Produktionsausfälle bei Autoeuropa in Palmela
Wie wir vor ein paar Tagen berichtet haben, führte der Stillstand der Produktionslinie bei Autoeuropa – ausgelöst durch den Mangel an Halbleitern (die für die Herstellung von Chips für Autos benötigt werden) – zur Streichung von 95 Schichten und zum Ausfall von 28 860 Einheiten.
Die Fertigung wurde gestern, am 21. September, um 23:40 Uhr mit der Nachtschicht (vom 22.) wieder aufgenommen. Allerdings dürfte das nur von kurzer Dauer sein: Wegen der knappen Verfügbarkeit von Halbleitern sind bereits weitere Produktionsunterbrechungen eingeplant.
Nächste Unterbrechung: 27. September bis 4. Oktober
Eine neue Pause ist bereits für den 27. September vorgesehen und dauert bis zum 4. Oktober. Die Produktion soll erst am 6. Oktober (nach dem Feiertag am 5. Oktober) um 00:00 Uhr wieder anlaufen.
Gegenüber Razão Automóvel erklärte Leila Madeira, Public Relations bei Autoeuropa, dass auch dieser erneute Stopp „mit der Knappheit an Komponenten zusammenhängt, die durch die Verlängerung der Eindämmungsmassnahmen (wegen Covid-19) in Asien verursacht wird – einem Kontinent, in dem ein wesentlicher Teil der Halbleiterproduktion für unsere Produkte konzentriert ist“.
Welche Chips fehlen dem Volkswagen T-Roc?
Jedes heute verkaufte Auto enthält Tausende Chips, die praktisch alles steuern – vom Infotainmentsystem bis zu Fahrerassistenzfunktionen. Das gilt genauso für den Volkswagen T-Roc, der in Palmela gefertigt wird.
Wir haben bei Autoeuropa nachgefragt, welche Bauteile derzeit am stärksten fehlen und damit die Störungen im Produktionsablauf auslösen.
Besonders betroffen sind laut Autoeuropa „Türmodule, Radarsensoren für Fahrerassistenz und Komponenten für Climatronic (Klimatisierung)“.
In den vergangenen Monaten haben wir zudem gesehen, dass einige Hersteller bestimmte Ausstattungen aus ihren Fahrzeugen streichen – etwa beim derzeit abgelösten Peugeot 308 der vorherigen Generation, der auf das digitale Kombiinstrument verzichtet hat –, um die Fertigung weiterlaufen zu lassen.
Die Halbleiterkrise
Dass Autoeuropa von der Halbleiterknappheit getroffen wird, war zu erwarten. Das Problem betrifft die gesamte Automobilindustrie; weltweit gab es unzählige Ankündigungen zu Produktionsstopps.
Wie es dazu kam – und warum die Lage anhält
Nach Einschätzung der Analysten von AlixPartners sollen aufgrund der Chipkrise 3,9 Millionen Autos weniger gebaut worden sein; das entspreche Umsatzeinbussen von über 90 Milliarden Euro.
Ausgelöst wurde die Situation durch die Lockdowns während der Covid-19-Pandemie, die 2020 fast die ganze Welt zum Stillstand brachten. In der Folge brachen die Autoverkäufe abrupt ein, woraufhin grosse Teile der Branche ihre Chipbestellungen reduzierten.
Als die Nachfrage wieder anzog, hatten die Chipzulieferer – die nahezu vollständig in Asien konzentriert sind – ihre Kapazitäten bereits an andere Abnehmer vergeben: Durch die Pandemie stieg der Bedarf an Laptops, Smartphones und auch Spielekonsolen deutlich.
Mit dem erneuten Hochlauf der Automobilnachfrage fehlten dann Produktionskapazitäten, um den Bedarf einer Branche zu decken, die nun wieder Druck auf die Lieferanten ausübt.
Ein klares Ende ist weiterhin nicht absehbar. Verschärft wird die Lage durch neue Covid-19-Ausbrüche in Asien sowie durch weitere Ereignisse wie Erdbeben, Überschwemmungen und Brände, die mehrere Halbleiterfabriken beeinträchtigt haben.
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