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Audi Q9: Der größte Serien-Audi aller Zeiten

Weißer Audi Q9 SUV im Showroom mit modernen LED-Scheinwerfern und großer Chrom-Kühlergrillfront.

Mit 5,31 Metern Länge lässt der neue Audi Q9 keinen Zweifel daran: Er ist das größte Serienmodell, das die Marke mit den vier Ringen jemals gebaut hat.

Damit überragt er den neuen Q7 um 24 cm und führt Audi in ein Segment, in dem die Marke bislang nicht unmittelbar vertreten war: große Luxus-SUV. Dieses Feld wird von Modellen wie dem Mercedes-Benz GLS und dem BMW X7 geprägt und ist insbesondere in Nordamerika, dem Nahen Osten und China von großer Bedeutung.

Dass Audi New York als Schauplatz für die Weltpremiere des Q9 ausgewählt hat, überrascht daher kaum. Ab Ende 2026 dürfte der Großteil der Fahrzeuge auf dieser Seite des Atlantiks unterwegs sein; die USA und Kanada gelten als wichtigster Weltmarkt.

Zugleich ist dies der erste Serien-Audi, dessen Modellbezeichnung die Zahl 9 trägt. Gerade in China dürfte dieses Detail gut ankommen, denn dort steht diese Ziffer für Langlebigkeit und Macht – und Fahrzeuge dieser Größe passen besonders gut in die dortige „Automobilfauna“.

Technische Grundlage ist die PPC-Plattform, also jene Architektur, auf der auch der neue Q7 basiert. Der Q9 übernimmt einen großen Teil der Antriebe und Technik dieses Modells, während der aktuelle Q8 weiterhin die ältere MLB-Plattform nutzt.

Zu den auffälligsten Designelementen zählt der senkrecht ausgerichtete Kühlergrill, der nahezu bis zur Unterkante des Stoßfängers reicht. Er kann mit verchromten oder schwarzen vertikalen Streben, optionaler Beleuchtung sowie in einer sportlicheren Ausführung für S line und SQ9 bestellt werden; dort besitzt er eine offene Wabenstruktur.

Fortschrittliche Beleuchtung

Mit dem Q9 führt Audi eine neue OLED-Lichttechnik ein, deren Elemente nur 0,1 mm dünn sein können. Dadurch lassen sich gebogene digitale Flächen gestalten, die den Konturen der Karosserie folgen.

Am Heck zieht sich ein Lichtband über die gesamte Fahrzeugbreite und bindet die vier Audi-Ringe ein. Insgesamt besteht die Hecksignatur aus 512 einzeln ansteuerbaren OLED-Segmenten.

Die Blinker können Hinweise auf die Fahrbahn projizieren, während das System andere Verkehrsteilnehmer vor Gefahren warnen kann. Darüber hinaus stehen dem Fahrer acht Lichtsignaturen zur Auswahl.

Auch der Einstieg soll besonders komfortabel sein. Die Türen öffnen und schließen elektrisch, lassen sich bis zu 90° aufschwenken und nutzen Sensoren, um Zusammenstöße mit Personen oder Gegenständen zu vermeiden. Ergänzt wird dies durch eine Zuziehhilfe, die eine nicht vollständig geschlossene Tür selbsttätig ins Schloss zieht.

Komfort für sechs oder sieben Personen

Im Innenraum präsentiert sich der Q9 als rollendes Wohnzimmer. Serienmäßig verfügt er über sieben Sitzplätze, alternativ ist eine sechssitzige Variante erhältlich: Dann wird die Rückbank der zweiten Reihe durch zwei einzeln elektrisch verstellbare Komfortsitze ersetzt.

Die Vordersitze lassen sich elektrisch einstellen und können mit Heizung, Belüftung sowie Massagefunktion ausgestattet werden. Sogar die vorderen und hinteren Armlehnen sind auf Wunsch beheizbar.

Beim Siebensitzer ist die zweite Reihe im Verhältnis 35/30/35 oder 65/35 teilbar. Drei Isofix-Befestigungspunkte sind vorhanden, und die beiden äußeren Sitze können elektrisch vor- und zurückfahren, ohne dass ihre Lehnen umgeklappt werden müssen. Kindersitze müssen somit nicht ausgebaut werden, um das Platzangebot anzupassen.

Die Lehnen der zweiten und dritten Sitzreihe lassen sich per Bedienelementen im Kofferraum elektrisch umklappen und wieder aufstellen. Selbst bei aufgebauten sieben Sitzen fällt das angegebene Ladevolumen mit 684 Litern großzügig aus.

