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Renault ZOE im ersten Test: der elektrische Kleinwagen für eine neue Ära

Weißer Renault Zoe Elektro-Kleinwagen in Ausstellungshalle mit digitalem Informationsdisplay.

Renault hat Portugal als Kulisse für die internationale Präsentation seines ersten rein elektrischen Kleinwagens gewählt: des Renault ZOE.

Als die Einladung zur Vorstellung dieses Kleinwagens kam, der angeblich eine neue Ära einläuten soll, war ich zunächst skeptisch. Einen Stromer hatte ich bis dahin noch nie gefahren, das gebe ich offen zu. Alles, was ich über Elektroautos gelesen oder gehört hatte, war entweder ausgesprochen positiv oder vernichtend negativ. Als ich dem Renault-Verantwortlichen den Schlüssel zurückgab, hatte ich ein Lächeln im Gesicht und war vollkommen überzeugt von der Idee eines nahezu perfekten zweiten Familienwagens. Es war ein rundum gelungener Tag – und dafür trägt allein der Renault ZOE die Verantwortung. Doch beginnen wir von vorn.

Renault selbst betont als Erstes, dass dieses Fahrzeug geradezu der ideale Zweitwagen für die Garage sei. Für mich bedeutete „ein zweiter Wagen in der Garage“ bislang immer Porsche oder Ferrari, ob klassisch oder neu, spielte keine Rolle. Hauptsache, er verbraucht viel, sein Motor klingt episch und sein Stil ist unverwechselbar. Dabei rechne ich natürlich nicht wirklich nach. Einen Wagen als Zweitauto behalten zu wollen, den ich mir vielleicht irgendwann einmal leisten könnte, ist eher eine Laune als ein realistischer Plan – ein Traum, keine Realität.

Wir hatten bereits im Vorfeld über diese Präsentation in Portugal berichtet. Renault hat nun den perfekten Kompromiss geschaffen: einen bezahlbaren Zweitwagen, der leise ist, fast nichts verbraucht und gleichzeitig einen unverkennbaren Auftritt bietet. Damit wurde zugleich das Konzept des zweiten Familienwagens neu definiert – denn er kann zum ersten werden.

Renault ZOE: unverwechselbares Design und entspannter Innenraum

Außen unverkennbar, innen fast perfekt

Der Renault ZOE strahlt Elektrizität aus und ist durch und durch eine Hommage an null Emissionen. Er wirkt dabei weder übertrieben futuristisch noch wie ein Stück schlecht verformtes Blech, wie es bei vielen Elektroautos auf dem Markt der Fall ist. Unbemerkt bleibt er keinesfalls. Das Außendesign schrieb Renault als Wettbewerb aus und es verkörpert vollständig die Vision von Jean Sémériva, dem Gewinner des Wettbewerbs: eine Linienführung voller „Reinheit und Emotion“, inspiriert von einem Wassertropfen. Traditionsbewusste Skeptiker werden sagen, das sei alles Marketing. Das stimmt zwar, doch die gewählten Worte passen wie angegossen – und selten war Marketing so treffend. Auch das große Renault-Logo, typisch für die neueren Modelle der französischen Marke, ist präsent.

Auch abseits der Karosserieform weisen zahlreiche Details auf den elektrischen Antrieb hin. Als Stromer ist er leicht erkennbar, denn Blau findet sich an vielen Stellen: dunkelblau getönte Scheiben, Rückleuchten, die nur beim Bremsen oder bei eingeschaltetem Licht rot aufleuchten, sowie Frontleuchten mit dominierenden blauen Akzenten.

Im Innenraum herrscht vollständig ZEN-Atmosphäre, und jedes noch so kleine Detail wurde bedacht. An Bord entsteht ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit, geprägt von hellen Farben und einer für das Kleinwagensegment bislang ungekannten Helligkeit. Das Chaos der Stadt gerät schnell in Vergessenheit; Psychiater sollten ebenso wie die Pharmaindustrie um ihre Karriere fürchten, denn der Renault ZOE bietet mit Platz für 5 Passagiere ein antidepressives Interieur.

