Der Toyota bZ4X wurde in vielen Bereichen überarbeitet. Wir sind bereits die stärkste und bestausgestattete Variante gefahren – sie hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: In Portugal wird sie nicht angeboten.
Knapp vier Jahre nach seinem Marktstart erhält der Toyota bZ4X seine erste umfassende Modellpflege. Auf den Bildern stellt sich zunächst die Frage, was sich überhaupt verändert hat. Bei der internationalen Fahrpräsentation in Sotogrande in Spanien wurde jedoch deutlich: Unter der Karosserie steckt beinahe ein neuer bZ4X.
Äußerlich lassen sich die Unterschiede tatsächlich erst erkennen, wenn altes und neues Modell direkt nebeneinander stehen. Genau das war auch die Absicht des Teams um Chefdesigner Takanori Ito, mit dem wir sprechen konnten. Der „neue“ Toyota bZ4X wird im Grunde seit der Einführung des ersten Modells weiterentwickelt – als fortlaufende „Auffrischung des Gelernten“.
Die Nähe zum bisherigen Design wurde bewusst beibehalten, schließlich handelt es sich nicht um eine neue Generation. Allerdings tragen die Stoßfänger nun markantere und klarer ausgearbeitete Linien. Anders als beim auslaufenden Modell entsteht nicht mehr der Eindruck, dass mehrere einzelne Elemente zwanghaft zu einer Einheit zusammengefügt wurden.
Auch die Räder besitzen ein neues Design, während der untere Bereich der Karosserie ebenfalls optimiert wurde. Aufmerksame Betrachter entdecken zudem neue Spiegelkappen und seitliche Radhausverkleidungen in Klavierschwarz statt unlackiertem Kunststoff. Das sorgt nicht nur für einen hochwertigeren Auftritt, sondern verbessert auch den Luftwiderstandsbeiwert Cₓ von 0,29 auf 0,27.
Ergonomie im Vordergrund
Im Innenraum fallen die Neuerungen des Toyota bZ4X 2026 wesentlich stärker auf. Sowohl das Armaturenbrett als auch die Mittelkonsole wurden neu gestaltet. Letztere sitzt nun 10 cm tiefer und bietet zwei induktive Ladeflächen.
Der zentrale Touchscreen wächst auf 14 Zoll und integriert die physischen Drehregler für die Klimatisierung auf intelligente Weise. Darüber hinaus wurde er mittiger und symmetrischer platziert. Die Instrumentierung behält zwar Größe und Grafik bei, das gesamte Modul befindet sich nun aber besser im Sichtfeld des Fahrers.
Bei den Platzverhältnissen gibt es keine Änderungen, bei einzelnen Materialien dagegen schon. Für ein spürbar ruhigeres Ambiente sorgen vor allem die neuen Akustikverglasungen in den vorderen Türen sowie zusätzliche Dämmmaterialien, insbesondere im Kabinenboden und in den Radhäusern.
Am Steuer des Toyota bZ4X AWD
Ich muss zugeben, bei dieser Präsentation die beste Ausführung des Toyota bZ4X 2026 gefahren zu sein. Sie kombiniert die umfassendste von drei verfügbaren Ausstattungslinien, Lounge, mit der größten Batterie mit 73,1 kWh und einem rein elektrischen Antrieb mit zwei Motoren – jeweils einer pro Achse – sowie kräftigen 252 kW (343 PS).
Die Bezeichnung AWD steht für Allradantrieb, der auch einige Ausflüge abseits befestigter Straßen erlaubt. Das gilt besonders bei aktiviertem X-Mode, der die Traktion gezielter regelt. Dennoch sollte man die Erwartungen realistisch halten: Der Toyota bZ4X bleibt ein elektrisches SUV, auch wenn er mit 21 cm mehr Bodenfreiheit bietet. Ein Geländewagen ist er keinesfalls. Als Fahrzeug für „alle Bedingungen“ lässt sich der Toyota bZ4X AWD jedoch durchaus bezeichnen.
Der Allradantrieb bietet ein zusätzliches Sicherheitsplus, wenn Straßen mit Eis, Schnee oder sehr starkem Regen zu bewältigen sind – Bedingungen, die in diesem Teil der Welt selten vorkommen. Auch auf unbefestigten Wegen verbessert er die Kontrolle. Theoretisch wird aber wohl niemand einen Toyota bZ4X für genau solche Einsätze kaufen.
