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Volkswagen ID.3 Neo: Das wohl umfassendste Facelift 2026

Blauer Volkswagen ID.3 Neo Elektroauto frontal vor blauem Hintergrund in Studioaufnahme.

Ein Facelift ist normalerweise nicht gerade ein Ereignis. Ein paar anders gezeichnete Scheinwerfer, 2,6 zusätzliche PS und minimal veränderte Felgenspeichen, die man nur mit Spionageausbildung erkennt.

Volkswagen hat nun aber etwas hingelegt, das als wohl umfassendstes Facelift des Modelljahrs 2026 durchgehen könnte – vielleicht sogar überhaupt. Hier ist der ID.3 Neo: VWs Entschuldigungsschreiben für die letzten acht Jahre.

Die glattere Karosserie ist im Kern immer noch derselbe ID.3, den wir seit 2018 kennen – und nicht lieben gelernt haben. Neue Stossfänger, eine anders konturierte Motorhaube und die Tatsache, dass nicht mehr zufällig schwarze Lackflächen oder Sticker das Design zerhacken, sind dabei noch nicht einmal die eigentliche Nachricht.

Innenraum: Der Volkswagen ID.3 Neo setzt wieder auf echte Tasten

Der Knaller passiert drinnen. Einsteigen, und es wirkt wie ein kompletter Neustart. Die kapazitiven, berührungsempfindlichen Flächen am Lenkrad sind verschwunden. Stattdessen gibt’s ein neues, abgerundet-quadratisches Lenkrad, überzogen mit sinnvoll gruppierten, richtigen Knöpfen. Endlich.

Auch das Instrumentendisplay dahinter – lange zu klein und zu fade für mehr als Tempo und Restreichweite – wurde aufgewertet. Jetzt lassen sich die Infos anzeigen, die man in einem „erwachsenen“ Auto erwartet: Navigation, Fahrdaten, Medien – und sogar Retro-Anzeigen, inspiriert von früher, als Innenräume noch logisch waren und Touchscreens nicht alles bestimmten.

Ja, im ID.3 Neo bleibt der grosse Touchscreen in der Mitte. Bald soll ein Software-Update folgen, das die Bedienung spürbar beschleunigt. Schon jetzt reagiert das System deutlich besser als beim ursprünglichen ID.3.

Bedienung statt Fummelei: Schalter, Drehregler und bessere Materialien

Wer genauer hinschaut, merkt: Unter dem Display gibt es keine unbeleuchteten Touchflächen mehr, auf denen man Lautstärke und Temperatur ertastet. Stattdessen sitzt dort eine Reihe physischer Kippschalter – und darunter ein Lautstärkedrehknopf. Sogar gerändelt. Klar, Kunststoff ist es trotzdem, aber das ist in Ordnung. Das hier ist kein Bentley.

Auch einige der übleren Sparmassnahmen wurden zurückgenommen. Auf der Fahrertür sind es nicht mehr nur zwei Fensterheber-Schalter plus ein berührungsempfindlicher „Rear“-Knopf für die hinteren Fenster. Jetzt sind es vier Schalter – so, wie es von Anfang an hätte sein sollen.

Der Wippschalter für die Spiegelverstellung wurde ebenfalls verbessert. Und bei den Materialien ist spürbar nachgelegt worden: Das kratzige, staubmagnetische „Piano Black“-Zeug ist raus. Die Kunststoffe wirken stabiler, dichter – ehrlicherweise: deutscher. Die Sitze fühlen sich nicht mehr an, als kämen sie aus einem sowjetischen Nahverkehrsmittel. Sogar eine Massagefunktion ist möglich.

Dass das nicht nur Marketing ist, sagen wir mit Nachdruck, weil wir es nicht bei Volkswagens Versprechen belassen haben. Als TopGear.com hörte, VW habe auf unsere Anti-ID-Rants (und die aller anderen) reagiert, sind wir bis nach Deutschland gefahren, um selbst Platz zu nehmen – und uns die Scheibe „humble pie“ persönlich zu servieren. Der erste Eindruck: Wolfsburg ist wieder auf Kurs. Wieder Autos für Erwachsene, die von Erwachsenen genutzt werden.

Nebenbei fiel dort auch der Satz des Chefs: „Buttons sind nicht verhandelbar“.

Damit ist zu erwarten, dass dieses Cockpit-Konzept künftig in vielen neuen VWs auftaucht. Der Albtraum ist vorbei, Leute.

Mehr als Kosmetik: EV-Update, Ladeleistung und Assistenzsysteme

Ein so kompletter Innenraum-Umbau bei einem schon recht betagten Modell ist ungewöhnlich – aber VW belässt es nicht dabei, wenn es darum geht, Kundschaft zurückzugewinnen, die zu Koreanern und Chinesen abgewandert ist. Der ID.3 Neo ist nicht nur das bessere Auto. Er ist auch das bessere Elektroauto.

Die Reichweite steigt beim 79-kWh-Akku auf WLTP-zertifizierte 630 km oder 391 Meilen. Das sind 50 Meilen mehr als beim vergleichbaren Akku im ursprünglichen ID.3.

Wer das für übertrieben hält: Die ID.3-Neo-Familie startet mit einer 168-bhp-Version, die bis zu 259 Meilen schafft. Lieber genau die Mitte? Dann gibt es eine 189-bhp-Variante mit über 300 Meilen Reichweite. Oben drüber liegt das Topmodell mit bis zu 227 bhp – und eine schärfere GTX-Version soll bald folgen.

Ausserdem sind die Ausstattungslinien endlich übersichtlicher als das verwirrende „Pure Pro Performance S“-Durcheinander von früher. Jetzt heissen sie Trend, Life und Style. Dazu kommen schnelleres Laden, ein cleverer adaptiver Tempomat und mehr Ablagen im Innenraum.

Gab es jemals ein Midlife-Update, das so vielversprechend ausfällt wie dieses?

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