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Lamborghini Revuelto SV mit 1.050 PS vorgestellt

Schwarzer und silberner Sportwagen mit geöffneten Scherentüren in modernem, kargem Raum.

Glaubst du, Lamborghini sei mit dem Hybridsystem im Revuelto weich geworden? Schon der „normale“ Wagen leistet immerhin 1.001 PS – wie man da zu diesem Schluss kommen kann, ist uns nicht ganz klar. Falls dir das trotzdem nicht reicht: Hier kommt der Revuelto SV mit 1.050 PS.

Ja, die fantastische Grafik auf der hinteren Seitenpartie eines großen V12-Lamborghini ist wieder da. Diesmal bringt sie 1.425 Nm Drehmoment, mehr als 344 km/h Höchstgeschwindigkeit und einen Sprint von 0 auf 100 km/h in lediglich 2,4 Sekunden mit. Damit ist er, erfreulicherweise, eine Zehntelsekunde schneller als das Serienmodell.

Lamborghini Revuelto SV: V12-Hybridantrieb und Rekordrunde

Das Antriebskonzept bleibt grundsätzlich unverändert: Der 6,5-Liter-Saugmotor mit zwölf Zylindern arbeitet mit einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und drei Elektromotoren zusammen. Zwei Axialflussmotoren sitzen an der Vorderachse, während ein Radialflussmotor zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe montiert ist. Den zusätzlichen Schub für den SV liefert vor allem der elektrische Teil. Ein neuer, verbesserter Akku mit 7,3 kWh statt 3,8 kWh im Standardauto ermöglicht es den Motoren, den 814 PS starken Verbrenner stärker zu unterstützen. Das dürfte bekannt vorkommen – ebenso wie einige weitere Änderungen, auf die wir noch eingehen werden –, denn sie stammen vom Einzelstück Fenomeno.

Zusätzlich erhält der SV eine überarbeitete Abgasanlage sowie den neuen Fahrmodus „Pilota“, der ihn auf der Rennstrecke noch präziser machen soll. Offenbar wirken die Maßnahmen: Der schärfere Revuelto hat auf dem Hockenheimring bereits mit 1:41,6 Minuten einen Rundenrekord für Serienfahrzeuge aufgestellt.

Mehr Abtrieb durch schärfere Aerodynamik

Optisch fallen vor allem die ausgesprochen kantigen Elemente unter den Scheinwerfern auf, die bis zum neuen Splitter hinunterreichen. Am Heck sitzt ein kräftiger Spoiler, dessen Enden jeweils mit Doppelflügeln versehen sind. Dennoch soll sich die Aerodynamik-Balance weiter nach vorn verlagert haben. Insgesamt erzeugt der Wagen 80 Prozent mehr Abtrieb als der normale Revuelto. Auch an Carbon-Anbauteilen mangelt es nicht. Lamborghini erklärt sogar, die SV-Modelle erhielten „mehr Carbon als jeder Revuelto“, wobei bis zu 25 Karosseriekomponenten sichtbar und unlackiert bestellt werden können.

„Jedes Element des Fahrzeugs wurde mit einem klar leistungsorientierten Ansatz entwickelt, der aerodynamische Effizienz, Leichtbaumaterialien und einen technischeren, vom Motorsport inspirierten Charakter verbindet, ohne die Reinheit des ursprünglichen Designs zu beeinträchtigen“, sagte, ähm, Designchef Mitja Borkert.

„Die neue Frontgestaltung, die spezielle Super-Veloce-Lackierung und der umfangreiche Einsatz von Sichtcarbon betonen die breitere Spur, Präzision und dramatische Präsenz des Fahrzeugs, während Details wie die neuen Zentralverschlussräder und die sechseckigen Grafikmotive sowohl technische Raffinesse als auch die unverwechselbare Design-DNA von Lamborghini ausdrücken. Das Ergebnis ist ein Revuelto, der sich optisch und dynamisch schärfer, fokussierter und für den Fahrer noch faszinierender anfühlt.“

Spoiler-Warnung, Mitja: Ja, dieser Revuelto trägt außerdem 20-Zoll-Zentralverschlussräder vorn und 21-Zoll-Pendants hinten. Dahinter sitzen neue Carbon-Keramik-Bremsen und manuell einstellbare passive Dämpfer. Versprochen werden 17 Prozent mehr Agilität, eine um 11 Prozent höhere maximale Verzögerung und 10 Prozent mehr Seitenhalt. Kann bitte jemand nach Lamborghini sehen? Das alles klingt viel zu vernünftig.

Limitierte Auflage und Pilota-Fahrmodus

Um das Gründungsjahr von Automobili Lamborghini zu würdigen, werden nur 1.963 SV an Kunden ausgeliefert. Im Innenraum warten leichte Carbon-Türverkleidungen, Carbon-Sitze sowie der Zugriff auf den neuen Pilota-Modus über das Lenkrad. Darüber lässt sich auch eine neue fünfstufige Traktionskontrolle anwählen. Ein neuer „6D-Sensor“ sitzt in der Fahrzeugmitte und liefert mehreren Regelsystemen in Echtzeit Messwerte zur Beschleunigung auf allen drei Achsen – quer, längs und vertikal.

„Durch die Kombination dieser Informationen mit einer neuen intelligenten virtuellen Schätzlogik erhält das System ein tieferes Verständnis dafür, wie sich das Fahrzeug in jeder Fahrsituation bewegt“, heißt es in den Informationen zum SV.

„Dies ermöglicht präzisere und schneller reagierende Bremseingriffe, hilft dabei, das Blockieren der Räder zu verhindern, und sorgt für eine verbesserte Bremsleistung.“

Wird Lamborghini jetzt extrem nerdig? Vielleicht nicht vollständig. „Das Ergebnis ist ein kürzerer Bremsweg, eine bessere Fahrzeugkontrolle beim kombinierten Bremsen und Kurvenfahren sowie eine erhöhte Stabilität bei Fahrten über Sprünge oder Randsteine.“

Der erste Besitzer, der mit seinem Revuelto SV springt, gewinnt.

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