Das 1,5 m² große Panoramadach ist das größte, das jemals in einem Audi verbaut wurde. Seine Transparenz lässt sich in neun Segmenten einzeln einstellen; laut Hersteller blockiert das Verbundglas 99,5% der ultravioletten Strahlung.

Zu einem Wohnzimmer passt ein hochwertiges Soundsystem. Die umfangreichste Anlage von Bang & Olufsen umfasst 22 Lautsprecher, 1360 W Leistung und einen 4D-Klangeffekt. Vier Lautsprecher sind in die vorderen Kopfstützen integriert.

Drei Bildschirme serienmäßig

Das Armaturenbrett wird von drei OLED-Displays mit gebogenem Glas geprägt. Das digitale Kombiinstrument misst 11,9”, der zentrale Infotainment-Bildschirm 14,5”, während das Display für den Beifahrer eine Diagonale von 12,3” bietet.

Die Materialqualität dürfte dem Premiumanspruch entsprechen, den Audi mit diesem SUV verfolgt. In vielen Märkten, darunter mehrere europäische Länder, wird der Q9 faktisch die Rolle übernehmen, die der inzwischen nicht mehr angebotene A8 hinterlassen hat.

Zur Auswahl stehen unter anderem Holz, Leder, gebürstetes Aluminium und Carbonfasergewebe; außerdem sind umfangreiche Individualisierungsprogramme vorgesehen.

Es lebe der Diesel!

Wie beim neuen Q7 dürfte der V6-Diesel für den europäischen Markt die zentrale Motorisierung sein. Der Dreiliter-Motor wird mit 245 PS und 500 Nm oder mit 299 PS und 630 Nm angeboten.

In beiden Ausführungen erhält der Verbrennungsmotor Unterstützung durch ein Mildhybrid-System mit einem Elektromotor, der 18 kW (24 PS) und 370 Nm leistet. Es soll nicht nur beim Beschleunigen helfen und den Verbrauch senken, sondern auch die verzögerte Motorreaktion reduzieren. Dafür kommt ein elektrischer Verdichter zum Einsatz, der in nur 1,2 Sekunden bis zu 1,2 bar Druck aufbauen kann.

In Nordamerika übernimmt der SQ9 mit 4.0-V8-Biturbo die Hauptrolle. Für China dürfte dagegen eine 3.0-V6-Benzinversion im Mittelpunkt stehen.

Für Europa besitzt vor allem die Plug-in-Hybrid-Variante Bedeutung, deren Einführung für Anfang 2027 vorgesehen ist. Sämtliche Antriebe kombinieren ein Achtgang-Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler mit dem Allradantrieb quattro.

Sehr anspruchsvolles Fahrwerk

Um ein SUV mit mehr als 5,3 m Länge und mindestens 2605 kg zu beherrschen, setzt Audi beim Fahrwerk auf viel Technik. Der Q9 verfügt serienmäßig über Einzelradaufhängung an allen vier Rädern, Luftfedern und adaptive Dämpfer.

Die Hinterachslenkung erlaubt einen Lenkwinkel der hinteren Räder von bis zu fünf Grad. Bei geringer Geschwindigkeit schlagen sie entgegen den Vorderrädern ein, um den Wendekreis zu verkleinern. Bei höherem Tempo lenken sie in dieselbe Richtung und erhöhen damit die Stabilität.

Es gibt sieben Fahrprogramme sowie einen gesamten Verstellbereich der Fahrwerkshöhe von 90 mm. Das System kann die Bodenfreiheit abseits befestigter Straßen erhöhen oder die Karosserie absenken, um die Stabilität zu verbessern und den Einstieg zu erleichtern.

Wann kommt der Audi Q9?

Der neue Audi Q9 wird im slowakischen Werk Bratislava gefertigt, gemeinsam mit dem Q7 und weiteren großen SUV des Volkswagen-Konzerns wie dem Porsche Cayenne.

Die ersten Varianten sollen Ende 2026 an Kunden ausgeliefert werden. Vollständig wird das Angebot allerdings erst in der ersten Hälfte des Jahres 2027 sein, wenn die übrigen Motorisierungen folgen.

In Deutschland soll der Q9 V6 TDI mit 299 PS ab 108.400 Euro angeboten werden. Preise für Portugal gibt es noch nicht, doch alles deutet darauf hin, dass der Einstieg in die Baureihe bei rund 130.000 Euro liegen wird.

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