Mit 343 PS ist dies der zweitstärkste Toyota aller Zeiten; nur der GR Supra A90 „Final Edition“ mit 435 PS liegt darüber. In Verbindung mit dem Allradantrieb kann der Toyota bZ4X durchaus agil wirken und liefert bessere Fahrleistungen als erwartet. Ein Sportwagen ist er natürlich nicht – und auf kurvenreicheren Strecken wird das schnell deutlich.
Überarbeitetes elektrisches System des Toyota bZ4X
Noch wichtiger als die fahrdynamischen Fortschritte ist beim Toyota bZ4X 2026 die Überarbeitung des elektrischen Systems. Das neue Batteriepaket ist 170 mm breiter, was zusätzliche Verstärkungen der Struktur erforderlich machte. Künftig stehen zwei Bruttokapazitäten zur Wahl: 57,7 kWh und 73,1 kWh.
Für die AWD-Version ist ausschließlich die größere Batterie erhältlich. In dieser Konfiguration gibt Toyota eine maximale Reichweite von 516 km an, mit 20-Zoll-Rädern sind es 468 km. Der durchschnittliche Verbrauch soll bei 14,5 kWh/100 km liegen beziehungsweise bei 15,8 kWh/100 km mit 20-Zoll-Rädern.
Auf der Fahrstrecke der Präsentation konnte ich diesen Wert sogar deutlich unterbieten – obwohl das Fahrzeug die größeren 20-Zoll-Räder trug. Der Durchschnitt lag zwischen 13 kWh/100 km und 14 kWh/100 km, was eine ausgesprochen angenehme Überraschung war.
Auch beim Laden gibt es Änderungen. Beim Gleichstromladen (DC) bleibt es bei 150 kW; Toyota nennt 28 Minuten für den Ladevorgang von 10 % auf 80 %. Beim Wechselstromladen (AC) ist nun optional eine Leistung von 22 kW verfügbar, die auch der von mir gefahrene Lounge besaß. Von 10 % auf 100 % dauert ein Ladevorgang damit 3,5 Stunden.
Zu den wichtigsten Stärken des Toyota bZ4X zählt weiterhin die Garantie für die Batterie des elektrischen Systems: mindestens 70 % der Ladekapazität über 10 Jahre oder 1.000.000 Kilometer.
Toyota bZ4X AWD nicht in Portugal erhältlich
Es ist schon ironisch, dass ausgerechnet der einzige bZ4X, den ich bei dieser Präsentation fahren konnte, in Portugal nicht angeboten wird. Der Toyota bZ4X AWD Lounge bildet aktuell die Spitze der Modellreihe und vereint alles, was für dieses Modell verfügbar ist: mehr Leistung, die größere Batterie, Allradantrieb und die umfangreichste Ausstattung.
Zu den Highlights gehören der 22-kW-Lader, 20-Zoll-Räder, ein digitaler Innenspiegel sowie elektrisch verstellbare, belüftete und beheizte Sitze – neben weiteren Annehmlichkeiten.
Bemerkenswert ist, dass Toyota trotz der fehlenden Verfügbarkeit einen Richtpreis für Portugal nennt: 54.590 Euro beziehungsweise 44.382 Euro + Mehrwertsteuer für Unternehmen. Der Hersteller erklärt, dass diese Variante nicht am besten auf den dortigen Markt zugeschnitten sei.
Die Modellpalette des elektrischen Toyota-SUV für Portugal beginnt daher mit der Basisversion Exclusive. Sie verfügt über die kleinere Batterie mit 57,7 kWh, eine angegebene Reichweite von 442 km (WLTP) und kostet 44.990 Euro (36.577 € + Mehrwertsteuer).
Die wichtigste Variante für diesen Markt soll jedoch der Premium sein, den wir ebenfalls bereits gefahren sind. Er besitzt die größere Batterie mit 73,1 kWh, hat aber nur einen Elektromotor an der Vorderachse. Die maximale Leistung beträgt in dieser Ausführung 224 PS, während die Reichweite auf 569 km (WLTP) steigt. Der Grundpreis liegt bei 48.690 Euro (39.585 € + Mehrwertsteuer).
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