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Denza Z9 GT: Vier Selbstpark-Tricks im Test

Silbernes Elektroauto fährt auf Betonfläche mit sichtbaren Reifenspuren, links Holzsteg und Pflanzen.

BYDs luxuriöse Submarke Denza startet gegen Ende dieses Jahres richtig im Vereinigten Königreich; der Z9 GT im Shooting-Brake-Stil soll im Oktober an Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden. Doch was genau ist Denza eigentlich? Die Marke bezeichnet sich selbst als „premiumorientierte, technologiegetriebene Automobilmarke“. Der Z9 GT, der entweder als Elektroauto mit 1.140 PS oder als Plug-in-Hybrid mit 765 PS erhältlich sein wird, könnte jedoch ebenso gut als „Porsche Taycan Sport Turismo für Menschen, die nicht einparken können“ vermarktet werden – so umfangreich ist seine Selbstparktechnik.

Aber funktioniert das Ganze tatsächlich? Können wir Längs- und Querparken aus der britischen Fahrprüfung streichen und künftig einfach entspannt in Denzas unterwegs sein? Oder handelt es sich nur um Spielereien, die man einmal vor Freunden präsentiert und danach nie wieder nutzt?

Wir sind den Z9 GT zwar noch nicht selbst auf britischen Straßen gefahren, saßen aber bereits im Innenraum und haben sämtliche cleveren autonomen Manöver erlebt. Hier ist unser Urteil zu den einzelnen Showeinlagen …

Selbstparken im Denza Z9 GT

Wie zahlreiche andere derzeit angebotene Autos erkennt auch der Z9 GT eine Parklücke und rangiert selbstständig hinein – unabhängig davon, ob es sich um einen Längsparkplatz oder eine Parkbucht handelt. Das System arbeitet sehr geschmeidig und lässt sich schnell aktivieren: über eine echte Taste im Armaturenbrett und anschließend mit zwei Berührungen des großen zentralen 17,3-Zoll-Touchscreens.

Der Denza erkennt Parkplätze auch dann ziemlich zuverlässig, wenn die Markierungen verblasst sind oder die Bucht in einem ungewöhnlichen Winkel liegt. Falls das System einen Platz dennoch nicht erkennt, kann man über die Vogelperspektivkamera jeden beliebigen Stellplatz auswählen: Dazu zieht man das gewünschte Endziel per Drag-and-drop an die passende Stelle und bestimmt zugleich die Fahrtrichtung. Praktisch. Ist die Lücke besonders eng, gibt es außerdem Fernparken: Man steigt aus und lässt das Fahrzeug mithilfe der App selbst einparken.

Auswärtsrotation

Denza sollte sich dafür einen griffigeren Namen überlegen, denn der Trick ist ziemlich clever. Ist eine Längsparklücke nur gerade lang genug, um den fast 5,2 m langen Z9 GT unterzubringen, fährt das Auto zunächst mit der Front voraus hinein. Anschließend richtet die einzeln steuerbare Hinterachslenkung beide Hinterräder nach außen aus. Danach drehen die Hinterräder gegeneinander, sodass das Heck wie beim Moonwalk zum Bordstein wandert. Hihi!

Es wirkt unheimlich, wenn das Auto seitlich in seine Position gleitet, doch es funktioniert tatsächlich und erschließt enge Parkmöglichkeiten in Innenstädten. Nach dem Reifenverschleiß sollte man allerdings besser nicht fragen – und das Brooks-Walker-Fünftrad aus den 1930er-Jahren auch nicht erwähnen.

Krebsfahrt

In diesem Modus schlagen beide Hinterräder des Z9 GT in dieselbe Richtung wie die Vorderräder ein, und zwar um bis zu 8,5 Grad. Dadurch kann das Fahrzeug diagonal vor- und zurückrollen, ähnlich wie ein Läufer auf einem Schachbrett – nicht wie ein Geistlicher. Im mit Nappaleder ausgekleideten Innenraum ist das eine merkwürdige Erfahrung. Während unserer Krebsfahrt fragten wir uns allerdings vor allem, wann man diese Fähigkeit jemals wirklich einsetzen würde. Dieser Trick überzeugt nicht.

Kompasswende

Die spektakulärste Showeinlage des Z9 GT heißt Kompasswende. Ähnlich wie beim Längsparken mittels Auswärtsrotation drehen sich die Hinterräder dabei in entgegengesetzte Richtungen, während eines der Vorderräder rückwärts angetrieben wird. So kann sich das Auto vollständig um die eigene Achse drehen. Keine Lust mehr auf Neun-Punkt-Wendemanöver in einer Sackgasse? Einfach anhalten, die Funktion auf dem Bildschirm auswählen und dem Fahrzeug vorgeben, wie weit es sich drehen soll.

Wenn man sich aus einer engen Lage befreien möchte, sind idealerweise 180 Grad sinnvoll. Aus irgendeinem Grund sind aber sogar volle 360 Grad möglich. Dann steht man wieder exakt dort, wo man begonnen hat – allerdings mit deutlich weniger Profil auf den Reifen. Wir haben gelernt, das Lenkrad im Stand nicht zu drehen, um unnötigen Reifenabrieb zu vermeiden. Deshalb war es ziemlich schmerzhaft, im Denza zu sitzen, während er dieses Manöver auf dem rauen Asphalt im Fahrerlager des Goodwood Motor Circuit ausführte.

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