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Kooperation von Navantia in Zagreb für das Korvettenprogramm der kroatischen Marine
Die spanische Werftengruppe Navantia hat zusätzliche Kooperationsvereinbarungen mit kroatischen Werften geschlossen, um ihr Angebot für das Mehrzweckkorvettenprogramm der kroatischen Marine zu untermauern. Kern des Ansatzes ist, kroatische Unternehmen in Bau und Ausrüstung der Korvetten Avante 2200/ALFA 3000 einzubinden – einer Plattform, die nach NATO-Standards entwickelt wurde.
Die Vereinbarungen wurden mit den kroatischen Unternehmen Uljanik Brodogradnja 1856 und Nortes Blue in Form von Absichtserklärungen (MoUs) unterzeichnet. Diese legen einen Rahmen für eine strategische Zusammenarbeit fest, mit dem Ziel, gemeinsam ein Angebot für die kroatische Marine auszuarbeiten. Die Unterzeichnung fand in der Spanischen Botschaft in Zagreb statt. Anwesend war Botschafter José Ramón García Hernández, der erklärte, die Abkommen zeigten „das Engagement von Navantia für dieses für Kroatien so wichtige Projekt, indem ein erstklassiges Produkt angeboten wird, das bereits in mehreren Ländern im Einsatz ist“.
Für Nortes Blue setzte der Geschäftsführer Juvel Čokić seine Unterschrift unter das Dokument, während Samir Hadžić Uljanik Brodogradnja 1856 vertrat. Navantia wurde durch Alfonso Valea repräsentiert, den Vertriebsdirektor für Europa und die Türkei. Er hob hervor, dass Navantia daran interessiert sei, die kroatische industrielle Wertschöpfungskette auszubauen und die Zusammenarbeit mit inländischen Unternehmen aus dem maritimen und technologischen Umfeld zu vertiefen.
Industrielle Rollen von Nortes Blue und Uljanik Brodogradnja 1856
Nach den vorliegenden Angaben sieht das Kooperationsmodell eine aktive Beteiligung der kroatischen Industrie in mehreren Projektphasen vor. Nortes Blue soll Kompetenzen in den Bereichen Entwurf, Engineering und industrielle Koordination einbringen. Uljanik wiederum würde – gestützt auf Infrastruktur und Erfahrung im Schiffbau – Aufgaben rund um den Bau und die Ausrüstung der Einheiten übernehmen.
Navantia zufolge zielt die Zusammenarbeit darauf ab, Know-how zu übertragen, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Kroatiens strategische Autonomie im Verteidigungsbereich zu stärken.
Avante 2200/ALFA 3000: NATO-kompatible Plattform und erwartete Vorteile
Das Angebot von Navantia basiert auf der Korvette Avante 2200/ALFA 3000, einer bereits entwickelten und NATO-kompatiblen Plattform. Nach Darstellung des Unternehmens würde dieses Design Integrationsrisiken senken, Lieferzeiten verkürzen und die logistische sowie operative Unterstützung der künftigen Einheiten der kroatischen Marine über deren gesamten Lebenszyklus erleichtern.
Internationaler Wettbewerb: Naval Group, Gowind 2500 und Schwedens FDI-Entscheidung
Navantias Schritt erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Konkurrenz um das kroatische Marineprogramm. Im April 2026 wurde bekannt, dass Naval Group als einer der wichtigsten Kandidaten gilt, Kroatien Korvetten des Typs Gowind 2500 zu liefern – im Zuge einer vertieften bilateralen Zusammenarbeit zwischen Zagreb und Paris. Der französische Vorschlag umfasste demnach Abkommen mit kroatischen Unternehmen und Einrichtungen aus den Bereichen Schiffsentwurf, maritime Systeme und unbemannte Technologien sowie Vorhaben zur angewandten Forschung gemeinsam mit akademischen Institutionen.
Gleichzeitig baut Navantia seine Strategie nach einem jüngsten Rückschlag im europäischen Markt für marine Verteidigung aus. Im Mai 2026 entschied sich die schwedische Regierung im Luleå-Programm für französische FDI-Fregatten (Frégate de Défense et d’Intervention) und schloss damit den Vorschlag ALFA 4000 des spanischen Unternehmens aus. Die künftigen schwedischen Einheiten sollen nach dem NATO-Beitritt des Landes die Fähigkeiten der schwedischen Marine in der Luftverteidigung und im Überwasserkampf stärken.
Mit den in Zagreb unterzeichneten Abkommen will Navantia seine Wettbewerbsposition im kroatischen Marineprogramm durch ein Angebot festigen, das auf lokale Industrieintegration setzt. Das spanische Unternehmen erklärte, weiterhin offen für zusätzliche Partnerschaften mit kroatischen Firmen zu sein, um den nationalen Anteil innerhalb eines möglichen Vertrags über die künftigen Mehrzweckkorvetten der kroatischen Marine zu erhöhen.
Titelbild: von Navantia bezogen.
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