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Bentley Supersports: der neue kompromisslose V8-Performancewagen

Schwarzer Sportwagen fährt bei Sonnenuntergang auf nasser Straße und erzeugt Rauch hinter den Reifen.

Dieser neue Performancewagen ist gleichermaßen extrem aufregend wie bitterernst. Ein großer, wütender zweitüriger Coupé mit reichlich Aerodynamik und unverfälschter V8-Power in Vollfettstufe. Man sollte sich besser in Acht nehmen: Bentley hat den brandneuen Supersports losgelassen, und der hat keinerlei Geduld für Unsinn.

Bentley Supersports: traditionsreicher Name, kompromisslose Leistung

Das liegt auch daran, dass erst der vierte Bentley seit dem ersten „Super Sports“ diesen Namen trägt, den der traditionsreiche britische Hersteller vor 100 Jahren baute. Passenderweise erreichte jener Wagen 100 mph, also rund 161 km/h. Seither stehen Supersports-Modelle von Bentley für eine Welt ausgesprochen ernster Fahrleistungen.

Daran ändert sich nichts. Bei dieser Ausführung – und was für eine Ausführung das ist – hat Bentley dem V8 des Continental GT jede Hybridunterstützung genommen. Stattdessen darf der 4,0-Liter-Biturbo seine Kraft uneingeschränkt an die Hinterräder schicken.

Offenbar wurde der Motor verstärkt – ein Blick auf das Auto genügt als Beweis. Dazu kommen eine robustere Kurbelwelle, überarbeitete Zylinderköpfe und größere Turbolader. Ergänzt wird alles durch eine komplette Titan-Abgasanlage, die so abgestimmt wurde, dass sie sich von jedem bisherigen Bentley unterscheidet. Der Klang bleibt dabei unverfälscht, denn es gibt „keine künstliche Klangverstärkung im Innenraum“.

In dieser Konfiguration leistet der Turbo-V8 657 bhp und stellt 590 lb ft Drehmoment bereit. Über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das mit schnelleren, direkteren Schaltvorgängen und noch entschlossener zupackenden Kupplungen versehen wurde, gelangt die Leistung direkt zur Hinterachse.

Hinterradantrieb und V8 des Continental GT Supersports

Denn dieser Supersports ist der erste Continental GT mit reinem Hinterradantrieb überhaupt. Mit der höchsten Leistungsdichte aller Bentley-Motoren beschleunigt dieser Hulk-Zerschmetterer von 0 auf 62 mph in 3,7 Sekunden und erreicht anschließend 192 mph. Oder ungefähr diesen Wert – Bentley prüft die Höchstgeschwindigkeit noch.

Noch wichtiger als die reine Leistung ist allerdings seine Agilität. Deshalb besitzt er ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial und eine im Vergleich zum normalen, schwächlichen Conti GT für 16 mm breitere Hinterachsspur. Hinzu kommen Torque Vectoring sowie neu abgestimmte Lenkung, Aufhängung, Traktionskontrolle und ESC-Systeme.

Neue Zweikammer-Dämpfer gehören ebenfalls dazu. Attraktive geschmiedete und bearbeitete 22-Zoll-Aluminiumräder sorgen in Verbindung mit Trofeo-RS-Reifen dafür, dass dieses Auto Kurven 30 Prozent schneller durchfahren kann als ein Conti GT.

Größte Bremsanlage und weniger Gewicht

Dazu kommt laut Bentley die keineswegs nebensächliche Tatsache, dass hier die größte Bremsanlage verbaut wird, die je in einem Auto eingesetzt wurde: 10-Kolben-Bremssättel mit 440-mm-Scheiben vorn sowie Vierkolben-Bremssättel mit 410-mm-Scheiben hinten. Zehn Kolben. Wer das Bremspedal nur entschlossen genug tritt, reist vermutlich in der Zeit zurück.

Auch beim Gewicht wurde kräftig reduziert, vor allem durch den Verzicht auf Hybridunterstützung und Allradantrieb sowie durch ein Carbon-Dach anstelle des Aluminium-Dachs. Weitere, weniger auffällige Maßnahmen umfassen geringere Schalldämmung, den Wegfall einiger Fahrerassistenzsysteme, leichte Sportsitze und Sicherheitsgurte sowie mehr. Bentley gibt für den Supersports ein Gewicht von unter 2.000 kg an. Sicher, das ist weiterhin enorm viel – schließlich handelt es sich um einen Bentley. Gemessen an einem Bentley wirkt es jedoch geradezu Caterham-artig.

Und für einen Bentley ist dieses Exemplar ausgesprochen, ausgesprochen wütend. Man könnte meinen, einem solchen Luxus-Coupé stünde so viel optische Aggressivität nicht gut zu Gesicht, doch egal. Die Aero-Anbauteile – eine neue Frontschürze, neue Canards und Seitenschweller, spezielle Radhaus-„Klingen“, ein neu geformter Heckdiffusor sowie ein feststehender Heckflügel aus einem Stück – erzeugen 300 kg mehr Abtrieb als ein Conti GT Speed. Und dieses Modell trägt immerhin „Speed“ im Namen.

Selbstverständlich stehen zahlreiche Optionen zur Wahl, darunter „leistungsorientierte“ Lackfarben, die keine zusätzliche Pferdestärke liefern, aber erheblich mehr Attitüde. Außerdem gibt es unter anderem mehr Carbon, Leder und Aluminium.

Bentley baut lediglich 500 Exemplare. Bestellungen sind ab März 2026 möglich, die Auslieferungen beginnen Anfang 2027. Der Preis? Bentley hat ihn noch nicht genannt, doch er wird wohl … ernst ausfallen.

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