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BMW 1er: Besser als sein Design vermuten lässt

Dunkellila BMW 2er Active Tourer fährt auf Landstraße bei bewölktem Himmel mit Fahrer am Steuer.

Der BMW 1er und sein schwieriges Äußeres

Wenn ich an die aktuelle Modellpalette von BMW denke, kommt mir der 1er als Einstiegs-Kompakter nicht sofort in den Sinn. Nicht, weil ich seine Existenz übersehe – vielmehr weckt er bei mir einfach nicht die Begeisterung, die ich mir wünschen würde. Ein wenig enttäuschend ist das schon.

Der wichtigste Grund für meine Zurückhaltung ist sein Außendesign. Der iX zeigt, wie schwer sich BMW in den vergangenen Jahren damitgetan hat, eine neue, gesellschaftlich akzeptierte Formensprache zu entwickeln – von der man beim attraktiven iX3 offenbar wieder abgerückt ist. Natürlich ist Design Geschmackssache, doch die Aussage, dass der 1er weiterhin etwas unbeholfen wirkt, ist meines Erachtens nicht abwegig.

Obwohl einzelne Details überarbeitet wurden, passen die Proportionen an Front, Seite und Heck noch immer nicht ganz zusammen. Einige Elemente erscheinen überzeichnet, darunter der Kühlergrill vorne und der hintere Stoßfänger. Der Wagen greift weder prägende BMW-Designs der Vergangenheit auf, noch vermittelt er eine mutige Vorstellung von der Zukunft.

Im Vergleich zu den engsten Konkurrenten wie Audi A3 und Mercedes A-Klasse ist das ein klarer Schwachpunkt. Diese Identitätskrise betrifft zudem nicht nur die aktuelle Generation F70. Seit der Einführung im Jahr 2004 hat mich keines der bisherigen Außendesigns des 1er wirklich überzeugt.

Das jüngste Design sieht nicht direkt schlecht oder falsch aus – vielleicht färbt das coole BMW-Image auf den 1er ab. Wirklich gut oder stimmig wirkt es aber ebenfalls nicht. Das ändert sich allerdings, sobald man selbst den einfachen 120 Sport fährt: Dann entsteht ein völlig anderer Eindruck.

Innenraum und Antrieb des BMW 120 Sport

Während ich versuche, beim Blick auf das Exterieur nicht das Gesicht zu verziehen, träume ich eher davon, einen M3 Touring quer fahren zu lassen. Doch dann fällt mein Blick durch die Scheibe auf den Innenraum. Hübsche Metallteile, Stoffe und hochwertig wirkende Kunststoffe lassen ihn edler erscheinen, als er tatsächlich ist. Das digitale Kombiinstrument und das zentrale Infotainment-Display wirken zeitgemäß und sind nach etwas Eingewöhnung gar nicht so umständlich zu bedienen.

Von diesem kleinen, ungewöhnlichen Fronttriebler hatte ich nicht viel erwartet, doch das Fahrerlebnis ist besser, als man vermuten würde. Beim Antrieb handelt es sich um eine Art Baukasten-Mischung: ein 1,5-Liter-Dreizylinder, ein Turbolader und ein Mildhybrid-Elektromotor. Überraschenderweise harmoniert dieses Zusammenspiel sehr gut.

Fahrleistungen, Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit

Mit 170 PS steht ausreichend Leistung bereit, wenn man sie abrufen möchte. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in 7,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h. Auch das Handling kann überzeugen. Er ist nicht die ultimative Fahrmaschine, doch die Lenkung arbeitet vergleichsweise präzise. Dank der ausgeklügelten Vorder- und Hinterachsaufhängung kommt er zudem recht gut zurecht, wenn man ihn energisch in Kurven wirft.

Praktisch ist er ebenfalls. Natürlich gibt es größere Kompaktwagen, aber für Personen und Gepäck bietet er ausreichend Platz. Hinzu kommt die Effizienz: Der von BMW angegebene Verbrauch von 5,3 l/100 km ist wirklich respektabel.

Ein Buch sollte man also nicht nach seinem Einband beurteilen – selbst dann nicht, wenn dieser Einband nicht besonders gelungen ist. Der aktuelle 1er ist besser, als sein Erscheinungsbild vermuten lässt. Vielleicht benötigt er letztlich nur ein Neue-Klasse-Redesign. Man stelle sich das vor.

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