Zum Inhalt springen

Geely E2: Chinas Elektro-Bestseller kommt nach Europa

Türkisfarbener Geely E2 Elektroauto auf drehbarer Plattform in moderner Ausstellungshalle.

Über 55.000 verkaufte Fahrzeuge pro Monat: Das ist die beeindruckende Visitenkarte des Geely Xingyuan, Chinas meistverkauftem Elektroauto. Schon bald kommt er unter einem anderen Namen nach Europa: als Geely E2.

In Portugal wird er erst 2027 eingeführt. Wir konnten ihn jedoch bereits bei den Sommertests des German Car of the Year (GCOTY) begutachten, bei denen die chinesische Marke einen E2 als europäisches Testfahrzeug dabei hatte.

Im Gespräch mit den Verantwortlichen von Geely Europa wurde deutlich: Der E2 wird nicht einfach nur eine angepasste Version des chinesischen Modells sein. Er erhält eigene Spezifikationen, eine auf europäische Fahrer abgestimmte Fahrwerksauslegung und wird selbstverständlich teurer ausfallen. Alles Weitere erklären wir in diesem Video:

Nicht einfach ein weiteres chinesisches Elektroauto

Der Geely E2 tritt in Europa in einem der umkämpftesten Marktsegmente an. Zu seinen Rivalen zählen Modelle wie der Renault Twingo E-Tech, der BYD Dolphin Surf und der Citroën ë-C3; später kommen auch der neue Dacia Spring sowie der Volkswagen ID.1 hinzu.

Dabei bringt er einige ungewöhnliche Argumente mit. Schon die Global Electric Architecture (GEA) hebt ihn ab: Der Elektromotor sitzt an der Hinterachse – eine Seltenheit unter Elektroautos dieser Klasse.

Das sorgt für eine ausgewogenere Gewichtsverteilung, einen kleinen Kofferraum unter der vorderen Haube und ein Raumangebot, das ihn auf das Niveau der Klassenbesten bringt.

Überdurchschnittlich viel Platz im Geely E2

Beim von uns gesehenen E2 handelt es sich noch um ein Vorserienfahrzeug, dennoch wurde schnell klar, dass Geely dem Platzangebot hohe Priorität eingeräumt hat.

Im Fond gibt es mehr Raum, als man bei einem 4,13 m langen Auto erwarten würde. Hinzu kommen eigene Lüftungsdüsen – ein Detail, das bei Elektroautos dieses Segments selten zu finden ist.

Der Kofferraum fasst 375 Liter und wächst bei umgeklappter Rücksitzbank auf bis zu 1320 Liter. Damit ist der Wagen zwar für die Stadt konzipiert, kann aber auch einige familiäre Aufgaben übernehmen.

Auch vorne mangelt es nicht an Platz. Besonders ins Auge fallen jedoch der zentrale 14,6-Zoll-Multimediabildschirm und das digitale 8,8-Zoll-Instrumentendisplay.

Im Innenraum dominieren harte Kunststoffe. Das überrascht bei einem Modell nicht, dessen Preis in Portugal voraussichtlich knapp oberhalb von 20.000 Euro beginnen wird.

Auf Europa abgestimmtes Fahrwerk

Der Geely E2 kommt in Europa mit zwei Batterievarianten (35 kWh und 47 kWh), einem Elektromotor mit 85 kW (116 PS) sowie einer unabhängigen Mehrlenker-Hinterachse. Die entscheidende Arbeit der Ingenieure bleibt allerdings unsichtbar.

Während der Erprobung in Deutschland erklärte uns Geely, dass der E2 spezielle Dämpfer und eine eigene Fahrwerksabstimmung erhalten hat. Damit soll er den Anforderungen europäischer Fahrer gerecht werden, die höhere Geschwindigkeiten und ein präziseres Fahrverhalten gewohnt sind.

Genau deshalb entspricht dieses Testfahrzeug noch nicht der endgültigen Marktversion. Die europäische Entwicklung ist allerdings bereits abgeschlossen, und die ersten Fahrzeuge für unseren Markt sind schon unterwegs.

Die finalen Reichweiten warten noch auf die Homologation. Für die kleinere Batterie sind jedoch etwa 250 Kilometer zu erwarten, während die reichweitenstärkere Variante mehr als 310 Kilometer schaffen soll.

Und was kostet der Geely E2?

In China entwickelte sich der Xingyuan zum Verkaufserfolg und kam 2025 auf mehr als eine halbe Million verkaufte Einheiten. Ein Grund dafür ist auch der Preis: Auf seinem Heimatmarkt startet er, zum aktuellen Wechselkurs gerechnet, bei rund 9000 Euro.

In Europa gelten andere Bedingungen. Der Wettbewerb war noch nie so intensiv, und der Erfolg wird sowohl vom Preis als auch davon abhängen, wie gut Geely dieses Modell an die Erwartungen europäischer Kunden anpasst.

In China zweifelt bereits niemand mehr an ihm. Nun bleibt abzuwarten, ob er diese Erfolgsgeschichte auch auf dieser Seite der Welt fortsetzen kann. Wir sind ihn noch nicht gefahren, doch wenn der Einstiegspreis wie erwartet bei etwa 21.000 Euro liegt, bringt der Geely E2 gute Voraussetzungen mit, um zu einem der interessantesten Angebote unter den urbanen Elektroautos zu werden.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen