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Alpine wird Luca de Meos „Mini-Ferrari“

Blauer Sportwagen in modernem Ausstellungsraum mit Ladestation an der Wand und glänzendem Boden.

Angesichts der schwierigen Phase, die der Renault-Konzern zuletzt durchlaufen hat und die ihn sogar zur Umsetzung eines weitreichenden Kostensenkungsplans zwang, wäre es kaum überraschend gewesen, wenn eine Nischenmarke wie Alpine diesem Prozess zum Opfer gefallen wäre.

Noch vor wenigen Monaten galt dies als sehr wahrscheinliches Szenario: Die Führung des französischen Konzerns diskutierte damals über die Zukunft der Marke.

Inzwischen steht jedoch Luca de Meo an der Spitze des Renault-Konzerns. Der frühere SEAT-Manager übernahm am 1. Juli das Amt des Chief Executive Officer. Statt bei Alpine den Rotstift anzusetzen, will de Meo das bislang ungenutzte Potenzial der Marke – ihre Geschichte und ihr Image – ausschöpfen und sie zu einem zentralen Bestandteil der künftigen Konzernstrategie machen.

Alpine, Luca de Meos „Mini-Ferrari“

Luca de Meo erkennt bei Alpine eine Chance. Gegenüber Autocar verwies der Renault-Chef auf drei eigenständige Bereiche innerhalb des Renault-Konzerns: ein Formel-1-Team, Renault Sport als Entwicklungsabteilung sowie das nicht ausgelastete Werk in Dieppe, in dem der A110 gebaut wird. Weshalb sollte man diese nicht alle unter der Marke Alpine zusammenführen?

Dieser Prozess hat bereits begonnen. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass das Renault-Formel-1-Team ab der kommenden Saison Alpine heißen wird. Luca de Meo ging noch einen Schritt weiter: Cyril Abiteboul, bislang Teamchef der Renault-Formel-1-Mannschaft, wurde zugleich zum Geschäftsführer von Alpine ernannt. All das gehört zu seinem Plan:

Mit „Mini-Ferrari“ ist also weniger gemeint, dass Alpine zur Konkurrenz der italienischen Marke werden soll. Vielmehr soll sich das künftige Geschäftsmodell von Alpine an Ferrari orientieren, wo sich offenbar alles um die Formel 1 dreht.

Die Zukunft des Alpine A110 orientiert sich am Porsche 911

Der Alpine A110 sorgte in der Welt der Sportwagen für frischen Wind. Sein geringes Gewicht, die kompakten Abmessungen und das mitreißende Fahrverhalten machten ihn zu einem der maßgeblichen Sportwagen. Die Verkaufszahlen blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück – insbesondere in diesem Jahr infolge der Pandemie.

De Meo lässt sich davon jedoch nicht aufhalten. Seiner Ansicht nach besteht der erste Schritt darin, den Lebenszyklus des Modells zu strukturieren und dabei dem Geschäftsmodell des Porsche 911 zu folgen. Neue Varianten sollen also regelmäßig eingeführt werden, damit das Interesse am Modell dauerhaft erhalten bleibt.

Daher ist zu erwarten, dass die Zahl der A110-Versionen in den kommenden Jahren steigen wird.

Und natürlich … Elektroautos

Für Luca de Meo ist Alpine zudem ein hervorragendes Mittel, um den gesamten Konzern auf die Zukunft auszurichten. Und Zukunft bedeutet in der Automobilindustrie zwangsläufig Elektromobilität – dabei könnte Alpine innerhalb des Renault-Konzerns eine entscheidende Rolle übernehmen.

Eine der Aufgaben von Alpine besteht bereits darin, das Elektroauto zu einem emotionalen und aufregenden Erlebnis zu machen.

Wie sich diese Aufgabe in neuen Modellen konkretisieren wird, ist noch offen. Im Gespräch war ein elektrischer Crossover von Alpine. De Meo brachte jedoch auch die Möglichkeit ins Spiel, den A110 zu elektrifizieren, sofern sich dies wirtschaftlich darstellen lässt.

Weitere Details im Jahr 2021

Mehr erfahren werden wir im Januar 2021, wenn der Renault-Konzern seinen Plan für die kommenden acht Jahre vorstellt. Derzeit lassen sich Luca de Meos Ziele für Alpine noch nicht genauer beziffern. Die gute Nachricht lautet jedoch: Alpine, dessen Fortbestand bis vor Kurzem noch infrage stand, wird eine Zukunft haben und auch für die Zukunft des Renault-Konzerns eine entscheidende Rolle spielen.

Quelle: Autocar.

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