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Bugatti Destrier: Das überraschende W16-Einzelstück

Dunkelblauer Bugatti Chiron Supersport im Showroom mit spiegelndem Boden und Glaswand im Hintergrund.

Fast zwei Jahrzehnte lang bildete der W16-Motor das „Herz“ der Bugatti-Modelle. Er trieb den Veyron, den Chiron sowie Divo, Centodieci, Bolide und zuletzt den W16 Mistral an. Gerade mit diesem Modell hatte die französische Marke den endgültigen Abschied vom W16 in ihren Straßenfahrzeugen begangen.

Das glaubten wir zumindest. Nun überrascht Bugatti mit dem Destrier, einem neuen Modell mit dem legendären 16-Zylinder-Motor. Anders als die übrigen Fahrzeuge der Marke ist er jedoch nicht auf einige Dutzend Exemplare limitiert.

Stattdessen handelt es sich um ein Einzelstück. Nach dem Brouillard und dem F.K.P Hommage ist es das dritte Einzelstück aus dem ultraexklusiven Solitaire-Programm.

Neue Auslegung des Bolide

Der Destrier nutzt zwar dieselbe Carbon-Monocoque des Bolide, wurde jedoch nicht für Rekorde auf der Rennstrecke entwickelt, sondern um Emotionen zu wecken. Die Strukturplattform und der W16-Motor bleiben erhalten, während alles andere auf die Schaffung eines Sammlerstücks ausgerichtet wurde.

Anstelle der riesigen Flügel, aerodynamischen Anbauteile und extremen Lösungen, die für Rennstrecken-Hypercars typisch sind, entschied sich Bugatti für eine deutlich elegantere und skulpturalere Gestaltung.

„Der Destrier ist kein Automobil, das man versteht, sondern eines, das man mit dem Herzen fühlt.“

Frank Heyl, Designchef von Bugatti

Mit einer Höhe von einem Meter sowie 20-Zoll-Rädern vorne und 21-Zoll-Rädern hinten besitzt der Destrier kraftvolle Proportionen. In der Seitenansicht zieht sich eine neue Interpretation der traditionellen Bugatti-„C“-Linie über die gesamte Karosserie, bis sie mit dem hufeisenförmigen Kühlergrill verbunden wird.

Am Heck ersetzt eine wesentlich zurückhaltendere, vom exklusiven Chiron Profilée inspirierte Lösung den feststehenden Flügel des Bolide. Besonders beeindruckend ist jedoch die Silhouette: Die Fahrgastzelle liegt zwischen den vorderen Kotflügeln eingebettet, während die Karosserie hinter den Türen schmaler wird und sich über der Hinterachse erneut verbreitert.

Bugatti Destrier als Hommage an den Type 57

Laut dem französischen Hersteller nimmt der Bugatti Destrier Bezug auf den legendären Type 57. Dieses Modell brachte sowohl den Type 57G Tank, Sieger der 24 Stunden von Le Mans, als auch den ikonischen Type 57SC Atlantic hervor.

Die Außenhaut verbindet außerdem Elemente aus poliertem Aluminium mit Komponenten aus dunkel getönter Carbonfaser.

Im Innenraum erinnert die Atmosphäre eher an ein Stück Haute Couture als an einen Rennwagen. Das sichtbare Carbon des Bolide weicht einer Kombination aus braunem Leder, Alcantara und einem eigens für dieses Projekt entwickelten dreidimensionalen Stoff. In dessen kreisförmiges Muster sind Kupferfäden eingearbeitet.

Türgriffe, Luftausströmer, Einstiegsleisten und die Lenkradmitte bestehen aus handgehämmertem Aluminium. Damit verweist Bugatti auf die Rüstungen mittelalterlicher Ritter, welche die Namensgebung Destrier inspirierten.

Der endgültige Abschied vom W16?

Trotz der umfassenden optischen Neugestaltung arbeitet unter der Karosserie des Destrier exakt derselbe Motor wie im Bolide: der legendäre 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern und 1600 PS.

Anders als beim zugrunde liegenden Hypercar steht das Aufstellen von Rekorden allerdings nicht im Mittelpunkt. Der Destrier wurde als Unikat geschaffen, um das Erbe des W16-Motors und die handwerkliche Kompetenz des französischen Herstellers zu würdigen.

Der neue Bugatti Destrier wird während der Monterey Car Week in den Vereinigten Staaten erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

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