entwickelt wurde die Tukan als Konkurrenz für den FIAT Strada, der seit 2021 das meistverkaufte Auto Brasiliens ist. Darüber hinaus soll sie gegen den Chevrolet Montana antreten und Arbeitsversionen mit Doppelkabinen-Varianten für die familiäre Nutzung verbinden.

Volkswagen hat keine Pläne bekannt gegeben, die Tukan in Portugal oder anderen europäischen Ländern anzubieten. Der Pick-up wurde vor allem für Brasilien und weitere Märkte Lateinamerikas entwickelt. Die europäischen Sicherheits- und Emissionsvorschriften sowie die steuerliche Belastung von Autos würden einen Verkauf hierzulande zu einem akzeptablen Preis nahezu unmöglich machen.

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