Bei einer ersten Gesamtbetrachtung fällt auf, dass die Kunststoffqualität unter dem Segmentniveau liegt. Vollständig enttäuschend sind die Materialien allerdings nicht, doch gerade dieser Punkt verhindert einen perfekten Innenraum. Der Kofferraum ist größer als im Renault Clio und mit 338 Litern sogar einer der größten im Segment.

Intelligentes und komfortables Interieur

Die Kunststoffe verdienen keine Bestnote, was bei der französischen Marke immer wieder vorkommt. Um ein erschwingliches Produkt anbieten zu können, musste Renault jedoch irgendwo sparen. Die Verantwortlichen räumen selbst ein, dass dies notwendig war, um die Grenze von 13.000 Euro vor Steuern nicht zu überschreiten. Was der Renault ZOE bei den Kunststoffen verliert, macht er in allen anderen Bereichen wieder wett. Und ganz ehrlich: Nach einem Tag hinter dem Lenkrad und auf dem Beifahrersitz des Renault ZOE gerät dieses Detail in den Hintergrund.

Die auf den Komfort der Insassen zugeschnittene Ausstattung ist eine Stärke und liegt weit über dem Klassendurchschnitt, wobei sie in vielen Punkten innovativ ist. Dazu zählen ein Vorklimatisierungssystem, mit dem sich das Auto per Smartphone oder Computer vor der Abfahrt auf die gewünschte Temperatur bringen lässt, ein Luftfilter für reinere und allergenärmere Innenraumluft sowie eine fortschrittliche Klimaanlage. Letztere hält die Luftfeuchtigkeit im Innenraum auf dem richtigen Niveau, damit die Haut nicht austrocknet.

Beim Verhältnis zwischen Komfort und Batterieladung ist die Vorklimatisierung auf 5 Minuten begrenzt, wenn der Renault ZOE nicht am Stromnetz angeschlossen ist. Hängt er am Netz, nutzt das System ausschließlich Netzstrom und schont dadurch die Batterie. Der Renault ZOE ist, wie man sieht, eine Ode an den Komfort.

In der getesteten Ausstattung Zen ist für den Renault ZOE das Paket „Take Care By Renault“ erhältlich. Es umfasst einen Toxizitätssensor, einen reinigenden und entspannenden Luftionisator, einen aktiven Duftspender sowie wasser- und fleckenabweisende Teflon-Polster. Der Renault ZOE Zen bringt außerdem ein Schnellreinigungsset mit: spezielle Renault-Produkte, abgestimmt auf die Kunststoffe und Polster des Renault ZOE. Ja, Mütter und Väter dieser Welt: Die Kinder dürfen nach Herzenslust spielen. Für alle, die beim Begriff „Zen“ noch Zweifel hatten …

Auf Fahrer und Fahrverhalten ausgerichtet

Das Kombiinstrument ist digital gestaltet und ausgesprochen leicht verständlich. Es liefert jederzeit Informationen über den Batteriezustand und den Fahrstil. Je nachdem, wie der rechte Fuß das Gaspedal behandelt, ändern sich die Farben der Anzeige; Grün und Violett markieren die jeweiligen Endpunkte zwischen besonders ökonomischer und weniger sparsamer Fahrweise. Sobald man vom Pedal geht oder bremst, füllt sich die Batterieanzeige. Das kann regelrecht süchtig machen – genau das ist der Zweck der vielen Leuchten und Grafiken.

R-Link, Navigation und Vernetzung im Renault ZOE

R-Link? Ja, bitte!

Das R-Link-System feiert im Renault ZOE seine Premiere als Serienausstattung und verdient fünf Sterne. Dieses in das Armaturenbrett integrierte Tablet bietet eine Reihe von Funktionen, die jedes Auto in ein echtes Büro oder Entertainment-Center verwandeln. Der Renault ZOE ist nicht nur elektrisch, sondern baut seine Eignung für den Alltag noch weiter aus. Im Stand ermöglicht er den Zugang zu E-Mails, Twitter und einer Reihe von Anwendungen, derzeit 50 an der Zahl. Über die App R-Sound Effect lässt sich sogar der Innenraumklang eines Clio V6 oder eines Nissan GT-R simulieren. Träumen ist erlaubt, und selbst Renault scherzt über das fehlende Motorgeräusch.

Im Stau können Erwachsene und Kinder Sudoku sowie andere Reisespiele spielen. Während der Fahrt lassen sich beispielsweise Informationen über nahegelegene Sehenswürdigkeiten anhören, Kraftstoffpreise an umliegenden Tankstellen abrufen – eine Funktion, die nur für Verbrenner sinnvoll ist –, die Gelben Seiten nutzen oder die Wettervorhersage prüfen. Mit der Euronews-App kommen Nachrichten minutengenau ins Fahrzeug, und auf Wunsch liest der Renault ZOE sie sogar laut vor. Auch für besonders Abergläubische, die wissen möchten, ob ihr Sternzeichen einen guten Tag hat, ist gesorgt: Der Renault ZOE verfügt sogar über eine Wahrsagerin in der Mittelkonsole … okay, es ist nur eine App, eine tatsächlich integrierte Wahrsagerin wäre unmenschlich … weiter.

Zum R-Link-System gehört die Navigation TomTom Z.E Live, die weit mehr als nur ein GPS ist. In einer Welt, die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor beherrscht wird, stellt sie hinter dem Steuer eines Stromers ein besonders nützliches Werkzeug dar. Das TomTom-GPS wurde für die Integration in ein elektrisches Renault-Modell entwickelt und ist mit dem Renault ZOE vernetzt. Während der Navigation werden aktuelle Daten zur noch verfügbaren Reichweite angezeigt. Gibt man ein Ziel ein, das mit der vorhandenen Ladung nicht erreichbar ist, bestimmt das GPS die idealen Ladestationen für einen Zwischenstopp unterwegs.

Renault ZOE, überall dabei

Auch technologisch zeigt sich erneut, welchen Stellenwert Renault beim ZOE der Beziehung zum Nutzer einräumt. Ganz gleich, wo wir uns befinden: Über Smartphone oder Computer lassen sich sämtliche Fahrzeugdaten abrufen – Batteriestand, Ladezustand, Reichweite und die nächstgelegenen Ladestationen. Optional erlaubt das Paket My Z.E Inter@ctive zusätzlich, die Ladezeit festzulegen und einen Wochenplan abhängig von Stromkosten und CO2-Emissionen zu programmieren. Mit all diesen Funktionen ist es fast unmöglich, liegen zu bleiben. Nachdem Facebook der halben Welt süchtig machende Spiele beschert hat, wird der Renault ZOE sicherlich der Nächste sein. Ich sehe die glücklichen Besitzer eines Renault ZOE schon vor mir, wie sie programmieren, wann sie ihr Auto „füttern“.

Leise, dynamisch und sicher unterwegs

Leise genug

„Ist er an?“, fragte ich den Journalisten, mit dem ich mir den Renault ZOE teilte. Ein Druck aufs Gaspedal machte sofort klar: ja. Wir wählten eine von Renault vorgeschlagene und bereits im GPS hinterlegte Route. Über mehr als 30 Kilometer hinweg standen Stadtverkehr, Nebenstraßen mit guten Kurven bei zügiger Fahrt und Schnellstraße auf dem Programm. Los geht’s!

Obwohl kein Motorgeräusch zu hören ist, erzeugt der Renault ZOE beim Beschleunigen einen leichten elektrischen, fast raumschiffartigen Klang, damit Fußgänger nicht von einem lautlosen Phantomfahrzeug überrascht werden. Dieses System heißt Z.E. Voice, ist standardmäßig aktiviert und arbeitet bei Geschwindigkeiten zwischen 1 und 30 km/h, wobei der Fahrer zwischen 3 Klangvarianten wählen kann. Die Tonfolge verändert sich abhängig von der Geschwindigkeit und wird elektronisch geregelt.

Fahrdynamik und Komfort überraschen

Das Fahren ist angenehm, und sowohl der Komfort als auch die Ruhe im Innenraum erhalten gute Noten. Die Sitze sind besser als jene des Clio IV, und beim allgemeinen Komfort gefiel mir der Renault ZOE besser als der Clio. Hauptverantwortlich dafür ist die Federung; wer glaubt, Renault habe hier gespart, liegt völlig falsch. Die Vorderradaufhängung stammt vom Renault Clio, während Hilfsrahmen und untere Querlenker der Aufhängung vom Renault Mégane übernommen wurden. Doch das ist noch nicht alles: Hinten arbeitet die robusteste Verbundlenkerachse der Marke mit programmierter Verformung. All das soll gewährleisten, dass der Renault ZOE das Batteriegewicht in Kurven gut bewältigt. Auf kurvigen Straßen zeigt sich der Renault ZOE sehr kompetent und macht mit seiner leisen Raumschiff-Klangkulisse sogar Spaß.

Die Sitzposition muss besser werden

Im Vergleich zum Renault Clio IV ist der Renault ZOE 35 mm niedriger, besitzt breite Spuren und seine Karosseriesteifigkeit wurde um 55% erhöht. Zusammen mit der tief im Fahrzeugboden angeordneten Batterie entsteht ein Auto, dessen Karosserie deutlich mehr Leistung verkraften könnte. Die Sitzposition ist allerdings hoch, und die Lenkradposition erinnert an frühere Zeiten – an die Zeit eines weniger dynamischen Renault Clio. Dieser Punkt sollte überarbeitet werden.

Ausgewogener Motor

Der Motor leistet gute Arbeit, und obwohl seine Fahrleistungen weit von denen eines Kleinwagens mit Verbrennungsmotor entfernt sind, überzeugen sie. Mit 88 PS (65 kW) und einem maximalen Drehmoment von 220 nm meisterte ich die Steigungen der Stadt der sieben Hügel mühelos. Das volle Drehmoment steht in weniger als einer Hundertstelsekunde bereit, weshalb kein Mensch die Phase ohne Drehmoment wahrnehmen kann. Vielleicht wird ein Gott am Lenkrad über den Renault ZOE schreiben und das Gegenteil behaupten; es tut mir leid, aber ich konnte es nicht feststellen. Er ist nicht das stärkste Auto der Welt, aber er blamiert uns nicht. Ist der vom Clio IV bekannte ECO-Modus aktiviert, schaltet er sich bei Vollgas zum Überholen oder einfach aus Fahrfreude ab. Der Motor benötigt keinerlei Schmiermittel, wodurch seine Abhängigkeit von Wartungsarbeiten deutlich sinkt.

Sicherheit geht vor

Seine dynamischen Eigenschaften und die Investitionen in die Sicherheit der Insassen brachten ihm 5 Sterne im EURONCAP-Test ein. Bei Seitenaufpralltests erzielte er die Höchstwertung, erreichte im Kriterium „Erwachsenenschutz“ 32 von 36 möglichen Punkten und gehörte beim Kinderschutz zu den besten Modellen des B-Segments. Auch im Bereich „Fußgängerschutz“ steht der Renault ZOE an der Spitze seiner Kategorie. Während der Entwicklung des Renault ZOE wurden buchstäblich 90 Fahrzeuge in unterschiedlichsten Tests zerstört. Für ein Automobil, das intensiv am Leben der Stadt teilhaben soll, ist Sicherheit von grundlegender Bedeutung.

Batteriesystem

Für alle, die sich zu Recht Gedanken über Lebensdauer und Garantie der Batterie machen, stellt Renault klar: „Die Garantie gilt lebenslang.“ Sinkt die Batteriekapazität unter 75%, ersetzt Renault sie ohne zusätzliche Kosten. Der Renault ZOE wurde bis an seine Grenzen getestet, legte mehr als 850.000 Kilometer zurück und sein Elektromotor absolvierte das Äquivalent von 20 Jahren Nutzung.

