Wie bereits Ende vergangener Woche erwartet, kam es am Montag, dem 27. Juli, zu einem erneuten kräftigen Anstieg des Dieselpreises.
Ein Blick auf die Preisentwicklung der großen Tankstellenketten zeigt: Diesel verteuerte sich je Liter deutlich um 6 bis 7 Cent. Bei Benzin fiel der Anstieg geringer aus und lag bei etwa 1,5 bis 2 Cent.
BP erhöhte die Preise am stärksten: Der Preis für Standarddiesel stieg um sieben Cent je Liter, jener für Standardbenzin um zwei Cent. Repsol und Galp hoben den Preis für Standarddiesel jeweils um 6,5 beziehungsweise 6,4 Cent je Liter an. Bei Standardbenzin verlangte Repsol zwei Cent mehr pro Liter, während Galp den Preis um 1,6 Cent erhöhte.
Unter Berücksichtigung dieser Erhöhungen, die sich voraussichtlich bei allen Tankstellenketten bemerkbar machen werden, wird der Durchschnittspreis für Standarddiesel in dieser Woche erneut die Marke von zwei Euro je Liter überschreiten. Zuletzt war dies am 10. Mai der Fall.
Der deutliche Preisanstieg bei Diesel wird außerdem dazu führen, dass dieser über dem durchschnittlichen Preis für Superbenzin 95 liegt. Dieser dürfte sich bei rund 1,99 €/l einpendeln.
Als Grundlage für die Berechnung der Kraftstoffpreise dienen wie üblich die Daten der Generaldirektion für Energie und Geologie (DGEG), in diesem Fall die am vergangenen Freitag, dem 24. Juli, veröffentlichten Angaben.
Die von der DGEG ausgewiesenen Werte berücksichtigen bereits die Rabatte der Tankstellenketten sowie die derzeit geltenden staatlichen Maßnahmen. Es handelt sich jedoch lediglich um Durchschnitts- und Richtwerte, die von den Preisen an einzelnen Tankstellen abweichen können.
Was verursacht diesen starken Anstieg der Kraftstoffpreise?
Der Preisanstieg bei Kraftstoffen hängt unmittelbar mit dem Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zusammen. Der für Europa maßgebliche Brent-Index zog in der vergangenen Woche erneut deutlich an.
Nachdem der Preis nach der Ankündigung der Waffenruhe bei etwa 70 US-Dollar gelegen hatte, kletterte er in der vergangenen Woche auf mehr als 90 US-Dollar und überschritt zeitweise sogar die Marke von 100 US-Dollar. Mit der Ankündigung der Aussetzung der Angriffe fiel der Barrelpreis am Montag, dem 27. Juli, stärker auf 85 bis 86 US-Dollar.
Zum Vergleich: Vor dem Konflikt lag der durchschnittliche Preis für Standarddiesel bei 1,635 €/l, während Standardbenzin 1,705 €/l kostete.
Senkung des ISP-Rabatts
Angesichts der Entwicklung der Kraftstoffpreise kündigte die Regierung eine weitere Anpassung des außerordentlichen Rabatts auf die ISP (Steuer auf Erdöl- und Energieerzeugnisse) an, der seit Anfang März gilt.
Gemäß Verordnung Nr. 314-B/2026/1 vom 24. Juli wurde der Rabatt für Standarddiesel von 6,01 Cent je Liter auf 7,52 Cent je Liter angehoben. Für Standardbenzin erhöhte sich der anwendbare Betrag von 4,64 Cent je Liter auf 5,50 Cent je Liter.
Ursprünglich sollte diese außergewöhnliche Maßnahme nur bis Ende Juni gelten. Die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, versicherte jedoch, dass die Unterstützung bestehen bleibt, solange die aktuellen Marktbedingungen andauern. Gleichzeitig erklärte sie, dass der Rabatt schrittweise zurückgenommen werde, sobald sich die Lage stabilisiert.
„Wir werden den Rabatt weiter erhöhen, um die Portugiesen zu entlasten und zu verhindern, dass der Staat davon profitiert“, sagte António Leitão Amaro, Minister des Präsidialamts, Ende vergangener Woche.
Diese außerordentliche Senkung der ISP-Steuer kommt zusätzlich zu der seit 2022 bestehenden Entlastung hinzu, die die Folgen steigender Kraftstoffpreise nach Russlands Invasion in der Ukraine abmildern soll. Dieser Mechanismus reduziert teilweise die Steuer auf Benzin und Diesel und wurde schrittweise an die Preisentwicklung angepasst.
Was steht auf dem Spiel?
Der Anstieg der Kraftstoffpreise in Portugal und Europa steht in direktem Zusammenhang mit der Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten. Diese führte zur Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Transportrouten für Erdöl aus dem Persischen Golf. Rund 20 % des weltweiten Rohölhandels passieren diesen Seeweg.
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