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Der neue Volkswagen Golf R mit 320 PS

Blaues Volkswagen Golf R 320 Modell, frontal seitlich im Showroom mit moderner Beleuchtung.

Entgegen früherer Angaben aus internen Quellen der Marke und einer Einblendung während einer Präsentation zur leistungsstarken Golf-Familie leistet er nun doch keine 333 PS. Das hindert den neuen Volkswagen Golf R jedoch nicht daran, sich den Titel als stärkster Serien-Golf aller Zeiten zu sichern.

Der weit verbreitete 2.0 TSI (EA888 evo4) mobilisiert 320 PS und 420 Nm Drehmoment. Letzteres liegt von 2100 bis 5350 U/min an. Damit erreicht er dieselben Werte wie die kürzlich vorgestellten Tiguan R und Arteon R. Wie bei diesen Modellen ist der EA888 mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb gekoppelt.

Diese Kombination beschleunigt den neuen Golf R in nur 4,7 s auf 100 km/h – 0,2 s schneller als sein Vorgänger. Die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h, steigt mit dem R-Performance-Paket jedoch auf 270 km/h.

Das R-Performance-Paket erhöht nicht nur das Spitzentempo des Hot Hatch, sondern ergänzt auch einen größeren Heckspoiler, der zum Dach hin offen gestaltet ist und mehr Abtrieb an der Hinterachse erzeugt. Außerdem gehören 19-Zoll-Räder statt der serienmäßigen 18-Zoll-Felgen sowie zwei zusätzliche Fahrprogramme dazu: Drift und Special. Letzteres wurde gezielt für den Nürburgring abgestimmt.

Drehmomentverteilung

Das 4Motion-Allradsystem entspricht etwa dem des Arteon R und verfügt daher über R Performance Torque Vectoring. Die Antriebskraft lässt sich damit nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern ebenso zwischen den beiden Hinterrädern verteilen – ein einzelnes Rad kann bis zu 100 % des Drehmoments erhalten.

Im Golf R wurde das System zusätzlich erweitert, da es über den Vehicle Dynamics Manager (VDM) mit weiteren Komponenten und Systemen wie der elektronischen XDS-Differenzialsperre und dem adaptiven DCC-Fahrwerk vernetzt ist. Volkswagen verspricht dadurch „optimale Traktionseigenschaften, neutrales Fahrverhalten mit höchster Präzision, maximale Agilität und nicht zuletzt maximalen Fahrspaß“ – das werden wir demnächst unter realen Bedingungen überprüfen müssen.

Fahrwerk des Volkswagen Golf R

Vorn setzt der neue Golf R auf eine MacPherson-Achse, hinten auf eine Vierlenker-Konstruktion; das adaptive DCC-Fahrwerk gehört serienmäßig dazu. Die Karosserie liegt 20 mm tiefer, während Federn und Stabilisatoren im Vergleich zum Vorgänger um 10 % straffer ausgelegt sind. Zusätzlich wurde der negative Sturz auf -1°20′ erhöht, um höhere Kurvengeschwindigkeiten zu ermöglichen.

Die Ingenieure der Volkswagen-R-Abteilung konnten außerdem die ungefederten Massen senken: Das Bremssystem wiegt 1,2 kg weniger, obwohl die Bremsscheiben gegenüber dem Vorgänger um 17 mm im Durchmesser gewachsen sind. Durch einen Aluminium-Hilfsrahmen wurden an der Vorderachse weitere 3 kg eingespart.

Auch die Software zur Lenkungsabstimmung wurde überarbeitet, sodass der neue Golf R direkter auf Lenkbefehle reagieren soll.

Special: Fahrmodus für den Angriff auf die „Grüne Hölle“

Mit dem R-Performance-Paket kommen zu den bekannten Programmen Comfort, Sport, Race und Individual die beiden Modi Drift und Special hinzu. Während Drift seinem Namen entsprechend die Einstellungen der Stabilitätskontrolle (ESC) und die Kraftverteilung zwischen den Achsen verändert, wurde Special speziell auf die berühmteste deutsche Rennstrecke, die Nürburgring-Nordschleife, zugeschnitten.

Neben weiteren Anpassungen, etwa bei den Schaltvorgängen und dem ESC, wird das Fahrwerk weniger straff als im Race-Modus eingestellt, damit es die Unebenheiten der „Grünen Hölle“ besser bewältigen kann. Laut Volkswagen sorgt die spezielle Nürburgring-Abstimmung dafür, dass der neue Golf R auf den (etwas mehr als) 20 km der Strecke 17 s schneller als sein Vorgänger sein kann.

Was gibt es noch?

Optisch hebt sich der neue Golf R klar von den übrigen Golf-Modellen ab, einschließlich GTI, GTE und GTD. Er erhält eine neu gestaltete Frontschürze mit integriertem Splitter, vier Endrohre am Heck, spezifisch gezeichnete 18-Zoll-Felgen und blaue Bremssättel. Optional ist eine Titan-Abgasanlage von Akrapovič erhältlich, die 7 kg Gewicht spart.

Im Innenraum gibt es neue Sportsitze vorn mit blauen Akzenten, ein Sportlenkrad sowie Pedale aus Edelstahl. Darüber hinaus bieten sowohl das Infotainmentsystem als auch das digitale Kombiinstrument spezielle R-Anzeigen.

Wann kommt er?

Der neue Volkswagen Golf R soll bereits in diesem Monat bei den europäischen Händlern eintreffen. Preise für das neue Spitzenmodell der deutschen Baureihe wurden für Portugal allerdings noch nicht genannt.

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