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Finland, Norwegen und Lettland: Absichtserklärung zur gemeinsamen Beschaffung des Patria TRACKX

Drei Soldaten analysieren vor einem gepanzerten Fahrzeug eine Karte in einer felsigen Waldlandschaft.

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Als weiteres Signal für den wachsenden Fokus auf die Verteidigung in Nordosteuropa haben Finnland, Norwegen und Lettland den nächsten Schritt in Richtung Beschaffung der neuen Kettenpanzerfahrzeuge Patria TRACKX gemacht. Auf dem in Ankara abgehaltenen NATO-Gipfel unterzeichneten die drei Staaten eine Absichtserklärung. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu vertiefen – unter anderem durch den Austausch von Informationen zur Fahrzeugentwicklung, zu Ergebnissen aus Erprobungen im Gelände sowie zur Bewertung späterer gemeinsamer Beschaffungen.

Kooperation für eine zukünftige gemeinsame Beschaffung

Mit der Absichtserklärung schaffen Finnland, Norwegen und Lettland die Grundlage, um ein Modell für koordinierte Beschaffungen zu prüfen und die gemeinsame Weiterentwicklung des Patria TRACKX auszuloten. Teil des Vorhabens ist zudem, Erkenntnisse aus den Fahrzeugtests miteinander zu teilen, um perspektivisch eine gemeinsame Plattform für die Landstreitkräfte der beteiligten Länder voranzubringen.

Finanzierung über EDF und Einbindung in FAMOUS

Das Programm Patria TRACKX wird aus dem Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) mitfinanziert und ist Bestandteil des multinationalen Projekts Highly Mobile Augmented Armoured Systems of the Future (FAMOUS). Damit soll eine neue Generation hochmobiler Kettenfahrzeuge entstehen, die in mehreren europäischen Armeen Systeme ersetzt, die sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähern.

Der Vorstandsvorsitzende und CEO von Patria, Panu Routila, erklärte: „Europa und die verbündeten Nationen brauchen ein neues Niveau an Mobilität, das den Landstreitkräften eine Fähigkeit verschafft, die kein Land allein entwickeln kann. Multinationale Kooperation und gemeinsame Beschaffung sind der beste Weg, gemeinsame Bedarfe in operative Fähigkeiten und Interoperabilität zu überführen. Die Absichtserklärung zeigt, dass Geländegängigkeit ein strategisches Feld für die NATO und die europäische Verteidigung ist, weil sie auf die Notwendigkeit reagiert, alternde Flotten gepanzerter Fahrzeuge durch eine europäische Plattform zu erneuern.“

Patria TRACKX und seine Fähigkeiten

Das TRACKX-Vorhaben orientiert sich am Kooperationsmodell des Common Armoured Vehicle System (CAVS) auf Basis des Patria 6×6. Nach Angaben des Unternehmens trug dieses Programm dazu bei, Auslieferungen zu beschleunigen, die Interoperabilität zu steigern und die logistische Unterstützung zwischen europäischen Staaten und NATO-Mitgliedern zu verbessern. Vor diesem Hintergrund sagte der Executive Vice President für den Bereich Protected Mobility bei Patria, Jussi Järvinen: „Der Erfolg des CAVS-Programms belegt den Nutzen multinationaler Zusammenarbeit. Diese Absichtserklärung bestätigt das Interesse an einer gemeinsamen Kettenfahrzeugplattform, die Interoperabilität, gemeinsame Fähigkeiten und Effizienz über den gesamten Lebenszyklus stärkt. Der Patria TRACKX wurde für den Einsatz unter allen Bedingungen entwickelt – mit hoher Mobilität, Schutz, Lagebild und Autonomie. Zudem lässt er sich an die Bedürfnisse der Ukraine anpassen.“

Fahrwerk und Geländegängigkeit des Patria TRACKX

Der Patria TRACKX ist darauf ausgelegt, in Schnee, Schlamm, Wäldern und auf Strassen zu operieren. Ermöglicht wird dies durch ein Konzept mit breiten Gummiketten, einem niedrigen Schwerpunkt sowie einer unabhängigen, hydropneumatischen Federung, die an jeder Laufrolle einstellbar ist. Das Fahrzeug ist in einer Gewichtsklasse von 13 bis 18 Tonnen verortet und soll eine moderne Alternative zu leichten Kettenplattformen bieten, die derzeit noch im Dienst stehen.

Nutzlast, Transportkapazität und Bewaffnung

Die Plattform weist ein Leergewicht von 12 Tonnen auf und ist für eine Nutzlast von 3,5 Tonnen ausgelegt. Darüber hinaus kann sie bis zu zehn Soldaten in einem Abteil transportieren, das mit explosionsgeschützten Sitzen ausgestattet ist, und eine 12,7-mm-Maschinenwaffe aufnehmen. Patria zufolge wurde der TRACKX als Ersatz für Fahrzeuge wie M113 und MT-LB konzipiert. Im Rahmen der Kooperation soll ein Mechanismus für eine gemeinsame Beschaffung etabliert werden, der den Start nationaler Serienkäufe ab 2027 ermöglichen soll.

Bilder: Patria.

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