Der Subaru Forester vermittelt einfach ein beruhigendes Gefühl, oder nicht?
Das gilt, seit 1997 die erste Generation erschien. Schon immer ignorierte dieses Auto die schnelllebigen Moden der Automobilbranche konsequent. Das verdient Respekt: Die Herangehensweise ist ehrlich, die Philosophie klar, und der Hersteller weiss offenbar genau, welches Fahrzeug er bauen will – passend zugeschnitten auf seine Zielgruppe. Dabei handelt es sich überwiegend um Menschen im ländlichen Raum.
Subaru Forester: grösser und alltagstauglicher
Inzwischen wirkt er allerdings grösser und massentauglicher.
Oder? Die vierte Generation setzt andere Akzente, vermutlich als Reaktion auf Studien, nach denen sich die Verkäufe von Familien-SUV in den vergangenen 16 Jahren verachtfacht haben. Der neue Forester misst insgesamt 35 mm mehr in der Länge, ist 15 mm breiter und geringfügig höher. Ein Design-Star ist er weiterhin nicht – Subaru hat nicht den Sprung geschafft, mit dem Kia so erfolgreich war. Dafür besitzt Subaru Glaubwürdigkeit auf anderen Feldern, besonders bei den Geländefähigkeiten.
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Also ein praktischer Helfer abseits befestigter Wege?
Nicht allein, weil jede Variante über Allradantrieb verfügt und diesen wirkungsvoll einsetzt: Im Gelände wirkt der Forester aussergewöhnlich solide konstruiert. Die Boxer-Motoren arbeiten brummend vor sich hin, und selbst wenn die Reifen auf nassem Gras oder im Schlamm nach Halt suchen, entsteht nie der Eindruck, dass der Forester einknicken oder aufgeben könnte. Im Gegenteil, Schmutz scheint ihm regelrecht zu gefallen. Ein Honda CR-V oder Mazda CX-5 vermittelt dieses Vertrauen nicht in gleicher Weise. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Subaru auf Technik verzichtet. Modelle mit Lineartronic-Getriebe besitzen eine Taste namens „X-Mode“. Sie reduziert im Grunde die Gaspedalempfindlichkeit und aktiviert die Bergabfahrhilfe. Darauf kann man verzichten, denn ein Lineartronic-Getriebe möchte man ohnehin nicht haben.
Weshalb?
Weil es sich um eine CVT-Automatik handelt – und damit um ein unerquicklich schlechtes Getriebe. Im manuellen Modus ist es zwar erträglich, doch angesichts der vielen Konkurrenten mit ausgezeichneten Automatikgetrieben reicht das nicht aus. Besonders enttäuschend ist, dass Subaru es für den 237-bhp-Turbobenziner als einziges Getriebe anbietet.
Moment – ein 237-bhp-Benziner wie der frühere Forester Turbo?
Nun ja: auf dem Papier schon, in der Praxis nicht wirklich. Er leistet 258 lb ft, hat Direkteinspritzung, einen Twin-Scroll-Turbolader und soll in 7,5 Sekunden von 0 auf 96,6 km/h beschleunigen. Doch das Getriebe erstickt jede mögliche Spontaneität und Reaktionsfreude, zudem klingt der Motor nicht besonders mitreissend. Bleibt der Wählhebel auf D, fallen die Drehzahlen sehr weit ab. Will man am Kurvenausgang Leistung abrufen, muss zunächst nicht nur die Trägheit von Motor und Turbolader überwunden werden, sondern auch ein Getriebe, das gerade 1.500 U/min für angemessen hält, obwohl man 4.500 U/min erwarten würde.
Antrieb und Fahrverhalten des Subaru Forester
Wie fährt sich der Turbo?
Da muss ich gleich einhaken: Er heisst nicht Turbo, sondern 2.0XT – kaum eine besonders sportlich klingende Bezeichnung. Ebenso wenig besitzt er die Haltung und Kraft, die man von einem aufgeladenen Subaru erwartet. Er ist vielmehr zügig und geschmeidig unterwegs und kann einem Evoque durchaus Paroli bieten, doch vom rallyebegeisterten Charakter früherer Modelle ist wenig geblieben.
Dann würdest du den Diesel nehmen?
Kurz gesagt: ja. Aus jeder vernünftigen Perspektive ist er die einzige schlüssige Wahl. Vom 2,0-Liter-Saugbenziner mit 148 bhp sollte man Abstand nehmen, denn für diese Aufgabe fehlt ihm schlicht die nötige Kraft. Der Diesel mit 145 bhp, 258 lb ft Drehmoment und einem vollkommen brauchbaren Handschaltgetriebe macht in vieler Hinsicht mindestens ebenso viel Freude. Zwar reagiert der Motor etwas verzögert, läuft aber kultiviert und harmoniert gut mit der weich abgestimmten, dennoch sauber kontrollierten Karosserie. Tatsächlich ist die Karosseriekontrolle für ein Auto dieser Klasse durchgehend aussergewöhnlich. Die Federung arbeitet zudem verblüffend leise und geschmeidig, selbst wenn man sie stark fordert. Dadurch bleiben Gegenstände im Innenraum meist dort, wo man sie abgelegt hat. Das ist nützlich – ganz gleich, ob es Kinder, Heuballen, Schäferhunde, Mobiltelefone oder praktisch alles andere sind.
Innenraum, Kofferraum und Preise
Und wie ist der Innenraum?
Er bietet reichlich Platz, wirkt aber kaum besonders hochwertig. Hinten gibt es nun enorme Raumreserven, während der Kofferraum 505 Liter fasst – immerhin 12,5 Prozent mehr – und bei umgeklappten Sitzen auf 1.592 Liter wächst. Das grosse Panoramadach lohnt sich als Option, weil es den ansonsten nüchternen Innenraum deutlich heller macht. Es ist alles vorhanden, die Ausstattung ist umfangreich, aber besonders spannend wirkt sie nicht. Klapper- oder Knarzgeräusche gibt es allerdings nicht, selbst bei schneller Fahrt über ein Feld. Angesichts der eher günstigen Materialien ist das durchaus bemerkenswert.
Und eine elektrische Heckklappe?
Ja, die gibt es – doch sie hätte dieses Auto besser nicht bekommen. Sie passt nicht zum Charakter des Forester und arbeitet hoffnungslos, hoffnungslos langsam.
Was kostet er?
Die Preise beginnen bei £24.995 für den Basisdiesel und reichen bis £30.995 für den 2.0 XT. Ein weiterer Punkt ist erwähnenswert: der Verbrauch. Traditionell war dies eine Schwäche von Subaru, doch die neuen Zylinderköpfe mit Direkteinspritzung haben spürbar geholfen. Beim Diesel sind tatsächlich etwa 5,6–6,7 l/100 km möglich, offiziell werden 5,7 l/100 km angegeben. Der Turbobenziner könnte auf rund 9,4 l/100 km kommen, während der offizielle Wert bei 8,5 l/100 km liegt. Zu den wichtigsten Rivalen zählen der Freelander und der Nissan X-Trail. Gegen beide stellt der Forester eine gute und robuste Alternative dar. Mit einem besseren Namen, einem Handschaltgetriebe und einer kantigeren Abstimmung wäre der 2.0 XT zudem eine überzeugende Alternative zu einer ganzen Reihe weiterer Fahrzeuge – vom Focus ST Kombi bis zum Audi SQ5. Doch genau das bietet er nicht, und das ist schade.
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