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Toyota bZ4X: Toyotas erster E-SUV auf e-TNGA im Grossserien-Ansatz

Silberner Toyota BZ4X Elektro-SUV in moderner Ausstellungshalle, Front- und Seitenansicht.

Der neue Toyota bZ4X ist streng genommen nicht das erste 100% elektrische Modell der Marke – diesen Titel trug der RAV4 EV, der bereits in den 90er-Jahren nur in begrenzter Stückzahl angeboten wurde, und später gab es in der vergangenen Dekade noch eine zweite Generation mit Tesla-Technik. Neu ist jedoch: Der bZ4X ist das erste Modell, das auf einer eigens für Elektrofahrzeuge entwickelten Plattform basiert und in grösserem Volumen gefertigt werden soll.

Die Zurückhaltung von Toyota gegenüber reinen Batterie-Elektroautos war zuletzt deutlich spürbar – insbesondere Akio Toyoda, der Präsident des Unternehmens, äusserte sich immer wieder kritisch zur schnellen und aus seiner Sicht erzwungenen Umstellung. Dabei gehörte Toyota zu den Pionieren der breiten Elektrifizierung, als 1997 der Prius auf den Markt kam.

Mit der neuen vollelektrischen Modellfamilie bZ (beyond Zero bzw. „jenseits von Null“) will Toyota nun den Anschluss an den Rest der Branche schaffen: Bis 2025 sind 15 reine Elektrofahrzeuge geplant, sieben davon sollen zur bZ-Familie gehören.

bZ4X, der erste

Den Auftakt macht der bZ4X, ein SUV mit Aussenmassen, die nahe am RAV4 liegen. Seine e-TNGA-Elektroarchitektur, die gemeinsam mit Subaru entwickelt wurde, sorgt allerdings für andere Proportionen.

So fallen die Überhänge vorn und hinten kürzer aus – eine Folge des um 160 mm längeren Radstands (insgesamt 2850 mm) im Vergleich zum RAV4, bei gleichzeitig nur 90 mm zusätzlicher Gesamtlänge (4690 mm). Zudem baut der bZ4X 85 mm niedriger als der RAV4 und kommt auf 1600 mm Höhe.

Weil die e-TNGA die Batterien im Fahrzeugboden „unterbringt“, soll auch das Platzangebot profitieren – Toyota verspricht grosszügige Verhältnisse für fünf Insassen.

Toyota erklärt, die Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe des bZ4X bewege sich auf dem Niveau des geräumigen Lexus LS, der grössten Limousine der japanischen Marke. Der Kofferraum wird mit einer soliden Kapazität von 452 l angegeben und verfügt über einen verstellbaren Ladeboden.

Im Innenraum legt Toyota ausserdem Wert auf eine Atmosphäre, die bewusst an ein Wohnzimmer erinnern soll. Erreicht wird das durch weiche Oberflächen, angenehme Texturen sowie satinierte Details.

Das Kombiinstrument ist digital (7″-TFT-Display) und sitzt tiefer als üblich, was Sicht und Raumgefühl verbessern soll. Ausserdem erhält der bZ4X ein neues Multimediasystem, das bereits Fern-Updates („Over-the-Air“) ermöglicht.

Mehr als 450 km

Im Toyota bZ4X arbeitet ein Lithium-Ionen-Akku mit 71,4 kWh, der laut Toyota eine Reichweite von mehr als 450 km ermöglichen soll – ein vorläufiger Wert, der noch auf die Zertifizierung wartet.

Auch bei der Haltbarkeit setzt Toyota hohe Erwartungen: Mit rund einem Vierteljahrhundert Erfahrung in der Entwicklung hochkapazitiver Batterien rechnet der Hersteller damit, dass die Leistung nach 10 Jahren oder 240 mil Kilometern (je nachdem, was zuerst eintritt) nur um 10% sinkt.

Das Thermomanagement spielt bei Elektroautos eine zentrale Rolle – und der bZ4X bildet keine Ausnahme. Er ist das erste elektrifizierte Toyota-Modell mit Flüssigkeitskühlung und wird serienmässig mit einer Wärmepumpe ausgeliefert. Laut Toyota sollen diese Lösungen dazu beitragen, dass der Reichweitenverlust bei Temperaturen unter 0 °C im Vergleich zu manchen Wettbewerbern geringer ausfällt.

Für das Laden unterstützt der bZ4X Schnellladen mit 150 kW (CCS2), ohne dass dies laut Hersteller Sicherheit oder Lebensdauer der Batterie beeinträchtigt. Für den Ladevorgang von 0 auf 80% werden 30 Minuten genannt.

In Portugal nur mit Frontantrieb

Der Markteintritt des neuen Toyota bZ4X ist mit zwei Varianten vorgesehen: einer Version mit Frontantrieb und einer Allradversion mit der schlichten Bezeichnung AWD.

Beim Fronttriebler sitzt der Elektromotor an der Vorderachse und leistet 150 kW (204 cv) bei 265 Nm. Damit beschleunigt der bZ4X in 8,4s auf 100 km/h und erreicht 160 km/h Höchstgeschwindigkeit (begrenzt).

Die AWD-Variante nutzt zwei Elektromotoren – je einen pro Achse – mit jeweils 80 kW (109 cv). Zusammen ergibt das 218 cv Maximalleistung und 336 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0–100 km/h verkürzt sich damit auf 7,7s, die Höchstgeschwindigkeit bleibt unverändert.

Allradantrieb soll den bZ4X vielseitiger machen. Dafür nutzt er das XMODE-System, mit dem sich je nach Untergrund unterschiedliche Fahrprogramme wählen lassen (zum Beispiel Schnee und Schlamm). Zusätzlich gibt es die Funktion Grip Control für anspruchsvollere Offroad-Passagen (unter 10 km/h).

Wie bei der Reichweite sind auch die genannten Leistungsdaten noch vorläufig. Bestätigt ist jedoch bereits, dass Portugal vorerst nur den bZ4X mit Frontantrieb erhalten wird.

Preise wurden bislang nicht kommuniziert. Eine Vorreservierung des neuen Toyota bZ4X soll jedoch wenige Tage nach der europäischen Präsentation am 2. Dezember möglich sein.

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