Renault versichert, bei den Batterien nichts ungetestet gelassen zu haben. Sie mussten Missbrauchstests mit Verbrennung, Feuer, Eintauchen, Stürzen, Kompression, Kurzschluss und elektrischer Überladung überstehen … man schlug sogar einen Nagel in eine Zelle, um zu sehen, was danach geschieht. Stellen Sie sich den gefürchtetsten Folterer aus einem Hollywoodfilm oder Ihrer Lieblingsserie vor – haben Sie ihn vor Augen? Gut, laut Renault hat genau er die Batterie des Renault ZOE getestet.

Das Umweltbewusstsein reicht weit über den täglichen Einsatz des Renault ZOE als elektrischem und schadstofffreiem Auto hinaus. Die Batterien wiegen 250 kg, von denen lediglich 10 kg Material nicht recycelbar sind. Renault verfügt bereits über eine weltweite Struktur zur Rücknahme gebrauchter Batterien.

Reichweite, Laden und Kosten des Renault ZOE

Reichweite überzeugt, Technologie hilft

Die angekündigte und homologierte Reichweite beträgt 210 km. Die Erfahrung am Steuer des ZOE führt jedoch zu dem Schluss, dass dieser Wert nur unter sehr, sehr optimalen Bedingungen erreichbar ist. Mehr als 160 km geschätzte Reichweite sah ich nicht, und zwar ohne Einschränkungen bei der Nutzung oder besondere Zurückhaltung des rechten Fußes. Dennoch ist das ein sehr guter Wert, denn zu keinem Zeitpunkt machte ich mir Sorgen um die Reichweite. Renault räumt ein, dass der Wert von 210 km praktisch unerreichbar ist. Auf einer Pressekonferenz erklärte ein Renault-Ingenieur, die erwartete Entwicklung bei Batterien liege bei 2 bis 3% pro Jahr; Reichweitensteigerungen würden daher erst langfristig sichtbar.

Der Renault ZOE verfügt zudem über mehrere Lösungen für ein effizienteres Batteriemanagement. Das System Range OptimiZEr nutzt drei Mittel zur Reduzierung des Energieverbrauchs: speziell für den Renault ZOE entwickelte Michelin Energy E-V-Reifen mit niedrigem Rollwiderstand, ein regeneratives Brems- und Verzögerungssystem sowie eine Wärmepumpe. Neben der erheblichen Batterieschonung sorgt die Wärmepumpe dafür, dass sich der Innenraum wesentlich schneller erwärmt als mit herkömmlichen Systemen.

Laden war noch nie so einfach

Eines der Systeme, die im Renault ZOE erstmals zum Einsatz kommen, ist das von Renault für dieses Modell patentierte Chamäleon-Ladegerät. Es heißt „Chamäleon“, weil es den Renault ZOE mit unterschiedlichen Leistungsstufen sowohl einphasig als auch dreiphasig laden kann. Ziel ist es, die Batterie auch bei niedriger und mittlerer Leistung aufladen zu können. Dieses ausschließlich im Renault ZOE verfügbare Ladegerät schont die Batterie, verlängert ihre Lebensdauer und senkt zugleich die Stromrechnung.

Die Ladezeiten reichen, abhängig von der Leistung des Ladeanschlusses, von 30 Minuten bis 9 Stunden. An einer 43-kW-Ladestation – derzeit die leistungsstärkste Variante – benötigt der Renault ZOE eine halbe Stunde, um 80% seiner Batterie aufzuladen. Das ist der maximale Ladezustand, der an solchen leistungsstärkeren Stationen beim Schnellladen zulässig ist.

Der Renault ZOE wird mit einem Ladekabel geliefert, das Leistungen zwischen 3 und 22 kW unterstützt. Die Ladebuchse sitzt vorn hinter dem Markenzeichen, das den Anschluss verdeckt. Schnellladestationen besitzen ein eigenes Kabel, das für die erwähnten 43 kW ausgelegt ist. Nach dem korrekten Anschließen wird das Kabel verriegelt und lässt sich nur mit der Keycard oder über einen Knopf links vom Lenkrad des Renault ZOE lösen.

Was kostet ein Renault ZOE?

