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SEAT könnte nach 2030 schrittweise eingestellt werden

Rotes SEAT 2030 Elektroauto-Konzept mit sportlichem Design und großen Felgen in modernem Showroom.

Die Marke SEAT könnte tatsächlich verschwinden. Was bis gestern lediglich in einem internen Dokument des Volkswagen-Konzerns auftauchte, hat das Unternehmen nun selbst offiziell eingeräumt.

SEAT S.A., das Unternehmen hinter SEAT und CUPRA, bestätigt in einer Mitteilung, dass die Zukunft der Marke über den aktuellen Produktzyklus hinaus geprüft wird. Damit ist klar: Ihr Fortbestand kann nicht länger als gesichert gelten.

Ausschlaggebend sind vor allem wirtschaftliche Gründe. Strengere Vorschriften, die Kosten der Elektrifizierung und die notwendigen Investitionen in eine neue Modellgeneration machen laut Unternehmen die „wirtschaftliche Rechtfertigung neuer Investitionen in die Marke immer schwieriger“.

Daher „bleiben mehrere Szenarien für die Zeit nach 2030 offen“ – darunter auch eine Möglichkeit, die das Unternehmen bislang nie öffentlich genannt hatte: die „schrittweise Einstellung der Marke SEAT“.

Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. SEAT S.A. betont, dass „keine endgültige Entscheidung getroffen wurde“. Ausschlaggebend seien die Entwicklung der Regulierung, die Kundennachfrage und die Marktbedingungen.

Auch den Zeitplan, den die deutsche Wirtschaftszeitung WirtschaftsWoche gestern genannt hatte, bestätigt die Mitteilung nicht. Die Zeitung hatte ein Ende von SEAT bis 2029 erwartet; das Unternehmen verweist nun auf unterschiedliche Optionen für die Zeit nach 2030.

Bis dahin gelten die bereits beschlossenen Pläne weiter. SEAT S.A. will die vorgesehenen Markteinführungen und Modellüberarbeitungen fortsetzen, darunter 48-Volt-Mildhybridantriebe für Ibiza und Arona im Jahr 2027.

Unabhängig davon, wie es mit der Marke weitergeht, will SEAT S.A. die bestehenden Kunden über ihr Händlernetz weiterhin betreuen und alle eingegangenen Verpflichtungen erfüllen.

Die Marke SEAT könnte enden, SEAT S.A. nicht

Die Zukunft der Marke SEAT ist von der Zukunft der SEAT S.A. zu trennen: Zum Unternehmen gehören ebenfalls CUPRA sowie die industrielle Tätigkeit des Konzerns in Spanien.

Obwohl SEAT S.A. ein mögliches Verschwinden von SEAT einräumt, sieht das Unternehmen für sich selbst eine „solide Zukunft“. Zudem soll die industrielle Bedeutung innerhalb des Volkswagen-Konzerns weiter wachsen.

Martorell nimmt in dieser Strategie eine Schlüsselrolle ein. SEAT S.A. verantwortet die Industrialisierung der Plattform MEB21 – der internen Bezeichnung für MEB Entry beziehungsweise MEB+ – sowie der neuen Familie elektrischer Stadtautos des Volkswagen-Konzerns. Dazu zählen Modelle wie der CUPRA Raval und der Volkswagen ID. Polo.

Darüber hinaus möchte das Unternehmen eine zusätzliche Plattform für Martorell sichern. Die erweiterten industriellen Aufgaben sollen in den kommenden Jahren mehr Arbeitsplätze ermöglichen.

CUPRA gewinnt zunehmend an Bedeutung

Zugleich zeichnet sich immer deutlicher ab, welche der beiden Marken künftig im Mittelpunkt steht. SEAT S.A. bezeichnet CUPRA selbst als ihren „wichtigsten Wachstumstreiber“ und stuft die Marke als entscheidend für die künftige Rentabilität ein.

Seit der Gründung als eigenständige Marke im Jahr 2018 hat CUPRA bereits mehr als eine Million Fahrzeuge ausgeliefert und in acht Jahren acht Modelle eingeführt. Bis 2030 strebt die Marke einen Marktanteil von 3% in Europa an und will ihre internationale Expansion fortsetzen.

Als Nächstes ist der Einstieg im Nahen Osten vorgesehen, der für das dritte Quartal 2027 geplant ist. Langfristig hält das Unternehmen zudem an dem Ziel fest, CUPRA in die Vereinigten Staaten von Amerika zu bringen.

Umstrukturierung im Volkswagen-Konzern

Die Debatte über die Zukunft von SEAT fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen im Volkswagen-Konzern. Der Aufsichtsrat verabschiedete am 3. September den Future Plan 2030, ein umfassendes Restrukturierungsprogramm mit weltweit zusätzlichen Kürzungen von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen und einer Reduzierung der Modellzahl auf ungefähr die Hälfte.

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, versichert dennoch, dass SEAT S.A. innerhalb des Konzerns weiterhin eine bedeutende Rolle spielen werde. Dabei verweist er insbesondere auf die „solide industrielle Basis in Martorell“ und das Wachstum von CUPRA. Für die Zukunft der Marke SEAT gibt er jedoch keine Zusage.

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