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Volvo EX60: Elektro-Crossover mit 813 km Reichweite

Schwarzes Volvo-Auto fährt bei Sonnenuntergang auf staubiger Straße, Vorderansicht mit leuchtenden Scheinwerfern.

Ende Januar präsentiert Volvo weltweit seinen neuen Elektro-Crossover EX60. Bei den Abmessungen positioniert er sich zwischen EX40 und EX90 – kaum überraschend. Schon jetzt ist klar: Bei Reichweite und Ladeleistung soll er beide Modelle sowie nahezu sämtliche Wettbewerber deutlich übertreffen.

Volvo EX60: Reichweite und Schnellladen

TopGear.com sprach mit Akhil Krishnan, dem Leiter des Programmmanagements für dieses Fahrzeug. Über das Design hält sich Volvo weiterhin bedeckt. Das bislang veröffentlichte Bild lässt jedoch eine klar erkennbare, vergrößerte Interpretation der Front des EX30 erkennen – oder eine verkleinerte Variante des EX90.

Einige eindrucksvolle Kennzahlen sind bereits bekannt. Selbst mit Allradantrieb soll der EX60 eine WLTP-Reichweite von 813 km (505 Meilen) erreichen. Sein 800-Volt-Bordnetz kann während der ersten zehn Minuten eines Ladestopps Energie für 338 km (210 Meilen) aufnehmen. Voraussetzung ist ein 400-kW-Schnelllader und ein Akkustand im idealen Bereich von etwa 10–20 Prozent bei der Ankunft. Damit liegen diese Werte sehr nah an denen des neuen BMW iX3.

Laut Krishnan ist entscheidend, dass der EX60 konsequent als Elektroauto entwickelt wurde und keine Benzinversion erhält. Der Verbrenner-XC60 wurde erst kürzlich überarbeitet und wird deshalb noch einige Jahre parallel angeboten.

SPA3-Plattform und Cell-to-Body-Batterie

Krishnan unterstreicht zwar, wie wichtig Software für Reichweite und Effizienz ist, doch auch die Hardware spiele eine wesentliche Rolle. Volvo bezeichnet den neuen Unterbau einschließlich Fahrwerk und Aufhängung als „SPA3“. Damit liegt er eine Stufe über dem EX90 auf „SPA2“-Basis.

Eine zentrale, unsichtbare Neuerung ist die Cell-to-Body-Batterie. Volvo verbaut die Zellen nicht mehr zunächst in Modulen, anschließend in einem Batteriepaket und schließlich im Fahrzeugboden. Dieses bisherige Konzept ist schwer und benötigt viel Bauraum. Stattdessen werden die Zellen unmittelbar in die Karosseriestruktur integriert: Das äußere Gehäuse versteift sowohl die Karosserie als auch den Bereich, in dem die Zellen untergebracht sind. Das spart erneut Gewicht; trotz zahlreicher Ankündigungen haben bislang nur sehr wenige Konkurrenten diese Lösung umgesetzt.

Auch die Karosserie selbst wurde verändert. In den inneren Radhäusern und im quer verlaufenden Bodenbereich kommt „Megacasting“ zum Einsatz. Große, dünnwandige und komplex geformte Aluminiumteile ersetzen Dutzende kleiner, verschweißter Stahlbleche. Dadurch wird die gesamte Struktur zugleich steifer und leichter. Tesla und XPeng nutzen ein ähnliches Prinzip bei ihren Elektro-Crossovern.

Effizienz ohne Abstriche beim Raumangebot

Die Volvo-Ingenieure beschäftigten sich zudem intensiv mit Rollwiderstand und Luftwiderstand. Krishnan betont allerdings, „die Aerodynamik arbeitet auf intelligente Weise“, sodass der EX60 weiterhin die Höhe und das geräumige, kantige Format bietet, das man von einem Volvo-Crossover erwartet. Er ist kein tropfenförmiges Fahrzeug. Geringer Luftwiderstand ist unverzichtbar, wenn das Auto wie behauptet auch auf Autobahnen einen großen Teil seiner WLTP-Reichweite erzielen soll.

Auch die Elektromotoren sollen zur Effizienz beitragen. Für Vorder- und Hinterachse kommen unterschiedliche, jeweils intern entwickelte Konstruktionen zum Einsatz. Wird einer der Motoren nicht für die Traktion benötigt, erzeugt er keinen zusätzlichen Widerstand. Das entspricht weitgehend dem Branchenstandard; wie gut es in der Praxis funktioniert, wird sich erst auf der Straße zeigen.

Volvo ist an Breathe Battery Technologies beteiligt, einem britischen Unternehmen, das Software für die Steuerung von Temperatur und Spannung jeder einzelnen Zelle entwickelt. So wird sichergestellt, dass alle Zellen mit der optimalen Rate geladen und entladen werden. Dies ist entscheidend für die gesamte Ladegeschwindigkeit – ebenso wie für eine lange Lebensdauer: Für die Batterie gilt eine Garantie von 10 Jahren und 241.000 km (150.000 Meilen) bis zu einem Gesundheitszustand von 70 Prozent.

Wie Krishnan erklärt, hat Volvo einen sehr großen Anteil des Software-Stacks sowie Motoren, Batterie und Elektronik selbst entwickelt. Nach dem bislang bekannten Stand wirken die grundlegenden Technologien jedoch vertraut. Weder Radnabenmotoren noch Festkörperbatterien oder Zell-Anoden ohne Graphit sind vorgesehen. Im Mittelpunkt steht vielmehr extrem optimierte, bewährte Technik, mit der Volvo den EX60 an die Spitze seiner Klasse bringen will.

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