Diese Frage stellt sich zusätzlich zu den Kosten pro Ladevorgang, denn dass diese niedrig sind, wissen wir alle. Renault garantiert, dass eine vollständige Ladung nicht mehr als 2 Euro kostet. Weniger als 2 Euro für 160 Kilometer sind attraktiv. Doch wie bereits erwähnt, beschränken sich die Kosten nicht auf das Aufladen. Die Batterien werden für 79€ pro Monat gemietet. Der Vertrag läuft über 3 Jahre und 12.500 km pro Jahr und bietet alle Vorteile eines Mietvertrags, einschließlich der „lebenslangen“ Batteriegarantie während dieser Zeit. Dennoch ist nicht alles unkompliziert.

Der Renault ZOE richtet sich an Menschen mit einem Stellplatz in einer Garage oder einem eigenen Haus mit Garage. Darüber hinaus muss ein Renault-ZOE-Besitzer eine Wallbox für den heimischen Ladeplatz kaufen und installieren lassen. Das Stromnetz ist noch nicht darauf vorbereitet, den Renault ZOE direkt zu versorgen, und das Chamäleon-Ladegerät braucht die Farben dieser Wallbox, um sich anzupassen … Renault ist bereit, gemeinsam mit einem Fachhändler den gesamten Kauf- und Installationsprozess dieser Wallbox für den Renault ZOE zu übernehmen. Der Preis der Wallbox hängt vom Anbieter ab, doch für das Gerät sollte man mit rund tausend Euro rechnen. Der Renault ZOE kostet ab €21.750 (schlüsselfertiger Preis) und wird bereits im April in Portugal erhältlich sein.

Zusammenfassung

Der Renault ZOE ist der erste elektrische Kleinwagen auf dem Markt, und ein Vergleich mit dem „Nichts“ ist ohne Konkurrenz wenig glaubwürdig. Neben allem, was ich über den Renault ZOE bereits geschrieben und beschrieben habe, lassen sich aus meinen ersten Eindrücken drei negative Aspekte nennen: die Qualität einiger Kunststoffe, die nicht asymmetrisch umklappbare Rücksitzbank und die Tasche für das Ladekabel, die Renault – vermutlich erneut aufgrund finanzieller Vorgaben – offen sichtbar im Kofferraum untergebracht hat. Letztlich hängen alle drei Punkte mit dem notwendigen Endpreis zusammen, durch den dieser Renault ZOE wirtschaftlich machbar werden sollte.

Ohne Hellseher sein zu wollen, glaube ich, dass der Renault ZOE auf dem portugiesischen Markt gut aufgenommen wird. Sein Preis liegt etwas über dem von Dieselmodellen im Segment, doch sein elektrischer Antrieb und sein hoher Innovationsgrad werden den Verkauf stark unterstützen – vor allem angesichts von Kraftstoffpreisen, die für viele Geldbeutel immer schwerer zu verkraften sind. Er wird vielleicht keine gigantischen Verkaufszahlen erreichen, erst recht nicht in der aktuellen Zeit, aber er wird sicher mehr Einheiten verkaufen als die bestehenden Elektroautos.

Razão Automóvel wird noch Gelegenheit erhalten, den Renault ZOE über einen längeren Zeitraum zu testen und seine Fähigkeiten eingehender auf die Probe zu stellen. Der Renault ZOE verspricht, Familien zu verändern und eine neue Ära im Fahrzeugbestand einzuläuten. Wird er das schaffen? Das weiß niemand, und nur die Zeit kann es beantworten. Wenn dies jedoch der „Zweitwagen“ der Zukunft ist, kann der klassische Wochenend-Sportwagen für Menschen, die solche Summen für Autos ausgeben können, durchaus zum Drittwagen werden.

Dieser erste Kontakt reichte aus, um zu erkennen, dass noch viel getan werden muss, damit das Elektroauto für alle erschwinglich wird. Die Wahrheit ist jedoch: Mit dem Renault ZOE kommen wir diesem Zeitpunkt immer näher.

Text: Diogo Teixeira

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