Zum Inhalt springen

MINI Countryman PHEV im Test: bleibt der Plug-in-Hybrid eine gute Wahl?

Grüner Mini Countryman PHEV steht in hellem Showroom vor großen Fenstern mit Stadtblick.

Der überarbeitete MINI Countryman PHEV ist der erste (und bislang einzige) Plug-in-Hybrid der Marke. Vier Jahre nach seinem Debüt steht die elektrifizierte Variante heute jedoch vor einer deutlich anspruchsvolleren Aufgabe.

Denn in den vergangenen Jahren ist das Angebot an Plug-in-Hybriden massiv gewachsen. Der britische SUV muss sich inzwischen mit deutlich mehr Rivalen messen – etwa dem Volvo XC40 Recharge PHEV, den „Brüdern“ BMW X1 und X2 PHEV oder sogar dem Peugeot 3008 HYBRID4.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Ist die elektrifizierte Ausführung des MINI-SUV weiterhin eine ernst zu nehmende Option? Oder macht sich das Alter inzwischen bemerkbar? Um das herauszufinden, haben wir ihn auf die Probe gestellt.

Typisch MINI – innen wie außen

Im Vergleich zu den anderen Countryman-Versionen erkennt man den Plug-in-Hybrid vor allem an der Ladeklappe (naheliegend) und an den diversen Emblemen, die die elektrifizierten MINI-Modelle kennzeichnen – ein „E“, das an einen Stromstecker erinnert.

Mein persönlicher Bezug zum MINI-Design verlief nach dem Motto „erst ungewohnt, dann gefällt’s“ – und man muss zugeben: Wenn man dem Briten eines nicht vorwerfen kann, dann ist es Zurückhaltung.

Innen zeigt der MINI Countryman PHEV seine „deutsche Seite“: Materialien wirken angenehm, sowohl optisch als auch haptisch, und die Verarbeitung macht einen sehr robusten Eindruck. Das fällt besonders dann auf, wenn man im leisen Elektromodus unterwegs ist und die Straße schlechter wird.

Bei der Ergonomie sorgt der Retro-Ansatz dafür, dass viele physische Tasten erhalten bleiben – einige davon erinnern an Schalter aus früheren Flugzeugcockpits. Das Infotainment überzeugt mit einer guten Darstellung, wird aber durch die sehr große Zahl an Untermenüs ausgebremst (ein bekanntes Thema bei BMW).

Beim Platzangebot macht der MINI seinem Namen keine Ehre. Eine Klassenreferenz ist der Countryman nicht, als „Familienmodell“ der Baureihe erfüllt er seine Aufgabe jedoch solide: Vier Erwachsene reisen bequem, und beim Gepäck muss man dank eines Kofferraums mit 405 Litern nicht ständig Kompromisse kalkulieren.

Neue Funktionen, neues Fahrverhalten

Bei MINI denkt man normalerweise an Modelle, deren Fahrwerksabstimmung vor allem einem Ziel dient: Fahrspaß. Der Countryman PHEV setzt hier allerdings andere Akzente.

Als Familienfahrzeug konzipiert, fährt sich der britische SUV effizient, sicher und gut nachvollziehbar – der Allradantrieb unterstützt dieses Gefühl spürbar. Wirklich „spaßig“ im klassischen MINI-Sinne ist er aber nicht.

Das Fahrwerk verbindet Komfort und Fahrsicherheit gelungen, und auch die Sitze – optisch detailverliebt gestaltet – bieten hohen Komfort. Unterm Strich macht das den Countryman PHEV zu einem angenehmen Begleiter auf längeren Strecken.

Technisch nutzt er dasselbe System wie der von uns bereits getestete X1 und X2 xDrive25e: ein Benziner mit 125 cv in Kombination mit einem hinteren Elektromotor mit 95 cv. Zusammen stehen 220 cv maximale Systemleistung und 385 Nm Drehmoment zur Verfügung. Entsprechend ähnelt das Fahrerlebnis stark dem der „deutschen Cousins“.

So ergibt sich ein stimmiger Kompromiss aus Verbrauch und Leistung. Dank des effizienten Batteriemanagements sind Durchschnittswerte um 5,5 l /100 km möglich, und im Elektromodus lässt sich nahezu 40 km weit fahren, ohne dass man den vorgegebenen Rhythmus stark zurücknehmen muss.

Ist das das richtige Auto für Sie?

Der MINI Countryman PHEV bleibt eine Option, die man berücksichtigen sollte – insbesondere für alle, die einen Plug-in-Hybrid-SUV suchen, der bei den Abmessungen noch angenehm kompakt bleibt.

Sein klar retro-inspiriertes Design hebt ihn sichtbar ab und wirkt dennoch nicht altmodisch. Und das Plug-in-Hybrid-System, das hier bei MINI eingeführt wurde und inzwischen auch von den BMW-„Verwandten“ genutzt wird, gehört weiterhin zu den besser funktionierenden Lösungen – mit einer gelungenen Balance aus Sparsamkeit und Fahrleistungen.

Damit gilt: Wenn der BMW X2 xDrive25e die sportlicher gezeichnete Alternative ist und der X1 xDrive25e eher die familienorientierte, aber optisch zurückhaltendere Wahl darstellt, positioniert sich der MINI Countryman PHEV als Angebot für alle, die ein eigenständigeres Erscheinungsbild schätzen und stärker auf „Stil“ setzen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen