Abschied von einer Lotus-Ära
Bei Lotus steht der Beginn einer neuen Ära unmittelbar bevor – und dafür muss eine andere enden. Der Wandel vollzieht sich noch in diesem Jahr: Die Produktion von Elise, Exige und Evora läuft wie angekündigt aus, während der Evija sowie der noch namenlose Type 131 auf den Markt kommen. Vor dem endgültigen Aus gibt es jedoch noch Sondermodelle zum Abschied: die Final Edition für Elise und Exige. Die entsprechende Evora-Version wird zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.
Dabei handelt es sich um die dienstältesten Modelle der Marke. Obwohl sie über die Jahre zahlreiche Weiterentwicklungen und Varianten erhielten, basieren sie im Kern weiterhin auf denselben Fahrzeugen mit Aluminiumplattform, die beim Elise vor 25 Jahren und beim Exige vor 21 Jahren eingeführt wurden.
Die jeweiligen Final-Edition-Modelle erhalten exklusive Designdetails, zusätzliche Ausstattung und … mehr Leistung.
Lotus Elise Final Edition
Für den kompakten Elise bilden zwei Varianten den Abschluss einer 25-jährigen Karriere eines der prägendsten Sportwagen überhaupt: der Elise Sport 240 Final Edition und der Elise Cup 250 Final Edition.
Beide nutzen den Toyota-2ZZ-Motor, einen per Kompressor aufgeladenen 1,8-l-Reihenvierzylinder, der den Elise bereits in diesem Jahrhundert antreibt. Zudem verfügen beide erstmals über ein digitales TFT-Kombiinstrument.
Zur gemeinsamen Ausstattung zählen außerdem ein neuer, unten abgeflachter Lenkradkranz mit Leder- und Alcantara-Bezug, eine kleine „Final Edition“-Plakette sowie spezielle neue Bezüge und Ziernähte für Sitze und Innenraum. Hinzu kommen eigenständige Lackierungen, die an die Vergangenheit des Modells erinnern: Azure Blue, die Farbe des Modells von 1996, das Schwarz der Motorsportabteilung der Marke oder das klassische British Racing Green.
Der Lotus Elise Sport 240 Final Edition basiert auf dem Sport 220, leistet jedoch 23 PS mehr und kommt damit auf 243 PS sowie 244 Nm Drehmoment. Dank seines niedrigen DIN-Gewichts von 922 kg beschleunigt er in nur 4,5 s auf 100 km/h.
Zu diesem geringen Gewicht tragen exklusive geschmiedete 10-Speichen-Räder bei, die 0,5 kg leichter sind als jene des Sport 220. Mit Karosserieteilen aus Carbon, einer Lithium-Ionen-Batterie als Ersatz für die Serienbatterie und einer Heckscheibe aus Polycarbonat sinkt das Gewicht von 922 kg auf 898 kg.
Der Lotus Elise Cup 250 Final Edition, der Elise für „Trackdays“, erhält keine zusätzliche Leistung, dafür aber mehr Abtrieb. Sein neues Aerodynamikpaket mit Frontsplitter, Heckflügel, Heckdiffusor und Seitenerweiterungen erzeugt 66 kg Abtrieb bei 160 km/h sowie 155 kg bei seiner Höchstgeschwindigkeit von 248 km/h.
Er fährt außerdem auf neuen geschmiedeten 10″ M Sport-Rädern und ist serienmäßig mit Bilstein-Sportdämpfern, verstellbaren Stabilisatoren, einer Lithium-Ionen-Batterie sowie einer Heckscheibe aus Polycarbonat ausgestattet. Werden wie beim Elise Sport 240 Final Edition Carbonteile gewählt, liegt das DIN-Gewicht bei 931 kg.
Lotus Exige Final Edition
Beim radikaleren und stärkeren Exige wächst die Final-Edition-Familie auf drei eigenständige Versionen: Exige Sport 390, Exige Sport 420 und Exige Cup 430.
Alle drei bleiben dem ebenfalls kompressoraufgeladenen 3,5-V6 von Toyota treu. Ebenfalls für alle identisch sind die bereits beim Elise genannten Ausstattungsmerkmale: das neue digitale TFT-Kombiinstrument, das neue Lenkrad, Sitze mit neuen Bezügen und die „Final Edition“-Plakette. Die exklusiven Farben verweisen ebenfalls auf die Geschichte des Modells: Metallic White und Metallic Orange.
Der Lotus Exige Sport 390 Final Edition ersetzt den Sport 350. Seine Leistung steigt um 47 PS auf 402 PS, das Drehmoment beträgt 420 Nm. Bei einem DIN-Gewicht von lediglich 1138 kg sprintet er in nur 3,7 s auf 100 km/h und erreicht 277 km/h. Bei Höchstgeschwindigkeit kann er maximal 115 kg Abtrieb erzeugen.
Der Lotus Exige Sport 420 Final Edition legt gegenüber dem Sport 410 um 10 PS zu und bietet insgesamt 426 PS bei 427 Nm Drehmoment. Er ist der schnellste Exige, erreicht 290 km/h und absolviert den Sprint von 0 auf 100 km/h in lediglich 3,4 s. Mit nur 1110 kg (DIN) ist er zudem geringfügig leichter als der Sport 390.
Zur Ausstattung gehören verstellbare Eibach-Stabilisatoren und in drei Richtungen einstellbare Nitron-Dämpfer. Auch die Bremsanlage wurde aufgewertet: Sie stammt von AP Racing und umfasst geschmiedete Vierkolben-Bremssättel sowie zweiteilige J-hook-Bremsscheiben.
Der Lotus Exige Cup 430 Final Edition bildet schließlich die konsequent auf Rennstrecken ausgerichtete Variante. Leistung und Drehmoment des bekannten Cup 430 bleiben unverändert bei 436 PS und 440 Nm, doch sein Aerodynamikpaket hebt ihn hervor: 171 kg Abtrieb. Damit erzeugt er bei 160 km/h genauso viel Abtrieb wie der Exige Sport 390 bei 277 km/h, seiner Höchstgeschwindigkeit. Sein DIN-Gewicht beträgt 1110 kg, für den Sprint auf 100 km/h benötigt er 3,3 s, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 280 km/h.
Carbon in derselben Spezifikation wie im Rennsport findet sich am Frontsplitter, der vorderen Zugangsklappe, dem Dach, der Diffusoreinfassung, den verbreiterten Lufteinlass-Einsätzen, dem Heckflügel und der hinteren Motorhaube. Die Lenkung erhält eine überarbeitete Geometrie, während das Fahrwerk dieselben einstellbaren Komponenten wie der Exige Sport 420 und ebenso dessen Bremsanlage übernimmt. Das Fahrerlebnis auf der Rennstrecke wird zusätzlich durch einen unverwechselbaren Klang des Titan-Auspuffsystems bereichert.
Produktionsende und Verkaufszahlen
Sobald die Produktion endgültig endet, werden sich die gemeinsamen Verkäufe von Elise, Exige und Evora auf rund 55 Tausend Fahrzeuge belaufen. Das mag nicht viel erscheinen, entspricht jedoch mehr als der Hälfte aller Verkäufe von Lotus-Straßenmodellen seit der Gründung im Jahr 1948.
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