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Hyundai i30 SW N Line im Test: Facelift mit neuen Stärken

Grauer Hyundai i30 SW N Line Kombi im Showroom mit schwarzen Felgen und roten Akzenten.

Nach vier Jahren auf dem Markt hat der Hyundai i30 SW ein willkommenes Facelift erhalten. Es frischt sein Erscheinungsbild auf und soll ihm helfen, in einem Segment konkurrenzfähig zu bleiben, das zunehmend von SUVs unter Druck gesetzt wird.

Die Überarbeitung fällt umfangreicher aus, als zunächst zu erwarten wäre. Wurden die Stärken des i30 SW tatsächlich ausgebaut, oder dienen die Änderungen lediglich dazu, das Alter des Modells zu kaschieren?

Um das herauszufinden, haben wir den Hyundai i30 SW in seiner optisch dynamischsten Ausführung getestet: als N Line mit dem 1.0 TGDi mit 120 PS und manuellem Getriebe.

Verändern statt revolutionieren

Man muss nicht besonders genau hinschauen, um die wichtigsten optischen Neuerungen am Exterieur des i30 SW zu erkennen.

Hyundai setzt erwartungsgemäß auf Evolution statt Revolution, schließlich handelt es sich um ein Facelift. Dennoch verleiht die Marke dem i30 SW ein zeitgemäßeres und aggressiveres Auftreten. Besonders die N-Line-Version mit ihren spezifischen Stoßfängern und dem eigenständigen Kühlergrill trägt dazu bei.

Am deutlichsten zeigen sich die Unterschiede an der Front. Meiner Ansicht nach sorgt sie für einen dynamischeren und weniger zurückhaltenden Charakter, durch den sich der südkoreanische Kombi besser von der Masse abhebt – vor allem in dem auffälligen Rot des getesteten Fahrzeugs.

Hyundai i30 SW: Nur dort verbessern, wo es nötig ist

Im Innenraum des i30 SW fallen die Veränderungen weniger umfangreich aus. Hyundai scheint dem bewährten Grundsatz gefolgt zu sein: „Wenn es funktioniert, wird es nicht ausgetauscht.“ Deshalb bleiben die gute Ergonomie und die weiterhin moderne Gestaltung erhalten, die lediglich unter dem häufigen Einsatz dunkler Farbtöne leidet.

Neu sind allerdings die Bildschirme mit 7” und 10,25”, die jeweils als Instrumentenanzeige beziehungsweise Display für das ebenfalls neue Infotainmentsystem dienen.

Auch bei der Verarbeitung gibt es am Hyundai i30 SW nichts auszusetzen. Sie bewegt sich auf einem guten Niveau, was sich am Fehlen von Klapper- oder Nebengeräuschen bemerkbar macht. Die Materialien sind zwar überwiegend hart – hier liegt er beispielsweise etwas hinter dem neuen SEAT Leon –, vermitteln aber einen hochwertigen Eindruck.

Dynamisch unverändert – und das ist gut so

Obwohl Hyundai Verbesserungen an Fahrwerk und Lenkung ankündigt, fährt sich der Hyundai i30 SW weiterhin wie zuvor. Und genau das ist positiv.

Wie Guilherme Costa bereits bei seinem Test des i30 SW 1.6 CRDi vor dem Facelift feststellte, verfügt das südkoreanische Modell über eines der besten Fahrwerke seiner Klasse. Das zeigt sich besonders auf kurvigen Strecken.

Auf der Autobahn und auf Landstraßen präsentiert sich der i30 SW stets stabil und sicher. Sein wahres Können zeigt er jedoch auf verwinkelten Straßen: Die direkte, präzise Lenkung und das Fahrwerk lassen einen das Sprichwort vergessen, wonach die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine Gerade ist.

Als Beleg für Hyundais Fortschritte bei der Fahrdynamik (danke, Herr Biermann) etabliert sich der i30 SW in dieser Disziplin als eines der besten Angebote im Segment. Er bewegt sich auf dem Niveau von Modellen wie dem Ford Focus SW oder dem Honda Civic und kann sogar … Spaß machen!

Noch mehr Spaß wäre möglich, wenn ihm mehr „Feuerkraft“ als die 120 PS und 171 Nm Drehmoment zwischen 1500 und 4000 U/min zur Verfügung stünde. Atemberaubend sind diese Werte zwar nicht, enttäuschen aber auch nicht und ermöglichen ein Tempo, das zumindest zum N-Line-Logo passt.

Dazu trägt das Sechsgang-Schaltgetriebe erheblich bei. Es ist nicht nur gut abgestuft, sondern besitzt auch eine angenehm mechanische Schaltkulisse, die fast an jene von Modellen wie dem Mazda3, Ford Focus oder Honda Civic heranreicht.

Beim Verbrauch zeigten sich sowohl der Fahrmodus „Normal“ als auch „Sport“ – der die ohnehin gute Motoransprache offenbar noch verbessert – mehr als akzeptabel.

Auf Landstraße und Autobahn lagen die Werte bei gleichmäßiger Geschwindigkeit und unter Ausnutzung des gesamten Platzangebots des i30 SW bei maximal 5 l/100 km. Im gemischten Betrieb betrugen sie etwa 5,6 l/100 km. Erst als ich die fahrdynamischen Fähigkeiten des i30 SW N Line intensiver nutzte, stiegen sie auf Werte nahe 7 l/100 km.

Ist er das richtige Auto für mich?

Mit dem i30 SW N Line beweist Hyundai, dass man auch an einem erfolgreichen Team Veränderungen vornehmen kann, damit es weiter gewinnt. Zu den bereits bekannten Stärken des i30 SW – dem gelungenen Kompromiss aus Komfort und Fahrverhalten, dem Platzangebot sowie der guten Ausstattung – kommen nun einige längst fällige technische Verbesserungen hinzu.

Der Innenraum setzt weiterhin auf eine eher nüchterne Optik, doch seine Qualität bleibt über jeden Zweifel erhaben. Zugleich hat das wichtige Technologie-Update die Wettbewerbsfähigkeit des i30 SW erhöht.

Mit sieben Jahren Garantie ohne Kilometerbegrenzung, einem Einstiegspreis von 25 520 Euro, mehr als ausreichend Platz für eine Familie und dem sportlicheren Auftritt, der diesem N Line „wie angegossen“ steht, bleibt der Hyundai i30 SW ein Kombi, den man in diesem Segment berücksichtigen sollte.

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